von Sara Veröffentlicht in Allgemein

Kaum werden ein paar neue .de-Domains zugänglich gemacht, geht es rund. Was ja auch zu erwarten war.

Da ist zum Beispiel ein DENIC-Mitglied, welches seine Registrierungsrechte meistbietend an ein anderes DENIC-Mitglied verkaufen möchte. Das an sich faire Verfahren von nur vier Anfragen je Minute und DENIC-Mitglied wird damit natürlich ad absurdum geführt. Oder ein Kunde, der gleich 870 der neuen .de-Domains über uns registrieren möchte. Ein anderer Kunde will 5 Domains für jeweils 5.000 Euro und uns obendrein an seinen späteren Verkaufserlösen beteiligen. Danke, aber das ist dann doch zu viel der Ehre. ;-) Nich vergessen möchten wir auch eine “rein auf den Handel mit Domainamen spezialisierte” Firma, die 1.000 € Festpreis zzgl. fünfstelliger Erfolgsprovisionen für erfolgreich registrierte Domains in Aussicht stellt. Wie schon an anderer Stelle gesagt: Blink, Blink.

Preislich gehen die Kosten für die neuen .de-Domains übrigens weit auseinander.

So nutzt SEDO ein öffentliches Auktionsverfahren. Derzeitiger Spitzenreiter ist die Domain “s.de” mit 9.700 €, dicht gefolgt von “l.de” für 8.988,00 €. Da dürfte noch Luft nach oben sein, wenn – wie bei anderen Auktionen – viele Interessenten erst zum Schluß ihr Gebot abgeben. Natürlich fallen die Kosten nur im Erfolgsfalle an, wobei SEDO auch den Ankauf versucht, wenn es bei der Registrierung nicht direkt klappt.

Knipp wählt einen anderen Weg und berechnet einen – ebenfalls erfolgsabhägigen – Festpreis je nach Domainlänge. Domains mit einer Ziffer kosten demnach 100.000 €, Domains mit einem Buchstaben 50.000 €, usw. Den Erlös will Knipp an die Kindernothelfe spenden.

Spenden werden auch wir – wie angekündigt – die Einnahmen aus der Versteigerung der neuen .de-Domains. Wobei wir weder eine Auktion je Domain durchführen noch Festpreise berechnen. Vielmehr erfolgt bei uns das Gebot auf den Startplatz für Freitag in Verbindung mit einem Festpreis von 25 € je übermittelter (nicht: vobestellter) Domain. Wer mehr bietet, kommt mit der von ihm gewünschten Domain also früher zum Zuge – und hat entsprechend höhere Erfolgschancen. Wohin die Spende dann am Ende gehen soll, werden wir via Blog und Forum ermitteln. Am Rande: Das bisher höchste Gebot bei uns liegt im fünfstelligen Eurobereich.

Andere Anbieter setzen wiederrum rein auf ein internes “First Come, First Served” Prinzip gegen Berechnung des Domainpreises im Erfolgsfall. An sich eine gute Sache, die aufgrund der geringen Anzahl verfügbarer neuer Domains primär für kleinere Provider praktikabel sein dürfte. Anderenfalls wären alle verfügbaren Vorbestellmöglichkeiten sicherlich innerhalb kürzester Zeit weg.

Ein wichtiges Thema ist die Frage nach dem Marken- und Namensrecht. Immerhin gibt man nicht gerne einige hundert oder tausend Euro aus, um dann am Ende die Domain an einen Dritten abtreten zu müssen. Interessant ist diesbezüglich eine bei frag-einen-anwalt.de veröffentlichte Auskunft. Kurz zusammengefasst: Bei geschäftlicher Nutzung heißt es, auf mögliche Kollissionen Acht zu nehmen. Wer eine Domain hingegen rein für private Zwecke nutzt, dem sollte zumindest aus dem Wettbewerbrecht in der Regel keine Gefahr drohen.

Dennoch ist Vorsicht angesagt, z.B. wenn die Domain einem KFZ-Kennzeichen entsrpricht und damit Ansprüche von öffentlicher Seite gestellt werden könnten. Außerdem bedeutet “Recht haben” nicht immer “Recht kriegen”, zumal bei markenrechtlichen Verfahren oft erst einmal erhebliche Kosten zu tragen sind. Selbst, wenn diese am Ende von der Gegenseite zu tragen wären. Zu voreilige Gebote könnten also teure Folgen haben. Einige (angebliche oder behauptete) Rechteinhaber werden da sicherlich mal wieder über das Ziel hinaus schießen.

Nutzer ein- und zweistelliger Domains sollten sich übrigens auf praktische Einschränkungen einstellen. Viele Onlineformulare und Dienste halten Domainnamen mit weniger als drei Zeichen für ungültig und werden (z.B. bei der Angabe einer E-Mailadresse) eine Fehlermeldung aus. Als Nutzer von df.eu sprechen wir da aus Erfahrung.

Und sonst? Intern geht alles seinen Gang. Das System zur Übermittlung der Registrierungen an die DENIC wird getestet, die bereits eingegangenen Aufträge werden erfasst und wir warten gespannt ab, wie am Freitag die Würfel fallen werden. Denn eines muss man zugeben: Spannend ist das ja alles schon.

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