E-Commerce: Besser eine eigene Webseite oder ein Online-Marktplatz?

Wenn Sie ein neues Online-Business planen, gibt es viel zu bedenken. Sie machen sich sicherlich viele Gedanken über Ihre Produkte, suchen die besten Lieferanten oder fertigen Ihre Produkte selbst. Aber wie sollten Sie diese dann am besten verkaufen? Über eine eigene Webseite oder lieber über einen Online-Marktplatz wie eBay, DaWanda oder Etsy? In diesem Artikel sehen wir uns die Vor-und Nachteile beider Optionen an, damit Sie für Ihr Unternehmen den besten Weg finden.

Kosten

Eine der größten Punkte bei der Gründung eines Unternehmens ist das Budget. Wie viel Geld müssen Sie für den laufenden Geschäftsbetrieb planen? Verkaufsportale bieten da den ersten großen Vorteil: Einen Verkäufer-Account zu erstellen kostet meistens nicht viel, oder gar nichts.
Wenn Sie selbst eine Webseite für Ihren Online-Shop erstellen, kostet das Geld. Sie brauchen einen Domainnamen, zahlen eine monatliche Gebühr für das Hosting und möglicherweise auch für die Shop-Software. Dazu kommt noch ein Webdesigner, wenn Sie die Seite nicht selbst gestalten.

Aber Verkaufsportale sind nicht komplett kostenfrei, natürlich möchten die Betreiber auch etwas verdienen. Wenn Sie Ihre Produkte auf einem Online-Marktplatz verkaufen, werden Sie wahrscheinlich eine prozentuale Gebühr des Verkaufspreises pro verkauften Artikel bezahlen. Auf lange Sicht gesehen kann Sie das mehr kosten als eine eigene Seite.

Also, welche Option ist bezüglich der Kosten besser? Nun: Das ist schwer zu sagen. Möchten Sie nur einmal testen, ob Ihre Produkte sich überhaupt verkaufen? Dann ist es in den meisten Fällen sinnvoller, erst einmal ein Verkaufsportal zu nutzen. Wenn Sie aber Zeit und Budget haben, ist die Erstellung einer eigenen Webseite eine gute Investition für die Zukunft Ihres Unternehmens.

Für welche Option Sie sich auch entscheiden: Erstellen Sie einen Businessplan, der die Kosten für Ihre Online-Präsenz enthält, um finanzielle Überraschungen zu vermeiden.

Gefunden werden

Das ist ein weiterer Punkt, bei dem E-Commerce-Portale einen schnellen Vorteil bieten, der langfristig gesehen aber auch wieder verblasst.

Eine der größten Herausforderungen bei der Gründung eines Unternehmens ist die Kundengewinnung. Bei E-Commerce-Portalen fällt das weg: Ihre Produkte werden dem bestehenden Kundenstamm angeboten.

Wenn Sie Ihre eigene Website erstellen, müssen Sie Zeit und eventuell auch Geld investieren, um Ihre Produkte über Social Media und Pay-per-Click-Werbekampagnen bekannt zu machen und Ihre Seite für Suchmaschinen zu optimieren.

Allerdings ist auch dieser Punkt eine Überlegung zwischen kurzfristigen und langfristigen Zielen. Obwohl Ihre Produkte in einem Online-Portal direkt angezeigt werden, sollten Sie dennoch auch selbst Werbung machen. Und dann ist es letztendlich die Drittanbieter-Seite, die langfristig von Ihrer Promotion profitiert. Auch Empfehlungen in Blogs und Erwähnungen in Social Media werden auf Ihre Produktseite in dem Portal verlinken. Sie können so also Ihre Produkte schnell verkaufen, langfristig profitieren jedoch nicht Sie, sondern der Anbieter der Webseite von Ihrer Werbung.

Andersherum: Wenn Sie auf Ihrer eigenen Website verkaufen, werden die Links und Social Media-Erwähnungen darauf verlinken. Dann haben Sie die langfristigen Vorteile davon.

Bestandsgarantie

Wenn Sie ein Online-Business gründen, müssen Sie sich darauf verlassen können, dass es dauerhaft online ist. Wenn es auch unwahrscheinlich ist, besteht dennoch die Gefahr, dass ein Online-Marktplatz seinen Dienst aufgibt und die Systeme herunterfährt. Mit einem eigenen Shop sind Sie auf der sicheren Seite, da Sie die volle Kontrolle über Ihre Präsenz haben.

Zusammengefasst

Obwohl Sie nun die verschiedenen Vor-und Nachteile kennen, haben Sie vielleicht trotzdem noch nicht entschieden, ob Sie lieber selbst einen Shop aufbauen, oder ein E-Commerce-Portal nutzen sollten. Es ist aber auch keine „entweder… oder…“-Entscheidung, Sie können beides nutzen. Schauen wir uns einfach einmal ein paar kleine Geschäftsszenarien als Beispiel an, ob eine Drittanbieter-E-Commerce-Website oder eine eigenständige Shopseite besser funktionieren würde.

  • Kleines Hobby-Geschäft, kein Wunsch zu wachsen
    Wenn Sie Ihre eigenen Produkte im kleinen Rahmen verkaufen und ein bisschen Geld dazuverdienen möchten, wäre ein Portal für den Verkauf ausreichend.
  • Kleines Hobby-Geschäft, mit Wachstumsplänen
    Wenn Sie klein anfangen, aber wachsen möchten, starten Sie am besten in einem Portal, um Ihre ersten Produkte zu verkaufen. Allerdings sollten Sie parallel dazu schon Ihre eigene Webseite planen und aufbauen. Dazu reicht für den Anfang im Regelfall eine kleine Seite, die Sie nach und nach um alle benötigten E-Commerce-Funktionen erweitern. Wenn Sie Ihre eigene Webseite bereits früh nach der Gründung aufbauen, können Sie schon bald Kundendaten sammeln, um später z.B. E-Mail-Marketing-Kampagnen durchzuführen. Eine eigene Webseite wirkt auch dann seriöser, wenn Sie dort noch keine eigenen Produkte, sondern erst einmal nur Informationen anbieten – und kann somit indirekt Ihren Umsatz steigern.
  • Schließung einer Marktlücke
    Wenn Sie ein völlig neues Produkt anbieten, das Sie selbst entwickelt haben, sollten Sie unbedingt von Anfang an Ihre eigene Webseite nutzen. Alle Ihre Online-PR und Suchmaschinenoptimierung sollte sich auf diese Webseite konzentrieren und erklären, wie das Produkt verwendet werden kann und welche Vorteile es bietet. Wenn Sie keine eigene Webseite nutzen, haben Sie nicht genug Platz, um das Produkt ausreichend vorzustellen und Käufer davon zu überzeugen.

Je nach Szenario kann also entweder eine eigene Seite, die Nutzung eines E-Commerce-Portals, oder sogar beides die beste Lösung sein. Überlegen Sie genau, was Sie kurz- und langfristig erreichen möchten, wie Sie Ihre Produkte am besten in Szene setzen und ziehen Sie alle drei Möglichkeiten in Betracht. Die Entscheidung für die richtige Plattform ist nicht einfach, es gibt aber auch kein absolutes „Richtig“ oder „Falsch“.

Anna Philipp

Über den Autor

Anna Philipp

Anna arbeitet seit 2006 bei DomainFactory. Als Social Media und Content Manager vertritt sie DF in den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Googleplus und natürlich im DF-Blog). In ihrer Freizeit findet man Anna – sofern sie mal nicht online ist – höchstwahrscheinlich zwischen Rührschüsseln und Schneebesen am Backofen.

0 Kommentare