Mal eben geändert

von Sara veröffentlicht am 12. Mai 2010, 13:28 Uhr

Die örtliche Niederlassung einer Wirtschaftsauskunftei hat einen Reselleraccount bei uns. Darin befinden sich auch Domains Dritter. Nun hat unser Kunde für eine Domain einfach den Inhaber geändert – und obendrein aus unerfindlichen Gründen als Tech-C/Zone-C einen Wettbewerber von uns eingetragen. Vielleicht sollte ja der bisherige Inhaber in die Irre geführt werden. Aber wie auch immer:

Der Domaininhaber hat sich daraufhin bei der Vergabestelle beschwert; die Änderung sei ohne seine Zustimmung erfolgt und unser Kunde habe versucht, ihm seine – bisher eigene – Domain zu verkaufen. Wenn das zutrifft (was nicht wirklich verwunderlich wäre, nach dem was wir schon alles so erlebt haben), wäre das eine ganz schöne Sauerei.

Aber gut: Wir haben intensiv versucht, unseren Kunden zu erreichen um eine Stellungnahme und vor allem den Nachweis für die Zustimmung zur Änderung des Inhabers zu erhalten. Leider sind wir erfolglos geblieben und auch telefonisch meldet sich immer nur ein Callcenter, welches den (nie eingehaltenen) Rückruf verspricht.

Da unser Kunde gegenüber uns und wir gegenüber der Registry zum Nachweis solcher Vorgänge verpflichtet sind, wird die Änderung nun direkt durch die Vergabestelle rückgängig gemacht. Den Vertrag mit unserem Kunden haben wir (wenn auch fristgerecht) gekündigt. Das ist noch relativ milde, wie ein Auszug aus unseren Domainregistrierungsbedingungen beweist:

6. „Domain-Reseller“

6.1 Soweit eine Domain durch einen Kunden für einen Dritten, insbesondere einen Kunden des Kunden („Zweitkunde“) registriert ist, darf der Kunde Änderungen der Daten (“Whois-Daten”) dieser Domain – insbesondere auch die Übertragung der Domain – nur vornehmen, wenn dem Reseller ein schriftlicher Auftrag des Domaininhabers und/oder des administrativen Ansprechpartners der betreffenden Domain vorliegt. Dies gilt sowohl für einen Änderungsauftrag des Kunden den dieser im eigenen Namen vornimmt, als auch für einen Auftrag, den er dem Anbieter in Vertretung des Zweitkunden erteilt. Auf Anforderung des Anbieters hat der Reseller dem Anbieter zum Nachweis der Berechtigung unverzüglich den schriftlichen Auftrag vorzulegen.

6.2 Der Kunde verpflichtet sich im Falle eines Verstoßes gegen Ziffer 6.1 zur Zahlung einer Vertragsstrafe (Ziffer 13 der AGB des Anbieters) [Anm.: in Höhe von bis zu 5.100 €].

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Kommentare & Trackbacks

Christoph 12. Mai `10 14:15 Uhr

Mit Domainresellern hat man immer wieder mal Ärger. Das gehört einfach dazu. =)

andreaz 12. Mai `10 14:27 Uhr

@Christoph: Naja, komisch find ichs schon. Ich meine wer bei DF ist, dreht nicht jeden Euro doppelt um, sondern möchte einen serviceorientierten, kompetenten und unbürokratischen Partner fürs Hosting. Wer dieses Verhalten von seinen Lieferanten einfordert, müsste dies doch eigentlich an seine Kunden zumindest weitergeben? Schließlich sind wir Reseller, um einen Mehrwert zu generieren.

Odde23 12. Mai `10 15:36 Uhr

Ich finde es schade, dass sich manche Resellern nicht bewust sind, welche Verantwortung sie tragen. Das ändern von Domaininhaber-Daten ist ohne die Zustimmung des Inhaber ein absolutes nogo und sollte doch eigentlich jedem einleuchten.

Alexander 12. Mai `10 16:34 Uhr

ganz so s/w ist das Ganze denn doch nicht. Eine Situation, die ich schon ab und zu hatte: ein Kunde kündigt eine Domain, die er schon seit vielen Jahren besitzt. Der Domainname ist gut eingeführt, kurz, einprägsam – eben begehrt. Da der Kunde die Domain nicht mehr will, nehme ich sie. Sicher ist aber, dass eine Minute nach der Kündigung der Name von einem Domaingrabber registriert wird. Ergo ändere ich die Inhaber- und Admin-C-Daten, ohne die Domain vorher frei zu geben.

3 Monate nach der Kündigung will der ehemalige Kunde die Domain “zurück” haben. Ich will sie ihm aber nicht geben. Er wird bei d)f vorstellig und ich zahle 5.100 EUR weil ich die Änderungen der WHOIS-Daten vorgenommen habe, obwohl mir als Reseller “…ein schriftlicher Auftrag des Domaininhabers und/oder des administrativen Ansprechpartners der betreffenden Domain…” nicht vorliegt.

Odde23 12. Mai `10 16:44 Uhr

In so einem Fall lasse ich mir die Abtretung der Domain immer schriftlich vom Domaininhaber geben. Dann ist alles im Butter. Eine Domain einfach umtragen geht nicht, außer sie gehört Dir selbst.