Etwas mehr als ein Jahr nach dem Go-live der Webpräsenz kam dann das böse Erwachen. Ohne dass sie es bemerkt hatte, war die Site gehackt worden und auf die Google-Blacklist geraten. Beim Aufruf sahen Nutzer plötzlich eine Meldung, die vor der Website warnte. Kurze Zeit später riefen die ersten verstörten Kunden an und schließlich erhielt Frau Muster eine E-Mail von Google, dass ein Sicherheitsproblem im Zusammenhang mit ihrer Website erkannt wurde.
Zwar ist das Beispiel des Installationsbetriebs nur fiktiv, aber Fälle wie dieser ereignen sich tatsächlich vielfach. Dieser Artikel zeigt, warum Website-Sicherheit eine Notwendigkeit und kein Nice to have ist und was Sie tun können, um Ihre Website sicherer gegen Angriffe zu machen.
Warum ist Website-Sicherheit eine Notwendigkeit?
Das Beispiel ist tatsächlich kein Einzelfall. Seit Jahren steigt die Zahl der Cyberangriffe auf Unternehmen. Laut Bitkom waren 2025 in Deutschland fast neun von zehn Unternehmen von Cyberangriffen oder Sabotage betroffen. Ziel solcher Angriffe ist häufig die Unternehmens-IT, aber gerne auch Webseiten: Der Website-Sicherheitsspezialist Sucuri fand 2024 im Rahmen seines Sucuri-SiteChecks weltweit fast 1.2 Millionen Websites, die erfolgreich von Hackern angegriffen worden waren.
Übrigens: Sucuri SiteCheck ist auch im Security-Paket Sucuri Website Security von DomainFactory enthalten, das Sie vor Cyberangriffen und Malware schützt.
Die Vielzahl der Angriffe ist auch darauf zurückzuführen, dass Cyberattacken heute überwiegend automatisch ablaufen. Dabei werden nicht mehr nur einfache Skripte verwendet, sondern zunehmend auch komplexe Algorithmen und immer häufiger auch KI-basierte Anwendungen. Diese automatisierten Angriffe unterscheiden nicht nach Unternehmensgröße oder Schädigungspotenzial (bzw. dem möglichen Nutzen für die Angreifer).
Angegriffen werden also nicht nur die Webpräsenzen von Konzernen, sondern auch die mittlerer und kleiner Unternehmen. Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass kleinere Unternehmen für Hacker uninteressant seien und die Website Security vernachlässigt werden kann. Tatsächlich sind solche Unternehmen jedoch besonders gefährdet, da ihnen oftmals Ressourcen und Fachwissen zur effektiven Absicherung ihrer Webseiten fehlen – und dies erhöht ihre Anfälligkeit gegenüber Cyberangriffen.
Welche Gefahren drohen Ihrer Website?
Unsichere Seiten bieten eine Angriffsfläche für verschiedene Bedrohungen, die nicht nur die Betreiber, sondern auch die Besucher betreffen können. Cyberkriminelle verfolgen dabei unterschiedliche Ziele: Manche wollen Geld erpressen, bösartige Software verbreiten oder einem Unternehmen gezielt schaden. Oft liegt ihr Interesse aber auch darin, vertrauliche Daten von Firmen und Kunden zu stehlen. Die Gefahren, die dabei Ihrer Website drohen, sind vielfältig.
Website-Manipulationen: Angreifer versuchen sich etwa durch Phishing oder das Ausnutzen von Schwachstellen (s.u. SQL-Injection) Zugang zur Website und möglichst weitreichende Rechte zu verschaffen. Gelingt das, können sie die Website nahezu beliebig verändern. So können Angreifer eine Seite entstellen („Defacement“), funktionsunfähig machen oder manipulierte Inhalte wie Pop-ups, Texte und Bilder einfügen. Die Motive reichen von digitalem Vandalismus und ideologischen Botschaften über die Schädigung des Betreibers bis hin zu Erpressung, wobei unter Umständen Daten verschlüsselt und ein Lösegeld für deren Freigabe verlangt wird. Darüber hinaus können manipulierte Webseiten zur Verbreitung irreführender Informationen genutzt werden.
SQL-Injection: Bei einer SQL-Injection werden Schwachstellen in der Datenbankabfrage ausgenutzt, etwa wenn Benutzereingaben direkt und ungeprüft in SQL-Abfragen übernommen werden. Typischerweise betrifft dies Formular- oder Loginfelder. Durch das Einschleusen schädlicher SQL-Befehle kann ein Hacker dann unberechtigt auf Daten zugreifen, sie verändern oder löschen und sich unter Umständen sogar Administratorrechte verschaffen.
Cross-Site Scripting (XSS): XSS-Angriffe richten sich gegen die Browser der Webseitenbesucher. Hierbei schleusen Angreifer schädliche Skripte in die Website ein, die dann im Browser der Besucher ausgeführt werden. So können sie Sitzungen übernehmen, Passwörtern oder Cookies auslesen oder Nutzer auf bösartige Websites umleiten – etwa täuschend echt wirkende Seiten, die darauf zielen, persönliche Informationen wie Zugangsdaten oder Kreditkarteninformationen zu erlangen.
Einschleusen von Malware: Unsichere Websites können als Plattform für die Verbreitung von Schadsoftware dienen, die automatisch auf den Endgeräten der Besucher installiert wird. In manchen Fällen genügt dazu bereits der bloße Besuch einer kompromittierten Webseite (sog. Drive-by-Infection). Dazu fügen Angreifer schädlichen Code in die Website ein, der Geräte der Besucher infiziert und es ihnen ermöglicht, sensible Daten zu stehlen, die Systemen zu schädigen oder als Ressourcen für Botnetze oder für das Schürfen von Kryptowährung (Cryptojacking) zu missbrauchen.
Bei Hackern beliebt: Content-Management-Systeme (CMS)
Content-Management-Systeme sind beliebt, weil mit ihnen Websites schnell, flexibel und ohne Programmierkenntnisse errichtet und gepflegt werden können. Platzhirsch unter den CMS ist WordPress. Mehr als jede dritte Website (Stand April 2026: 42,5 %) basiert auf diesem System. Weit abgeschlagen folgen die E-Commerce Plattform Shopify und das Baukastensystem Wix auf Platz 2 und 3.
CMS-basierte Websites sind im Vergleich zu individuell programmierten (Nicht-CMS-)Websites deutlich stärker von Sicherheitslücken und Infektionen betroffen. Die Wahrscheinlichkeit von Infektionen bei WordPress-Websites lag 2024 mehr als drei (3,27) mal so hoch wie bei Websites ohne Content-Management-System. 2025 gaben 96 Prozent der vom Wordpress-Security-Spezialisten Melapress befragten Wordpress-Profis an, bereits mindestens einen Angriffsversuch erlebt zu haben, 64 Prozent mindestens eine erfolgreiche Attacke.
Ein besonderes Risiko von CMS-Systemen liegt darin, dass sie in der Regel auf SQL-Datenbanken basieren und damit besonders anfällig für SQL-Injektionen sind. Auch veraltete PHP-Versionen stellen ein Risiko dar, weil dafür oft keine Sicherheitsupdates mehr verfügbar sind. Damit erschöpfen sich die Möglichkeiten für Angreifer aber keineswegs: Veraltete oder unsichere Themes, Plugins und Erweiterungen sind häufige Angriffsfläche für erfolgreiche Web-Hacks – die eigentlichen CMS-Kernsysteme sind dagegen recht sicher. Viele Angreifer suchen gezielt nach bekannten Lücken in Plugins oder Themes – im Jahr 2024 ergab der Sucuri-SiteCheck mehr als 820.000 von Malware befallene Websites, knapp 150.000 davon durch Balada Injector, einer Malware, die gezielt Schwachstellen in verbreiteten WordPress-Plugins ausnutzt.
Eine entscheidende Maßnahme zur Verbesserung der Website-Sicherheit ist es daher, das CMS sowie Themes und Plugins immer auf dem aktuellen Stand zu halten, nicht mehr unterstützte Versionen zu ersetzen und nicht genutzte Erweiterungen zu entfernen.
Aber auch Websites, die nicht auf CMS basieren, sind nicht automatisch sicher. Zwar sind sie nicht so stark von automatisierten Massenangriffen betroffen, können aber durch Schwachstellen in der Programmierung, z. B. durch fehlerhafte Eingabeprüfung oder unsichere Verarbeitung von Formularen, gravierende Sicherheitslücken aufweisen. Und auch ohne CMS bleiben Server, Frameworks, Bibliotheken und zugrunde liegende Laufzeitumgebung angreifbar, wenn sie nicht aktuell gehalten werden. Viele Websites nutzen zudem JavaScript. Im Frontend wird JavaScript direkt in den Browsern der Nutzer ausgeführt und kann von Angreifern inspiziert und beispielsweise über Sicherheitslücken manipuliert werden. Der Browser zeigt dann beispielsweise falsche Warnungen an, um Nutzer zu Malware-Downloads zu bewegen, oder leitet sie auf andere Seiten um.
Vier gute Gründe, Ihre Website gegen mögliche Angriffe abzusichern
Unsichere Websites können nicht nur Schadsoftware und unerwünschte Werbung verbreiten oder sensible Kundendaten preisgeben. Sie können darüber hinaus auch den Ruf Ihres Unternehmens nachhaltig schädigen und sogar rechtliche Probleme verursachen.
Es gibt also gute Gründe, die Sicherheit Ihrer Website im Blick zu behalten:
- Verhinderung von Website-Ausfällen: Angriffe oder Schadsoftware können eine Website direkt beeinträchtigen oder, wie in unserem fiktiven Beispiel, über Blacklisting vorübergehend unzugänglich machen.
- Datenschutz: Persönliche Daten von Besuchern und Kunden – darunter Namen, E-Mail-Adressen oder Zahlungsinformationen – sind bei Angriffen besonders gefährdet. Laut DSGVO setzt die Verarbeitung personenbezogener Daten voraus, dass diese angemessen gesichert werden. Ein Verstoß kann empfindliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
- Schutz des Markenimages und Erhalt des Nutzervertrauens: Eine geschützte Website vermittelt Professionalität, fördert das Vertrauen der Anwender und steigert die Bereitschaft zur Interaktion oder Kauf. Auch für das Suchmaschinenranking ist die Vertrauenswürdigkeit ein relevanter Faktor.
- Prävention finanzieller Verluste: Sicherheitsvorfälle verursachen häufig direkte Kosten, Umsatzverluste und einen erheblichen Aufwand für die Wiederherstellung.
Website-Security ist eine Notwendigkeit für den Schutz vor Online-Bedrohungen und Schwachstellen. Eine gut gesicherte Website ist nicht nur schwerer zu hacken, sondern auch stabiler und vertrauenswürdiger. Das wiederum kann auch einen Einfluss auf das Suchmaschinen-Ranking haben. Aber was können Sie für die Sicherheit Ihrer Website tun?
Was können Sie tun, um Ihre Website zu schützen?
- Halten Sie Ihr CMS aktuell. Veraltete Software ist eine der häufigsten Einfallstore. Das gilt nicht nur für den CMS-Core, sondern vor allem auch für die Plugins – denn häufig sind veraltete Erweiterungen die Achillesfersen einer Website.
- Nutzen Sie HTTPS mit gültigem SSL/TLS-Zertifikat, damit Daten verschlüsselt übertragen werden.
- Installieren Sie nur Plugins und Themes aus vertrauenswürdigen Quellen. Entfernen Sie unnötige Erweiterungen – denn jede zusätzliche Funktion vergrößert die Angriffsfläche Ihrer Website.
- Aktivieren Sie starke Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung für Admin-, Hosting- und Datenbankzugänge. Vergeben Sie nur die unbedingt nötigen Rechte (Least-Privilege-Prinzip), damit kompromittierte Konten oder Prozesse nicht zu viel Schaden anrichten.
- Geben Sie so wenig Informationen über Ihre Website wie möglich preis, indem Sie z. B. Software-Hinweise aus Dateien entfernen oder Readme- und Changelog-Dateien löschen.
- Setzen Sie eine Web Application Firewall ein, um die Gefahr zu minimieren, dass bösartiger Code auf Ihre Website gelangt.
- Erstellen Sie regelmäßige Backups von Website-Dateien und Datenbanken und testen Sie eine Wiederherstellung.
Der beste Schutz: regelmäßiges Monitoring
Angesichts der zunehmenden Anzahl von Angriffen, steigender Automatisierung und verstärkter Nutzung künstlicher Intelligenz durch Angreifer ist Website-Sicherheit nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine regelmäßige Aufgabe. Dennoch gerät diese im Tagesgeschäft häufig in den Hintergrund.
Hier hilft ein wirksamer, automatischer Schutz, wie ihn Sucuri Website Security von DomainFactory bietet. Das Basis-Paket prüft Ihre Website regelmäßig auf typische Malware-Muster und Auffälligkeiten. Über entdeckte Malware werden Sie umgehend informiert. Ebenso umgehend wird die Malware entfernt, sobald Sie dies beauftragt haben.
Optional lässt sich Sucuri Website Security mit Blacklisting-Überwachung und -Beseitigung, Application Firewall (WAF), Content Delivery Network (CDN) oder Backup und Restore zu einem Rundum-Schutz für Ihre Website ausbauen.
