Schwerstkriminell (II)

von Sara veröffentlicht am 30. Juli 2009, 19:13 Uhr

Wenn wir gerade bei dem Thema sind,  hier mal ein paar Fakten zum Thema Fakebestellungen: ja, es gibt sie. Nicht massenhaft, aber als spürbares und lästiges Phänomen. Davor schützen kann man sich nur bedingt, da solche Täter zur Not z.B. einfach Originaladressdaten aus dem Telefonbuch nutzen. Zwar setzen Provider wie wir verschiedene Sicherheitssysteme ein. Zu glauben, dadurch jeden Betrugsfall ausschließen zu können, wäre jedoch illusorisch.

Sobald wir eine Bestellung unter Nutzung falscher Adressdaten feststellen, sperren wir in der Regel den Account und lassen durch unsere Anwälte Strafanzeige erstatten. Häufig führt dies auch zu Ermittlungsergebnissen, die jedoch  teilweise in der Einstellung des Verfahrens münden und daraufhin im Wege der Zivilklage von uns weiterbetrieben werden.  Nicht, weil sich das finanziell für uns lohnen würde. Sondern aus Prinzip, um das gar nicht erst einreißen zu lassen. Je nach Staatsanwaltschaft (bzw. Staatsanwalt) wird die Thematik aber auch durchaus ernst genommen und verfolgt.

Besonders schlimm sind Versuche, über uns Phishingdomains zu registrieren sowie Spamversand und natürlich insbesondere die Hinterlegung illegaler Inhalte. Diesbezüglich hört auch jegliches Verständnis für Relativierungen (“Besoffen. Minderjährig. Schwere Phase. Versehen.”) auf.

Auffällig ist übrigens, dass zunehmend bei Bestellungen durch Minderjährige jedes Fünkchen Schuldbewusstsein bei den Eltern fehlt, sondern eher noch uns als Provider Vorwürfe gemacht werden. Ein trauriger Umstand. Denn wer, wenn nicht die Eltern, sollten ihrem Kind vermitteln können, was richtig oder falsch ist? Im Kontrast dazu steht ein herzliches Schreiben (per Post und handgeschrieben), welches uns kürzlich in einem solchen Fall erreicht hat. Gerne haben wir uns daraufhin kulant und außergerichtlich geeinigt. Denn bei allem Ärger war das ehrliche Bemühen, die Angelegenheit ordentlich aus der Welt zu schaffen, ein positives und leider immer selteneres Erlebnis.

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Kommentare & Trackbacks

Frank 31. Juli `09 11:30 Uhr

Kommentar zum letzten Satz: Ja, leider immer seltener, obwohl unterm Strich einfacher für alle Beteiligten. Erinnert mich – anderes Thema, geht aber für mich in eine ansatzweise ähnliche Richtung – an den Satz einer Dame, die ein Haus zum Verkauf bot, das wir nach Besichtigung nicht kaufen wollten und dies im Anschluss an selbige kurz telefonisch mitteilten: “Wie? Deshalb rufen Sie extra an? Das hat noch niemand getan.” Ich persönlich finde das “traurig aber wahr”.