Lastschrift – vom Kunden bei uns

Mal wieder hat eine Kundin unberechtigt Geld von unserem Girokonto abgebucht, nachdem sie eine Überzahlung an uns geleistet hat. Die feine Art ist das nicht und auf solche unberechtigten Zugriffsversuche reagiert unsere Buchhaltung aus gutem Grund sensibel – aber dennoch situationsbezogen freundlich:

Sehr geehrte Frau Z.,

wie wir zu unserer Verwunderung festgestellt haben, wurde durch Sie von unserem Girokonto ein Betrag in Höhe von (…) € per Lastschrift eingezogen. Da wir Ihnen zu keinem Zeitpunkt eine Lastschriftermächtigung erteilt haben, bitten wir um Stellungnahme, weshalb Sie diese Lastschrift von unserem Konto unter eindeutigem Verstoß gegen die üblichen Regelungen, d.h. ohne das Vorliegen einer Ermächtigung, vorgenommen haben.

Auch wenn Sie aus Versehen eine Überzahlung von (…) € an uns geleistet (und damit ein Guthaben, welches wir unverzügliche erstatten) haben, berechtigt Sie dies in keiner Weise zur Durchführung einer Lastschrift von unserem Konto. Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, begrenzen die bankenüblichen Vereinbarungen für das Lastschriftverfahren solche Belastung auf Konten, für die Ihnen eine Lastschriftermächtigung vorliegt.  Der Verstoß gegen diese Vereinbarung kann zum Verlust der Lastschriftberechtigung führen; zudem entsteht durch die Vornahme einer unberechtigten Lastschrift ein abmahnfähiger Unterlassungsanspruch.

Bitte unterlassen Sie es daher in Ihrem eigenen Interesse, zukünftig Gelder von Girokonten abzubuchen, ohne dass Ihnen die dafür erforderliche Zustimmung des Kontoinhabers vorliegt. Sie vermeiden damit nicht nur, einen zweifelhaften Eindruck zu hinterlassen, sondern umgehen auch Risiken wie den Verlust Ihrer Lastschriftberechtigung oder eine kostenpflichtige Abmahnung.

Als Frist für Ihre Rückmeldung und Stellungnahme haben wir den 04 Juni 2010 notiert. Bitte haben Sie dafür Verständnis, wenn wir nach fruchtlosem Fristablauf Ihre kontoführende  Stelle über den Vorgang informieren und darüber in Kenntnis setzen müssten, dass Sie eine Lastschrift ohne erteilte Einzugsermächtigung widerrechtlich vorgenommen haben. Die Notwendigkeit dieses Schrittes würden wir sehr bedauern, weshalb wir Ihnen – wie oben bereits dargelegt – die Gelegenheit zur Aufklärung des Sachverhaltes geben.

Mit freundlichen Grüßen

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Sara Marburg

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Sara Marburg

Geschäftsführung (bis 11/13)

8 Kommentare

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  • Dennis Grote
    Dennis Grote - 2. Juni 2010 um 07:56 Uhr

    Sehr kulant von d)F, wobei ich aus Prinzip den Vorfall der ausführenden Bank gemeldet hätte. Wenn jemand ohne Einzugsermächtigung Geld von anderen Konten abbucht (und dabei scheint sich die Person auch nicht von der Größe des Unternehmen beeindrucken zu lassen) unterstelle ich mal das diese Person das auch wo anders macht und solche Personen dürften nach meiner Meinung keine Möglichkeit haben durch die Bank Lastschriften einzuziehen.

  • textkoch
    textkoch - 2. Juni 2010 um 08:17 Uhr

    Alles schön und gut, aber: Das eine Bank Lastschrifteinzüge ohne entsprechende Ermächtigung akzeptiert, ist auch nicht akzeptabel.

  • Sara
    Sara - 2. Juni 2010 um 08:22 Uhr

    @textkoch: In der Regel verlangt die Bank nicht automatisch die Vorlage jeder Einzugsermächtigung, sondern erst im Beschwerdefall. Häufig erfolgt die Erteilung ja auch digital (noch zumindest, bei SEPA wird dies – wie bereits hier im Blog berichtet – ein anderes Thema werden).

  • Tobias
    Tobias - 2. Juni 2010 um 09:05 Uhr

    und kam schon feedback?

  • Sara
    Sara - 2. Juni 2010 um 09:11 Uhr

    @Tobias: Kam. Die Kundin hat um Entschuldigung gebeten und uns mitgeteilt, dass es sich um ein Versehen handelt (wie kann man aus Versehen eine Lastschrift veranlassen?). Der Betrag würde unverzüglich zurück überwiesen werden.

  • naturkost.com
    naturkost.com - 2. Juni 2010 um 09:12 Uhr

    Das ist noch überaus freundlich formuliert angesichts dessen, was sich die Kundin geleistet hat…!

  • Rainer.D
    Rainer.D - 2. Juni 2010 um 22:37 Uhr

    Das kann so aus Versehen passieren: Die Überzahlung steht in der Finanzbuchhaltung als Forderung, es ist quasi ein „offener Posten“. Je nach Software wird dann beim Lastschriftlauf alles an Forderungen eingezogen, sofern eine Kontoverbindung hinterlegt ist. Wobei das dann von der FiBu schlecht gelöst wäre, denn es sollte ja in den Kundenstammdaten explizit ein „Lastschriftverfahren“ Ja/Nein geben. Aber keine Ahnung womit die Kundin da arbeitet …

  • Michael
    Michael - 3. Juni 2010 um 19:37 Uhr

    @Sara:
    Zitat: (wie kann man aus Versehen eine Lastschrift veranlassen?)

    Wie Dennis oben schon vermutet, seit Ihr da wohl nicht die einzigen. Jeden Tag wird gewürfelt welcher Geschäftspartner heute dran ist und es werden Wetten unter den Mitarbeitern abgeschlossen, ob der Erleichterte das merkt oder die 6 Wochen verstreichen lässt.

    So gibt’s (jetzt ganz im Ernst) Betrüger, die per Zufall BLZs und Kontonummern kombinieren und 1 Cent schicken. Kommt die Überweisung NICHT zurück, merken sie dass das Konto existiert und ziehen innerhalb der nächsten Monate nach Lust und Laune Geld per Lastschrift ein. Merkt der Geschädigte es zu spät, haben die Betrüger Beute gemacht.