Die paar Euro…

von Sara veröffentlicht am 23. März 2010, 08:27 Uhr

Immer wieder trifft man bei Kunden auf Unverständnis, wenn der Account nach mehreren Mahnungen gesperrt wird, obwohl doch “nur” ein Kleinbetrag von wenigen Euro offen ist. Der Tenor ist dabei in der Regel dann so: ‘Ich/Wir habe(n) nur ein paar Euro offen und trotzdem werden wir gesperrt – das ist unverhältnismäßig und kundenunfreundlich.’

Dabei sind eben genau diese vielen und in der Summe dann doch wieder hohen Kleinforderungen eine regelrechte Pest. Stehen doch die Kosten für Mahnungen, Bearbeitung, Inkasso, Mahnbescheid, usw. gerade bei solchen Minibeträgen in überhaupt keinem vernünftigen Verhältnis mehr zur ursprünglichen Hauptforderung. Zwar machen wir das trotzdem, schon alleine um uns vor einem weiteren Anstieg solcher offenen Posten zu schützen (“die machen unter x € doch eh nix”). Schön ist das aber nicht und tut einem in der Seele weh.

Wenn wir also auch bei Kleinst- und Kleinbeträgen ebenso verfahren wie bei höheren Forderungen gegen Kunden, hat dies nichts mit Kleinkariertheit zu tun oder damit, dass wir Kunden wegen “ein paar Euro” vor den Kopf stoßen können. Wenn wir aber bei Beträgen unter fünf, zehn oder 15 € einfach auf Bestell- und Accountsperrungen sowie bei weiter anhaltendem Zahlungsverzug auf anwaltliche Inkassomaßnahmen verzichten würden, gingen uns erhebliche Einnahmen verloren. Da wir die durchschnittlichen Forderungsverluste im Rahmen von Kalkulationen berücksichtigen, würden alle zahlenden Kunden am Ende die Zeche dafür bezahlen. Oder wir, weil sich höhere Preise nicht durchsetzen lassen würden.

Wir erläutern daher bei Beschwerden den Hintergrund und bitten dafür um Verständnis, wenn auch bei einem Zahlungsverzug von “nur” ein, zwei, drei… Euro am Ende und nach mehreren Mahnungen die – natürlich angekündigte -Accountsperrung steht Gleichzeitig weisen wir darauf hin, dass bei Rückmeldung auf die Zahlungserinnerungen in der Regel unkompliziert individuelle Zahlungsziele vereinbart werden können. Und bei großen Firmenkunden, die aufgrund der innerbetrieblichen Strukturen etwas längere Wege bis zur Freigabe einer Zahlung haben, steht obendrein ein besonderer Status zur Verfügung, der eine Sperrung unterbindet. Damit am Ende nicht alle Konzerndomains wegen drei Euro fünfzig offline sind.

Eigentlich ist diese Problematik ja eine Folge unserer günstigen Preise und der konsequenten Abrechnung von fast allen Tarifen auf monatlicher Basis. Ein Problem, dass sich doch eigentlich ganz einfach lösen lässt… €€€ ;-) :-D

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Kommentare & Trackbacks

Stephan 23. März `10 09:12 Uhr

wenn es doch nur um ein paar Euro geht fragt man sich auch, warum der Kunde diese dann nicht einfach (nachträglich) überweist – denn schließlich scheint es ja entsprechende Vorankündigungen zu geben ;)

Aber es könnte ja auch sein, dass ein Kunde für einige Wochen verhindert ist (Unfall oder ähnliches) und es in der Zeit zu einem Fehler bei der Abbuchung kommt (z.B. Konto nicht ausreichend gedeckt). Dann würde ich mich als Kunde vermutlich auch ärgern, wenn ich wegen ein paar Euro gesperrt werden würde – bei sonst deutlich höheren monatlichen Beträgen (gerade, wenn es sonst nie Probleme gab). Aber das ist natürlich nur ein Gedankenkonstrukt – wollen wir mal den Teufel nicht an die Wand malen :D

jens 23. März `10 09:22 Uhr

“Und bei großen Firmenkunden, die aufgrund der innerbetrieblichen Strukturen etwas längere Wege bis zur Freigabe einer Zahlung haben, steht obendrein ein besonderer Status zur Verfügung, der eine Sperrung unterbindet. Damit am Ende nicht alle Konzerndomains wegen drei Euro fünfzig offline sind.”
Denn mit denen legt sich DF eben nicht gerne an, nur mit den “Kleinen”, die vielleicht nicht sofort Klagen. Abgesehen davon, ist diese ganze Aktion mehr als rechtlich fragwürdig, da eine “Leistung” gesperrt bzw. berechnet wird, die noch nicht mal in Anspruch genommen wurde. Bei anderen Providern löst man das sehr viel eleganter, kulanter und nicht mit diesen Wild West Methoden.

Stephan 23. März `10 09:29 Uhr

@jens: gesperrt wird aber erst nach mehrmaliger Mahnung. Ich halte es für völlig normal Leistungen einzustellen, wenn diese trotz mehrfacher Aufforderung nicht beglichen werden. Es ist ja nicht so, dass die erste geplatzte Lastschrift noch am selben Tag zur Komplettsperrung führt ;)

Andy 23. März `10 09:41 Uhr

Also ich finde es völlig legitim, wenn ein Account nach mehrmaligem mahnen gesperrt wird.
Der Account wird ja nicht der ersten Auffälligkeit gesperrt, sondern erst nach mehrmaligem Mahnen. Deshalb sehe ich da auch keine Wild West Methoden.

Ist auch nur fair den anderen Kunden gegenüber. Ich zahle meine Rechnungen schließlich auch pünktlich.
Und auch Domainfactory muss seine Rechnungen pünktlich bezahlen.

Im übrigen heißt dass ja nicht, dass eine größere Firma nicht auch gemahnt wird, die haben nur ein längeres Zahlungsziel. So habe ich das zumindest verstanden ;-)

Sebastian Winkelmann 23. März `10 09:44 Uhr

Warum lassen die Kunden nicht jedesmal ein paar Cent im Supermarkt liegen, nach dem Motto “stimmt so?” – sind doch nur ein paar Cent!

Abgesehen dass es vom administrativen Aufwand garnicht möglich ist, wo soll man die Grenze ziehn? Bei 60cent, 3 Euro oder 4,99? Geld ist Geld. Ausserdem würde dass dann auf die Kunden umgelegt.

Jokey 23. März `10 10:01 Uhr

Mal kurz ne andere Frage: Warum ist im Feed ein Link zu einer scheinbar privaten Seite aber hier im Beitrag findet sich dieser Link nicht? Habt ihr den zufällig nach dem Veröffentlichen rausgenommen? Der Zusammenhang zwischen Link und Beitrag erschließt sich mir nciht ganz, es sei denn … aber das will ich hier nicht aussprechen.

Florian König-Heidinger 23. März `10 10:03 Uhr

@jens: Wie schauen die Lösungen aus, die deiner Meinung eleganter und kulanter sind?

B. F. 23. März `10 10:09 Uhr

Also ich kann das vollkommen nachvollziehen.

Die Masse macht es eben. Ich kenne dies vom Betrieb meiner Eltern, da wird auch gern mal die eine oder andere Rechnung nicht bezahlt. Kleine Rechnungen tun nicht weh, meint man, aber auf die Menge gerechnet, kann es schon erheblicher Betrag sein, der sich ansammelt. Und wir sprechen hier sicherlich nich von 10-20 Kunden, dies dürften mit Sicherheit viele, viele mehr sein. Wenn ich eine Leistung erbracht habe, möchte ich auch das Geld dafür und dabei ist es vollkommen uninteressant, ob es nun 1€ ist oder ob es in die hunderte/tausende geht. Es geht dabei ums Prinzip und es ist aus meiner Sicht auch vollkommen legitim, Accounts aufgrund von geringen Außenständen zu sperren.

Ich bin selbst mal in Schwierigkeiten geraten, was eine Rechnúng betraf und bin selbst bei dF gesperrt worden. Kundencenter aufgerufen, Ticket geschrieben und mir wurde angeboten, den Account vorzeitig freizugeben, sofern ich den Überweisungsträger Faxen oder via eMail senden könne.

Gesagt, getan … Kurze Zeit später waren die Domains wieder frei. Sowas macht auch nicht jedes Unternehmen, dies sollte man zusätzlich in Betracht ziehen.

Und wie gesagt, Kleinvieh macht auch Mist und vor allen Dingen auf die Menge der Kleinstrechnungen bezogen.

naturkost.com 23. März `10 10:25 Uhr

Es gibt grundsätzlich leider Kunden, auf die man als Anbieter gerne verzichtet.

Glücklicherweise machen diese nur einen sehr geringen Anteil an der Schar der Kunden insgesamt aus.

Geniemann 23. März `10 11:05 Uhr

Hallo,

ich frage mich langsam wirklich wo wir hier leben, wenn ich Kommentare wie den von jens lese. Das ist eine komplette Umkehrung von Ursache und Wirkung!
Versuch mal im Supermarkt an der Kasse einfach 4 € weniger zu bezahlen und die Ware trotzdem mitzunehmen. Da wirst Du die Wirkung direkt und umgehend spüren. In diesem Falle würde man es vermutlich sogar als Diebstahl einstufen.

Und wenn ein Dienstleister wie d)f jetzt über mehrere Wochen um die Zahlung “bettelt”, immer wieder dran erinnert, die Accountsperrung ankündigt und dann den Account sperrt und nach Zahlung wieder freigibt, ganz ohne Anzeige wegen Diebstahls (wie im Supermarkt) dann ist das Unverhältnismäßig?

Ich will mal wissen, wo hin das noch führt …

Tobia Sara 23. März `10 12:04 Uhr

jens: Es geht nicht um “trauen sich mit dem Kunden anzulegen”. Sondern darum, dass große Unternehmen leider nun eben wirklich z.T. Strukturen haben, die den normalen Zahlungsrahmen sprengen. Ein Privatkunde oder ein kleinerer Betrieb haben solche Strukturen normalerweise nicht. Das Problem “binnen 14 Tagen können wir die Überweisung aufgrund der internen Strukturen leider nicht schaffen zeitlich” ist daher bei einem Konzern oder eine Behörde usw. nachvollziehbar, bei einem Privatkunden oder einem kleineren Unternehmen eben eher nicht. Es gibt aber auch genügend Fälle, in denen ebensolche Privatkunden und Firmen dennoch die besonderen Zahlungskonditionen erhalten haben. Und umgekehrt Fälle, in denen wir bei laufenden Problemen härter bei Konzernkunden/Behörden “durchgreifen”.

Johnny 23. März `10 14:01 Uhr

Ich finde die jetzige Regelung okay und auch angemessen, lediglich die bei Rueckgabe einer Lastschrift faelligen 15 Euro erscheinen mir etwas hoch, kann ich maximal auf die hohen Gebuehren einiger Banken schieben. Ansonsten empfinde ich den Service von dF als angemessen und ich kann mich auch nicht ueber mangelnde Kulanz beklagen: nach einem schweren Unwetter im letzten Sommer fiel hier (Oderbruchregion) alles an Telefon inkl. einiger Mobilzellen fuer bis zu 16 Tage aus, die naechste Telefonmoeglichkeit befand sich in einer Kleinstadt 10 km entfernt (die einzige oeffentliche Telefonzelle, die wenigstens manchmal funktionierte) und bei einem rein online genutzten Konto ist es ohne Internetzugang recht schwierig, alle Zahlungsverpflichtungen und -vorgaenge im Auge zu behalten. Durch einen Anruf bei dF konnte das Problem aber zu meiner vollsten Zufriedenheit geklaert werden. Und ich bin mitnichten ein grosser Kunde!

Stephan 23. März `10 14:08 Uhr

@Johnny: ich schätze mal, dass die reinen Bankgebühren nur einen kleinen Anteil an den anfallenden Bearbeitungsgebühren ausmachen werden. Ein Großteil entfällt sicherlich auf manuelle Vorgänge, die so in einem sonst automatisierten System nicht erforderlich wären.

Danyel André 23. März `10 15:58 Uhr

Mich hat diese Verfahrensweise schon einmal maßlos geärgert. Ich war frisch aus Deutschland ausgewandert und hatte alle meine offenen Rechnungen bezahlt. Nun wurde aber die Mwst. von 16% auf 19% angehoben, weswegen df) nachträglich einen Bertrag von EUR 0,68 in Rechnung stellte. Ist ja auch OK. Rechnung und Mahnungen liefen aber auf ein Konto, welches ich nicht so regelmäßig abrief – wozu auch? Es war ja vermeintlich alles bezahlt…

Jedenfalls wurden mir EUR 15,00 zusätzlich “aufgebrummt” und mit rechtlichen Schritten gedroht. Jetzt, nach so langer Zeit, ärgere ich mich immer noch darüber. Ein bisschen Kulanz hätte hier schon gezeigt werden können.

Aber ich werde trotzdem Kunde bei df) bleiben, da Preis, Leistung und Service immer noch ungeschlagen sind.

Elias 23. März `10 17:12 Uhr

@Danyel André
ich kann ja verstehen, dass Dich die 15 Euro und die Androhung rechtlicher Schritte wegen der fehlenden 0,68 Euro ärgern – zumal das ja in Deinem Fall wirklich unglückliche Umstände waren. Aber was soll dF denn machen? df hat weder die Erhöhung der MwSt. noch die geplatze Lastschrift zu verantworten. Und dass durch einen solchen Fall relativ schnell hohe Bankgebühren und manueller Aufwand entsteht, dürfte auch klar sein.
Ich weiß also nicht, wie “ein bisschen Kulanz” hier aussehen sollte.

lou 23. März `10 21:30 Uhr

Das Problem sind nicht die paar Euro, sondern die kurze Zeit nach welcher gesperrt wird. Ich betreue als Abentur viele Webseiten (viele von Behörden) die bei ihnen gehostet sind. Leider dauern gerade bei Behörden die Überweisungen oft länger und zwangläufig sind “peinliche” Sperrungen die Folge. Trotz vieler Beschwerden ist der “besondere Status ” von dem Sie schreiben noch nie erfolgt. Ich kämpfe wöchentlich mit Mahnungen und meine Kunden sind zurecht oft säuerlich. Daher kann ich Behörden seit einiger Zeit bei Ihnen nicht mehr hosten weils nur Ärger gibt mit vorschnellen Abschaltungen.

Leider

Als andere bleibt bei Ihnen weil Sie bei allen anderen Sachen die besten sind.

Odde23 23. März `10 21:57 Uhr

Ich hab auch Behörden als Kunden und kann die Thematik, mit der relative langen Laufzeit zwischen Rechnungsstellung und Zahlung ebenfalls bestätigen. Da ich das ganze aber über meinen Reseller Account abwickle, stelle ich die Rechnung an die Behörde und finaziere die Lücke quasi zwischen. Diesen Service habe ich in die Preise für die Behöreden (Individualtarif) entsprechend eingepreist.

Oliver Kler 24. März `10 05:40 Uhr

Ich halte dies für ein legitimes Vorgehen!
Wer nicht bezahlt sollte auch keine Leistungen in Anspruch nehmen dürfen. Leider ist diese (deutsche) Einstellung weit verbreitet, und jeder Selbstständige weiß was ein Ausbleiben der Zahlungen bedeuten kann!