19. Februar 2010
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Gut vorbereitet

Derzeit suchen wir MitarbeiterInnen im Kundenservice und führen daher Bewerbungsgespräche durch. Viele Interessenten geben sich dabei auch wirklich große Mühe, während anderen Bewerbern das Ganze ziemlich gleichgültig zu sein scheint.

Besonders gut vorbereitet war ein derzeit arbeitsloser Mann, der sich für die Stelle interessiert hat und auch zum Gespräch eingeladen worden ist. Wer sind die Geschäftsführer, welche Produkte bieten wir an, was weiß er über domainfactory? – Nichts! Und auf Nachfrage und Hinweis, dass viele andere sich entsprechend informieren und nicht völlig unvorbereitet erscheinen, folgte dazu passend nur ein (verbales) Schulterzucken.

Auf DIESE Weise findet man keine neue Stelle. (Aber eventuell wollte er das auch gar nicht sondern erfüllte nur eine Pflichtbewerbungen um keine Kürzung staatlicher Leistungen zu riskieren? – Es erklärt sich jedenfalls anders nicht, warum man so unnötig und offensichtlich seine Erfolgschancen beim Bewerungsgespräch reduziert. Und auch der Bewerber selbst hatte ja keine Begründung dafür parat.)

von Sara veröffentlicht in Interna, Na klar
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Kommentare & Trackbacks

Martin
19. Februar 2010
08:04 Uhr

Ja klar. Immer diese Bewerber, die auf nichts als staatliche Leistungen aus sind. Es war klar, dass sowas aus der df-Loge kommt. Denkt mal ruhig weiter von gestern bis heute. Leute die sich hunderte Kilometer weit die Mühe zu Euch machen und wirklich engagiert sind, schmeißt Ihr ja dann einfach raus. Wurde mir jedenfalls so berichtet. Das ist Euer Recht, aber GErecht ist es sicher nicht. – Perfide wirds, wenn man sich dann einseitig über die Bewerber beschwert.

Gerald
19. Februar 2010
08:06 Uhr

Bevor ein falscher Eindruck gegenüber einen gewissen Bevölkerungsteil entsteht der zurzeit gern von einer “Welle” attackiert wird…..es gibt auf jeder Seite schwarze Schafe. Ich kenne sowohl die eine als auch die andere. Inzwischen muß auch ich Erfahrungen mit “Arbeitsunwilligen” machen würde deshalb aber nie behaupten (und das wurde hier ja auch nicht) das alle Bezieher von ALGII dekadente Römer sind. Leider verpflichtet das Amt den Arbeitssuchenden eine gewisse Anzahl von Bewerbungen pro Monat zu machen, welche aber in keinster Weise den realen Angebot auf dem Arbeitsmarkt entsprechen. Infolge dessen gibt es Pseudo-Bewerbungen. Da bewirbt sich dann z.B. schon ein Arbeiter für eine Manager-Stelle wohlwissend daß er sie niemals bekommt, aber er hat seine Pflicht getan. Noch sind aber die echten Unwilligen in der Minderheit.

Tobia Sara
19. Februar 2010
08:29 Uhr

Hallo Martin,

es geht hier um einen bestimmten, konkreten Einzelfall. Und nicht darum, pauschal auf Bewerbern oder Arbeitslosen herum zu hacken. Aus dem Beitrag geht das imho auch eindeutig hervor.

Der Punkt ist doch: Wenn man sich irgendwo bewirbt, sollte man sich zumindest rudimentär auf das Gespräch vorbereiten, was zum Glück auch die Regel ist. Es fällt daher eben auf, wenn jemand das grundlos nicht tut und enorm gleichgültig reagiert. Vor allem dann, wenn der Bewerber derzeit keine Arbeit hat und so unnötig (leichtfertig?) seine Erfolgschancen auf eine Anstellung mindert. Das man sich in diesem Kontext fragt, warum das so ist (und auch überlegt, ob es nur eine Pflichtbewerbung gewesen sein könnte), halte ich weder für unverständlich noch für böswillig.

Und was die Gerüchteküche angeht: Zu jeder Geschichte gibt es zwei Seiten und einen (insbesondere: engagierten) Mitarbeiter “schmeißen” wir nicht einfach grundlos raus. Was einem so berichtet wird, ist eben nicht automatisch die (volle) Wahrheit.

Odde23
19. Februar 2010
08:38 Uhr

Ich denke auch, dass er den Job eigentlich gar nicht möchte, sondern schlicht den Nachweis braucht, dass er sich beworben hat, damit ihm das Amt die Leistungen nicht kürzt. Schade eigentlich.

Klaus2001
19. Februar 2010
09:12 Uhr

Hallo,

ich bin auch der Auffassung, daß sich Bewerber zunächst mal über das Unternehmen, bei dem sie sich bewerben, “etwas” informieren sollten. Die Kenntnis wer Geschäftsführer ist, setze ich nicht voraus.
Aber was für Produkte oder Dienstleistungen das Unternehmen anbietet, sollte schon bekannt sein. Aber leider ist dies oft Wunschgedanke des Arbeitgebers. Ich erhalte regelmäßig Bewerbungen für unser Hotel für die Position des “chef de cuisine” (Küchenchef) oder “chef de bar” (Barchef). Dabei steht zum Einen auf der Website gut sichtbar, daß es keine offenen Stellen gibt und es ist herauszulesen, daß es sich um ein Hotel garni (Frühstückshotel ohne Restaurantbetrieb) handelt. Trotzdem möchte man obige Positionen besetzen. Ok – mit einer Bar können wir dienen. Aber es handelt sich hier um die “Minibar” im Zimmer und da setzen wir voraus, daß der Gast diese auch ohne Hilfe bedienen kann. ;)

Teilweise bewerben sich immer wieder die gleichen Personen um die gleichen Stellen. Das ist schon ziemlich nervig und zeugt meiner Auffassung nach nicht von wirklichem Interesse um die Erlangung eines Arbeitsplatzes.

Odde23
19. Februar 2010
09:27 Uhr

Ich kenne diese Blindbewerbungen auch. Hab so alle vier Wochen eine auf dem Tisch. Ab und an ist sogar mal was brauchbares dabei. Allerdings kommt es oft auch vor, dass sich Leute auf eine Stelle bewerben, für die sie gar nicht qualifiziert sind. Hatte letztens nach einem Webentwickler (PHP, MySQL, HTML, CSS) gesucht. Dann hat sich einer beworben, der im Vertrieb und Support für Software tätig war. Er hatte in seinem Leben noch nie programmiert und ist gelernter Industriekaufmann. Ich dachte mir dann halt Themaverfehlt, setzen 6.

Martin
19. Februar 2010
09:52 Uhr

Auch mir sind diese Schurken-Firmen bekannt. Irgendwelche HR Manager meinen, sich selbst extremen Stress machen zu müssen und zeigen dies dann auch deutlich. “Ich bin hier dazu da, den besten Bewerber rauszusuchen”. “Wir wollen nur die besten”. Ja klar, bei 500 Bewerbungen auf eine Stelle ist die Auslese dann ja auch schwer. Aber es ist ja auch selbst verdient. Wenn man so lange sucht, kann man mit der Vielzahl an Bewerbungen nicht argumentieren. Und das Märchen, von ein paar Hundert wären nur ein Dutzend überhaupt brauchbar, glaubt doch eh niemand. Sich dann aber zu beschweren, wenn man selbst ins Fettnäpfchen getreten ist und mal einen herausgefischt hat, der eigentlich nur seine Pflichtbewerbung abgegeben hat, ist schon sehr dreist. Ich würde sagen: So einer Firma wie dF gescheiht es recht. (Für alle anderen Arbeitgeber tut es mir in der Tat leid.)

Torben
19. Februar 2010
10:02 Uhr

Was meinst du denn bei der DF mit so einer Firma ?! Ich kann nichts schlechtes über die DF sagen und ich kenne selber die HR Problematik. Das Problem in Deutschland ist meiner Meinung nach das es einigen Leuten einfach viel zu gut geht und das anstelle darüber zu diskutieren ob man die Harz4 Sätze anhebt lieber über die Anhebung der unteren Einkommen nachgedacht werden sollte. Ich selber lebe seit längerem in den USA und bin nur noch Gast hier in Deutschland. Wenn sich hier jemand über harte Vorstellungsgespräche aufregt, sollte er sich einmal den Kampf in anderen Ländern ansehen. Auch finde ich es richtig das ein Mindestmaß an Vorbereitung vorausgesetzt wird! Wenn man sich schon nicht für einen wichtigen Termin vorbereitet, wie soll es dann erst später werden ?! Ich würde mich schämen wenn ich mich so vorstellen würde.

Odde23
19. Februar 2010
10:08 Uhr

@Martin: Dein Beitrag erschließt sich mir hier nicht wirklich.

Bezüglich der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch schließe ich mich @Torben an.

server0815
19. Februar 2010
10:34 Uhr

Ich arbeite nun seit über 3 Jahren bei df und ich finde es wie vom ersten Tag an super gut da. Was ich von meinen Kollegen aus der gleichen Branche höre, kann ich mich nur noch mehr freuen, das ich bei df arbeite.

Odde23
19. Februar 2010
11:11 Uhr

@server0815:
Ich hoffe Dein Nick ist bei euch nicht Programm. Sonst muß ich mir noch ernsthaft gedanken über die Betriebssicherheit meines ManagedServers machen ;-).

Alexander
19. Februar 2010
11:59 Uhr

[quote]Der Punkt ist doch: Wenn man sich irgendwo bewirbt, sollte man sich zumindest rudimentär auf das Gespräch vorbereiten, was zum Glück auch die Regel ist. Es fällt daher eben auf, wenn jemand das grundlos nicht tut[/quote]

Dass du den Grund nicht (er)kennst, bedeutet nicht automatisch, dass hier tatsächlich auch grundloses Handeln vorliegt.

Es gibt zahlreiche Szenarien (Arbeitsagentur, Bewährungsauflage, Familiengericht usw.) bei denen vom Bewerber verlangt wird, dass er n Bewerbungen pro Zeiteinheit vorweisen kann.

Wenn es aber nur n-10 freie Stellen gibt, für die er tatsächlich qualifiziert ist, für die er geeignet ist, die für ihn zeitlich und räumlich auch tatsächlich erreichbar sind usw., bleibt ihm nichts anderes übrig, als die restlichen 10 Bewerbungen für Stellen abzugeben, für die er nicht qualifiziert ist, für die er nicht geeignet ist, die er zeitlich und räumlich nicht erreichen kann usw.

Wem wäre denn damit geholfen, wenn er sich für eine solche nicht für ihn geeignete Stelle perfekt vorbereitet, Interesse suggeriert und im Ergebnis einen Arbeitgeber bekommt, der ihn – erwartungsgemäß – nach 4 Wochen wieder vor die Türe setzt?

[ ] dem Bewerber
[ ] dem Arbeitgeber
[ ] der Arbeitsagentur
[ ] dem Bewährungshelfer
[ ] sonst jemandem

Anstatt dich darüber zu freuen, dass er sein Desinteresse bereits VOR dem Unterzeichnen des Arbeitsvertrages kommuniziert und nicht erst danach, ärgerst du dich, dass er dich davor bewahrt, eine Fehleinstellung vorzunehmen.

Ich versteh’s wirklich nicht.

Torben
19. Februar 2010
12:11 Uhr

Alexander, ich denke schon das niemand gezwungen wird sich für Stellen zu bewerben, für die er nicht geeignet ist. Und sei es drum dann würde ein Anruf genügen um dies im Vorfeld zu klären. Auch die Personalleitung muss bezahlt werden und hat schon mit der Vorauswahl eine Menge Arbeit. Wenn dann noch jeder Hansel (wegen eines Stempels oder einer Bescheinigung) kommt, dann geht das auch zur Lasten der Anderen. Davon einmal abgesehen wer Arbeiten will, nimmt auch 3 Stunden Anfahrt bzw. einen Job der einem nicht passt in Kauf. Das Problem ist das es den meisten einfach viel zu gut geht ohne Arbeit. Natürlich kann ich verstehen das jemand der durch Arbeit vielleicht 100 Euro mehr hat wenig motiviert ist, aber Arbeit soll ja nicht nur entlohnt werden per Bezahlung sondern soll einem auch so etwas wie ein Selbstwertgefühl geben. Die einzigen Personen die nicht arbeiten können, sind für mich Menschen mit einer Erkrankung. Alle anderen die vom Staat Leistungen beziehen und auf dem 1. Arbeitsmarkt keine Position finden (oder wollen) würden Gemeinnützig tätig sein (müssen).

Tobia Sara
19. Februar 2010
12:29 Uhr

Hallo Alexander,

wenn ein Bewerber nicht vorbereitet ist und auch selbst keinen Grund dafür auf Rückfrage angibt, können wir uns nur unseren Teil denken. Diese Gedanken habe ich – verbunden mit einer Fragestellung – hier geäußert. Damit war kein Ärger verbunden (aber auch keine Freude; immerhin haben sich zwei Personen bei uns auf das Gespräch vorbereitet und einen der verfügbaren Zeitslots für den Interessenten reserviert).

Und: Ganz so unpassend war die Bewerbung nicht, sonst hätten wir den Interessenten ja nicht eingeladen. Durch den Verzicht auf ein wenig Vorbereitung hat er sich also selbst die Chance genommen, im Bewerbungsverfahren eventuell doch Erfolg zu haben.

Aber selbst wenn er sich von vorne herein keinerlei Chancen ausgerechnet hat, hätte doch auch nichts dagegen gesprochen, sich ein wenig zu informieren und damit für sich selbst zusätzliches Wissen zu gewinnen. Wer weiß, ob sich daraus nicht für interessante Ansätze oder Ideen ergeben hätten? Geschadet hätte es sicherlich nichts.

Karsten
19. Februar 2010
12:33 Uhr

Als Kunde bin ich froh, dass df Wert darauf legt qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu beschäftigen. Und gerade was den Kundenservice angeht, scheint man bei df eine hervorragende Einstellungspraxis zu haben.

Wenn ich dazu noch im Unternehmensblog – in dem die Geschäftsführerin persönlich schreibt – lesen kann, dass man von einem offensichtlich uninteressierten Bewerber enttäuscht ist und sich über die Ursachen der beidseitigen Zeitverschwendung Gedanken macht, dann finde ich das äußerst sympathisch.

Man kann in so einer menschlichen Äußerung allerdings auch krampfhaft nach moralisch Bedenklichem suchen und daraus eine verallgemeinernde politische Diskussionen ableiten.

Gerald
19. Februar 2010
13:03 Uhr

@ Torben
Ich muß dir leider in drei Punkten widersprechen

1. Man wird seitens des Amtes sehr wohl gezwungen. Besonders Blindbewerbungen und Bewerbungen bei Zeitarbeitsfirmen die nachweislich einen Hungerlohn zahlen sodaß mit H4 aufgestockt werden muß. Der Druck auf Arbeitslose ist schon groß genug da muß man nicht noch mehr Härte fordern.

2. Es ist keineswegs die Mehrheit der es gut ohne Arbeit geht, es sei denn man zählt Politiker, Millionäre und Künstler dazu. ;)

3. Es gibt nicht genügend gemeinnützige Tätigkeiten die nicht gleichzeitig einen anderen Berufszweig (zum Teil meinen) vom Markt verdrängen würden. Gerade 1.- Euro Jobs und ähnliches drücken den Lohn in anderen Sparten.
Auch ich kann Arbeit ohne Bezahlung anbieten (wer will bitte melden) aber ich will meinen Arbeitnehmern mindestens 10.- Euro die Stunde zahlen können.

Ich möchte aber über dieses Thema hier in diesem Blog nicht weiter diskutieren. Es gibt dafür andere Foren und es ging hier ja nur um den einen Fall den Tobia ja bereits ausreichend erklärt hat. Es würde -denke ich- etwas ausarten wenn jetzt jeder hier seine Meinung über Käse4 ausläßt, egal ob positiv oder negativ…oder sehe ich das falsch?

Separatist
19. Februar 2010
14:03 Uhr

Baut man sich nicht schon allein in dem Moment ein gewisses Basiswissen auf, wenn man sich einen potentiellen Arbeitgeber herausgesucht hat und diesem dann eine Bewerbung schreibt? Geht man dabei nicht auch darauf ein, warum man in genau diesem Unternehmen der Richtige sein wird? – Das man als “Außenstehender” jedoch nicht zwingend alle Detailfragen kennen kann (dazu kann mitunter auch die Geschäftsführung gehören), sollte doch aber kein Problem sein. Dafür ist ein Bewerbungsgespräch u.a. doch auch da; eben um gegenseitige Unklarheiten zu beseitigen.

Ob dF nun jedoch Äpfel oder Birnen verkauft, sollte sich doch relativ schnell erschliessen. :)

Man darf bei der Diskussion jedoch auch nicht vergessen, dass der Schwierigkeitsgrad eines Bewerbungsgespräch von jedem Menschen anders empfunden wird. – Mitunter kann man dabei sehr nervös sein (auch wenn es keinen Grund dafür gibt) und dadurch in einer völligen Blockade landen. Insbesondere dann, wenn plötzlich ein Schwachpunkt erkannt wurde, obwohl doch alles Andere so gut gepasst hat.

Vielleicht sollte man mit der nötigen Arroganz an solche Dinge herantreten. “Die” (der potentielle Arbeitgeber) wollen etwas von “mir”. – I don’t know.

Martin
19. Februar 2010
20:09 Uhr

“Das Problem ist das es den meisten einfach viel zu gut geht ohne Arbeit.”
Und anders herum: Das Problem ist, dass es den meisten Arbeitsgebern einfach viel zu gut geht, und sich alles leisten können, sei es noch so haarsträubend, weil sie eben eine viel zu gro0e Auswahl an Bewerbern haben. ;)
Diese Seite der Medaille ist m.E. jedenfalls besser belegt, als diejenige, die besagt dass es zu viele faule Arbeitslose gebe die kein Interesse an der Arbeit hätten.
Warum sonst schickt dF auch Leute wieder nach Hause, die sich wirklich gut gemacht haben, bloß weil sie statt der vereinbarten einen Woche nicht noch eine Woche im Vor-Praktikum bleiben wollen? Besonders interessant ist dann, wenn sich die Personaler dann noch darüber beschweten. Manche Firmen übertreiben es halt extrem. Und da darf ich ausnahmsweise auch mal Schadenfreude zeigen.

Tobia Sara
19. Februar 2010
20:39 Uhr

Hallo Martin,

ein Praktikum ist bei uns nicht obligatorisch. Aber es kann helfen, im Zweifelsfall anstatt absagen zu müssen noch weitere Eindrücke zu erhalten. In manchen unklaren Fällen hat dies bereits zu einer Einstellung geführt, die sonst nicht zu Stande gekommen wäre. Eine Dauer von 1 Woche ist in der Regel das Maximum (wenn dann geht es eher um 2-3 Tage); die Verlängerung um eine weitere Woche die absolute Ausnahme. Bei der aktuellen Mitarbeitersuche war übrigens bei keinem der nun gewählten Bewerber ein Praktikum erforderlich.

Separatist
20. Februar 2010
14:02 Uhr

Wie grenzt sich bei Euch denn ein Vor-Praktikum, von einer Probezeit ab? Ist die nicht genauso dienlich?

Ted Baxter
20. Februar 2010
15:06 Uhr

Zu meiner Zeit bei dF waren 2 Wochen Praktikum Pflicht, da gab es nie eine Diskussion. Danach kann dann ein auf ein Jahr befristeter Vertrag, natürlich mit der maximalen Probezeit von 6 Monaten. Der 2. Vertrag war natürlich wieder befristet das ganze mit einer Kündigungsfrist von einem Monat, man nimmt halt überall das maximal zulässige

dF sieht sich in der stärkeren Position und lässt das seine Mitarbeiter wissen das man sich ihrer sehr schnell entledigen kann,

Andersrum gefragt, schlecht bezahlte Holrline-Jobs mit Schichtdienst gibt es in München wie Sand am Meer, warum wird erwartet das ein Bewerber Interesse heuchelt?

Gerald
20. Februar 2010
18:20 Uhr

Das geht aber langsam ins Personaltechnische…und das gehört eigentlich nicht in den Blog. Wenn sich jetzt hier noch mehr ehemalige melden läuft das aus dem Ruder.
Entweder man moderiert jetzt den Blog oder man muß zu allem Stellung nehmen.
Warum ich das erwähne? Weil eine andere Firma genau mit solchen Mitteln solange in einem Blog schlecht gemacht wurde bis der Blog gesperrt wurde. Der Ruf der Firma war aber hin.
Andere Möglichkeit Kommentarfunktion für dieses Thema sperren.
Ich will hier keine Partei ergreifen, aber ich sehe hier eine Gefahr..einen Angriffspunkt der Mitbewerber die daraus Nutzen ziehen könnten. Der Feind liest mit.
Übrigens ist wohl nicht nur df in der stärkeren Position. Das haben Arbeitgeber so an sich……

Tobia Sara
22. Februar 2010
08:10 Uhr

Separatist: Eine Kündigung in der Probezeit ist für alle Beteiltigten nicht die beste Option, da beide Seiten bereits einige Monate Zeit und Arbeit investiert haben oder der Arbeitnehmer eventuell seine bisherige Stelle gekündigt hat. Durch ein kurzes Praktikum steigt die Chance, dass sich die gegenseitigen Erwartungen erfüllen.

Gerald: Danke für den besorgten Hinweis. Ich denke, als Unternehmen muss man zu den Dingen die man tut (oder unterlässt) stehen können – oder sie ändern. Insofern gehe ich auch gerne allgemein auf Fragen oder Aussagen ein.

Siehe dazu auch unten.

Tobia Sara
22. Februar 2010
08:30 Uhr

Arbeiten bei dF – Rechtliches

Gibt es Praktika? Ja, dies kann vorkommen. Vor längerer Zeit gab es im Kundenservice über eine gewisse Zeit lang vermehrt Bewerberpraktika. Die unternehmensweite Regel war und ist dies jedoch nicht; auch beim Kundenservice wurden Einstellungen zuletzt sogar ganz ohne Praktikum vorgenommen.

Gibt es Befristungen? Ja. Diese belaufen sich anfangs auf ein Jahr und werden einmal um weitere 12 Monate verlängert, bevor – entsprechend der gesetzlichen Regelung – der Vertrag in der Regel in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übergeht.

Werden Verträge in der Regel zum Befristungsende beendet? Nein! Unser Ziel ist die langfristige Zusammenarbeit und Übergang in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Warum überhaupt Befristungen? Wir sind kein großer Konzern bei dem es egal ist, ob ein paar Leute mehr oder weniger sich als falsche Besetzung herausgestellt haben. Sondern ein vergleichsweise kleines Unternehmen in einem extrem hart umkämpften Markt und mit besonders hoher Qualitätsorientiertung. In der Praxis zeigen sich damit einhergehende Probleme oft nicht in der Probezeit sondern später. Und daim Arbeitsrecht eine Leistung mittlerer Art und Güte geschuldert wird, haben wir da eben ein Problem mit den Ansprüchen unserer Kunden, die eben deutlich mehr als nur mittlere Leistungen erwarten. Nach 1-2 Jahren hingegen ist man entweder gut zusammen gewachsen oder es hat sich gezeigt, dass die Zielsetzung nicht übereinstimmt.

Ein weiterer Aspekt: Ohne Probezeit fällt die Entscheidung “passt es oder nicht” hart nach 6 Monaten. Mit Befristung ist es für uns viel einfacher, auch bei unsicheren Fällen noch weiter abzuwarten und gemeinsam daran zu arbeiten, eventuelle Probleme auszuräumen.

Sind wir ein schlechter Arbeitgeber? Nach meinem besten Wissen und Gewissen: nein. Wir interessieren uns für unsere Leute und möchten auf soweit wie möglich kollegialer Basis miteinander arbeiten. Es ist uns nicht egal, wie es unseren MitarbeiterInnen geht und nicht nur wenige Male sind wir bei Sorgen, Nöten und privaten Problemen mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Wir vergüten Überstunden, ermöglichen soweit möglich flexible Arbeitszeiten (was natürlich im Schichtsysstem bei der Technik und im Service schwierig ist) und versuchen, die Interessen der Firma, Kunden und Arbeitnehmer unter einen Hut zu bekommen.

Niemand muss Wunder oder immer Höchstleistungen vollbringen. Aber sich möglichst mit der Firma, unseren Werten und der damit einhergehenden Kundenorientierung identifizieren können. Denn ansonsten kann man eben vielleicht irgend einen Job gerade so machen. Aber nicht, Kunden stets aufs Neue begeistern.

Es ist immer einfach, durch einzelne und aus dem Zusammenhang gerissene Aussagen einen verzerrten Eindruck zu ermitteln. Tatsache ist aber: Bei uns soll jeder ohne Bauchschmerzen aber dafür mit Spaß und Forderung/Förderung zur Arbeit kommen können. Wer bereit ist, seinen Teil beizutragen, wird auch bei uns langfristig Spaß und Erfolg haben.

MissVip
22. Februar 2010
16:17 Uhr

Hallo Tobia Sara,

Ich habe dieses Thema mit grossem Interesse verfolgt und war nach einigen befremdlichen Einträgen wie Gerald besorgt, dass MEIN Provider seinen guten Ruf verlieren könnte. Nun bin ich sehr froh um Deine ausführliche Stellungnahme.

Für mich als Arbeitnehmer ist die Loyalität die Basis des Arbeitsverhältnisses. Nach den letzten Vorwürfen dachte ich spontan, dass es in der Tat überaus schwierig ist, zum Arbeitgeber loyal zu sein, wenn man auch im zweiten Jahr nur einen befristeten Arbeitsvertrag in der Ablage hat. Denn ein befristeter Arbeitsvertrag zeigt mir, dass mir mein Arbeitgeber nicht vertraut.

Als Arbeitgeber brauche ich nicht zwei Jahre, um mich für einen Mitarbeiter zu entscheiden. In der Schweiz gibt es eine drei monatige Probezeit. Die kann um weitere drei Monate verlängert werden. Durch diese Regelung sind wir einfach gezwungen, uns intensiv mit dem neuen Mitarbeiter auseinander zu setzen. Nach drei Monaten gibt es einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Dieser kann nach entsprechenden Verwarnungen gekündigt werden. Am Schluss haben wir Gleichstand, aber ich finde unsere “schnelle” Entscheidung besser, um das Arbeitsverhältnis auf eine gesunde Vertrauensbasis zu stellen.

Gerade weil dF ein kleines Unternehmen ist, verstehe ich nicht, wieso Ihr so lange braucht, um einen neuen MA in Euren Reihen aufzunehmen. Entweder es funkt oder es funkt nicht.

So, jetzt bin ich meine Gedanken doch noch los geworden ;)

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