Betrugsfall: Streit mit GMX

von Sara veröffentlicht am 10. Dezember 2009, 12:46 Uhr

Der “Spaß” mit GMX geht weiter. Zur Erinnerung: Wir sind Opfer eines Datenmissbrauchs, da ein Betrüger bei GMX unter Angabe u.a. unserer Adress- und Kontodaten eine Bestellung getätigt hat.

Nachdem wir inzwischen schriftlich per Einschreiben mitgeteilt haben, dass ein Betrugsfall vorliegt und wir den Vertrag mit GMX nicht abgeschlossen haben, hat uns folgende Reaktion darauf erreicht:

Wir haben Ihre Ausführungen zur Kenntnis genommen. (…) In unserer Nachricht vom 18. und 28.11. haben wir Sie nochmals, wie auch bei Vertragsabschluss, über die Vertragsbedingungen informiert. Bitte beachten Sie, dass dieser Account online am 07.10.2009 20:33:35 Uhr über Ihr GMX-Postfach Leon_****@gmx.*** unter Ihrem (…) Namen angelegt worden ist. Hierzu möchten wir Ihnen mitteilen, dass Sie bei der Bestellung des Premiumdienstes im Rahmen des Bestellvorgang die dazugehörigen Nutzungsbedingungen erfolgreich gelesen und akzeptiert haben.

Was, bitteschön, ist an der Aussage “Wir haben die Bestellung nicht getätigt, es handelt sich um einen Missbrauch unserer Adress- und Kontodaten” so schwer zu verstehen, dass man darauf nicht mal in der Antwort eingehen kann? Zumal unser Schreiben (in Folge einer fruchtlosen Faxmitteilung nach Rückgabe der Lastschrift und einem sehr unerfreulichen Telefonat mit GMX) doch an sich missverständlich und eindeutig gewesen sein dürfte:

Schreiben-an-GMX

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Kommentare & Trackbacks

Richter 10. Dezember `09 12:58 Uhr

… Wahrscheinlich automatisierte Textblöcke und einen schlechten Customer Service. GMX sollte mal seine Mitarbeiter zu DF zur Nachschulung schicken :)

Kann man in solchen Fällen, nach einer erfolgten Mitteilung an GMX, nicht einfach die Rechnungen, etc. ignorieren?

Tobia Sara 10. Dezember `09 13:06 Uhr

Das Problem ist ein Anderes: Irgendwer nutzt derzeit eine E-Mailadresse, bei bei GMX auf die Kontodaten und Anschrift von domainfactory sowie meinen Namen registriert ist. Wenn damit nun Unsinn angestellt wird, stehen ersteinmal dF und ich “im Feuer”.

GMX ist ja offensichtlich nicht gewillt oder in der Lage, die klare und mehrfache Mitteilung (1x Telefon, 2x Fax, 1x Einschreiben) “Wir waren das nicht – es liegt ein Betrugsfall vor” ernst zu nehmen oder zumindest darauf einzugehen. Wir müssen daher davon ausgehen, dass z.B. bei strafrechtlichen Ermittlungen erst einmal von GMX die Stammdaten rausgegeben werden, ohne dass zumindest ergänzend der Hinweis auf unsere Einwendung mit übergeben wird. Denn auch in dem uns nun übersendeten Schreiben wird der Aspekt “Missbrauchsfall” ja vollständig ignoriert.

[...] [Update: Jawohl, wird es.] Bookmarks… Ausblenden $$('div.d1894').each( function(e) { e.visualEffect('slide_up',{duration:0.5}) }); [...]

Knut O.E. Pankrath 10. Dezember `09 13:38 Uhr

G-eht
M-ich ni-
X an,

scheint da irgendwer bei GMX zu denken, falls das mit dem Denken nicht bereits eine unzulässige Unterstellung ist. Ich bleibe weiter zufriedener Kunde bei domainfactory und denk mir meinen Teil…

Florian König-Heidinger 10. Dezember `09 14:35 Uhr

Hallo,

ich hatte auch mal ein ähnliches Problem. Dabei wurde jedoch nur mein Name und meine Adresse verwendet. Es wurde die Kontoverbindung einer anderen Organisation verwendet.

Die Mahnungen hatte ich zwar immer brav beantwortet. Ohne Erfolg. Schließlich habe ich die über mich gespeicherte Daten (IP-Adresse, Zeitpunkt etc.) verlangt und bekommen. Ein Internet-Cafe irgendwo im Norden…

Interessant wurde es aber erst, als plötzlich die Polizei bei mir angerufen hatte, weil gegen mich eine Anzeige wegen Leistungskreditbetrugs vorliegen würde. Die ermittelnde Behörde hat mich aber dann aufgeklärt, dass es keine Anzeige gegen mich, sondern gegen Unbekannt ist und ich nur als Zeuge noch befragt werden muß. Die Organisation – deren Kontoverbindung verwendet wurde – hatte Anzeige wegen Leistungskreditbetrug gegen Unbekannt erstattet.

Danach hatte ich meine Ruhe.

Inzwischen weiß ich, dass ich das nächste Mal gleich alle über mich gespeicherten Daten verlangen werde.

Schöne Grüße,
Florian König-Heidinger

MatthiasM 10. Dezember `09 15:09 Uhr

Könnte man nicht beim nächsten Versuch des Widerspruchs zusätzlich ausdrücklich “behelfsweise kündigen”.
Damit ist, auch wenn GMX weiter auf dem Bestehen eines Vertrages beharrt, das ganze definitiv beendet, ohne daß man durch eine “normale” Kündigung indirekt zugesteht, daß ein rechtgültiger Vertrag besteht.

Hab so ein Spiel mal mit einer angeblichen freenet-Bestellung durchgezogen, das war wohl die Racheaktion eines Callcenterfuzzis, der mir nichts verkaufen konnte.

lG Matthias

PS.: Ich hoffe, dF hat Anzeige gegen unbekannt erstattet?

Gerald 11. Dezember `09 08:29 Uhr

GMX gehört genauso wie WEB.DE zu einer Firma dessen Name ich vergessen habe. Einfach die eigentliche Firma ausfindig machen (Suchmaschine?) und sich direkt dort beim Management beschweren.
Ich hatte früher dort auch eine Mailadresse,.. diese inzwischen gelöscht..und jetzt wird mit eben diesen Account (Emailadresse) Unsinn gemacht. Da aber soweit ich weiß nicht meine Daten dort hinterlegt sind werde ich vorläufig noch von Folgen verschont.

So gehts 11. Dezember `09 15:47 Uhr

In solchen Fällen wird man durch GMX aufgefordert, umgehend Anzeige gegen “Unbekannt” bei der betreffenden Polizeistation erstattet werden (wie oben schon “gehofft”).
Eine Bestätigung dieser Anzeige und eine eidesstattliche Erklärung (“Ich/ Wir habe(n) diese Bestellung nicht ausgführt…”) sollte dem GMX Support zugesendet werden (Einschreiben).
Das führt i.d.R. dazu, dass GMX keine weiteren Mahnungen versendet oder ein Inkassobüro beauftragt.
Außerdem wird die Polizei dieser Sache nachgehen und kann bei zeitnaher Bearbeitung auch erfolgreich sein.

In jedem Fall gilt:

Im Internet ist Vorsicht mit der Preisgabe persönlicher Daten geboten!
(Das ist bei Firmen allerdinges leichter gesagt als getan, weil sie per Gesetz verpflichtet sind, ihre Daten im Impressum zu veröffentlichen.)

Tobia Sara 11. Dezember `09 16:12 Uhr

Hallo so geht’s,

das wäre aber eine seltsame Einstellung. Noch ist es zum Glück ja nicht so weit, dass das Opfer eines Datenmissbrauchs auch noch mit eidesstattlichen Erklärungen oder Strafanzeigen seine Unschuld belegen muss. Hinzu kommt, dass hier u.U. für uns überhaupt keine Strafanzeige möglich ist, weil wir zwar Opfer des Datendiebstahls geworden sind (und in Folge dessen nun von GMX unberechtigt in Anspruch genommen werden), aber uns (aufgrund der Rücklastschrift) kein eigener finanzieller Schaden durch den unbekannten Täter entstanden ist.

Aber darum geht es ja hier auch gar nicht, Sondern nur darum, dass es GMX nicht geschafft hat, in einer Antwort auf ein unmissverständliches (und nun auch dem Blogeintrag angefügtes) Schreiben wenigstens angemessen auf den Sachverhalt einzugehen, anstatt nur unpassende “Standardformulierungen”, die mit dem geschilderten Kernsachverhalt nichts zu tun haben, zu erwidern.

mar-e 11. Dezember `09 23:32 Uhr

Von ähnlichen Erfahrungen mit GMX liest man auch andernorts: http://www.123recht.net/forum_topic.asp?topic_id=156609&page=2

Gerald 12. Dezember `09 08:32 Uhr

Richtig! Da steht auch der Name der “Kopffirma” drin. United Internet. Hängt anscheinend auch 1&1 mit drin. Je größer eine Firma und desto mehr Tochterunternehmen und aufgekaufte Dienste desto schlechter wird meist der Service weil keiner mehr den (kompletten) Durchblick hat.

Rainer 22. Dezember `09 11:39 Uhr

Es ist natürlich auch möglich, das sich mit den Standard-Formulierungen ein Großteil der Fälle “erledigen” lassen. Das ist dann viel billiger als auf diverse Schreiben individuell einzugehen. Das kann dann der RA machen, bevor eine Klage eingereicht wird. :)