Zugesagt. Abgesagt.

Immer wieder kommt es vor, dass Bewerberinnen und Bewerber kurzfristig nach bereits erfolgter Zusage abspringen und die Stelle doch nicht antreten möchten. Die Gründe hierfür sind vielseitig und manchmal mehr, manchmal weniger gut zu verstehen. Besonders ärgerlich ist es, wenn man sich auf die erwartete Zusammenarbeit verlassen und anderen Interessenten bereits abgesagt hat.

Dies gilt vor allem, wenn das für den Rückzieher verantwortliche Thema im Rahmen des Bewerbungsgespräches angesprochen und – an sich – geklärt worden ist. Zum Beispiel, in dem der Bewerber versichert hat, dass der von ihm selbst angebotene Umzug wirklich kein Problem oder der Einsatz in der beworbenen Abteilung tatsächlich in Ordnung ist, auch wenn das langfristige persönliche Ziel in eine andere Richtung geht.

Eine mögliche Konsequenz aus diesen Erfahrungen wäre es, Bewerberinnen und Bewerber mit häufiger zu einem Rückzieher führenden Hintergrund (Umzug aus einer anderen Region erforderlich, bereits im Gespräch wird erwähnt, dass die zu besetzende Stelle zwar interessant aber nur ein Zwischenschritt sein soll) eher nicht mehr zu berücksichtigen. Damit würden wir jedoch all denen Interessenten Unrecht tun, die sich wirklich und ernsthaft für die Zusammenarbeit interessieren und sich vorher überlegt haben, was sie möchten – oder eben auch nicht.

Unser Wunsch an zukünftige potentielle Kolleginnen und Kollegen: Bitte überlegt euch vorher, ob ihr von eurer Heimat wirklich in den Großraum München ziehen möchtet. Es ist in Ordnung, wenn der damit verbundene Schritt zu groß ist weil man Familie, Freunde und geliebtes Umfeld „zurücklassen“ müsste. Sich zuerst zu bewerben und den Umzug als kein Problem darzustellen, um dann kurze Zeit später doch einen Rückzieher zu machen, hinterlässt jedoch keinen guten Eindruck und macht uns jede Menge zusätzliche Arbeit. Das gleiche gilt für Fälle, in denen die beworbene Stelle nur ein Zwischenschritt sein soll. Denn gerne unterstützen wir natürlich im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten eine langfristige Weiterentwicklung und bieten individuelle Perspektiven. Zu erwarten, dass dann von Anfang an die Tätigkeit im Arbeitsvertrag auf wenige Monate begrenzt ist und bereits vor Arbeitsantritt ein nicht näher definierter anderer Arbeitsplatz fest zugesagt wird, ist jedoch realitätsfern. Denn wir haben nun einmal jetzt eine bestimmte Stelle zu besetzen und es macht überhaupt keinen Sinn, dies in wenigen Monaten erneut tun zu müssen und dafür bereits heute etwas zu versprechen, was wir weder absehen noch einschätzen können.

Natürlich muss man das nicht tun. Man kann auch dem möglichen Arbeitgeber erst mal freundlich alles mögliche erzählen um eine Zusage zu erhalten. Und im Hintergrund heimlich weiter nach anderen Stellen suchen, um ggf. kurz vor Arbeitsantritt noch abspringen zu können. Ob es für das Karma gut ist, steht auf einem anderen Blatt geschrieben ;-). In Ordnung ist es jedenfalls nicht.

End of article

Sara Marburg

Über den Autor

Sara Marburg

Geschäftsführung (bis 11/13)

3 Kommentare

Bitte füllen Sie das Captcha aus : *

Reload Image

Die von Ihnen hier erhobenen Daten werden von der domainfactory GmbH zur Veröffentlichung Ihres Beitrags in diesem Blog verarbeitet. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte folgendem Link: www.df.eu/datenschutz


  • M. Weller
    M. Weller - 23. April 2012 um 14:10 Uhr

    … schade, dass es immer wieder Bewerber gibt, die durch ihr „seltsames“ Verhalten Arbeitsplätze blockieren, und den Aufwand für die Unternehmen in die Höhe treiben oder die Zusage als „Notnagel“ hernehmen, bis sie das richtige gefunden haben… wirklich schade für alle Beteiligten (die Firma selbst und die vielen die sich erfolglos beworben haben und nicht minder qulaifiziert und motiviert sind).

    Und ich rede nicht von denjenigen, die eine Zusage erhalten haben, weil sie den Arbeitsplatz auch wirklich ernsthaft wollen und denen was dazwischen gekommen ist (schwere Erkrankung in der Familie, Versterben von Angehörigen, etc.)

    Ich denke, man sollte beim Bewerbungsgespräch nur Aussagen treffen, die auch der Wahrheit entsprechend und auch wirklich ernsthaft interessiert an dem Job sein.

    Soviel Fairness sollte schon drin sein …

  • Rainer.D
    Rainer.D - 24. April 2012 um 12:56 Uhr

    … wobei es ja auch die Fälle gibt in denen die (arbeitslosen) Arbeitnehmer von der Arbeitsagentur unter Druck gesetzt werden und mit Kürzung der Leistungen gedroht wird. Dann geht es um die pure Existenz und es werden Bewerbungen ins ganze Bundesgebiet versendet obwohl ein Wohnortswechsel überhaupt nicht gewollt ist. Wenn sich bei einer solchen Konstellation dann tatsächlich eine neue Arbeitsstelle in der Nähe ergibt ist es logisch das diese dann in Anspruch genommen wird.

  • Michael
    Michael - 26. April 2012 um 07:19 Uhr

    Unsere Personalabteilung hat vor kurzem auch ganz komische Geschichten erzählt, wie Bewerber kurz vor dem Arbeitsantritt einen Rückzieher machten. Einmal hat sich sogar die Freundin des Bewerbers gemeldet um seinen Rückzieher zu verkünden.

    2 andere waren 1,5 Wochen hier, dann 3 Monate krank, dann hieß es einer kommt wieder aber gesehen wurde keiner von denen jemals wieder.

    Dann lieber beim Vorstellungsgespräch direkt sagen, dass der angebotene Lohn zu wenig ist.