Entsorgung von Festplatten

Autor: Markus Kalmuk

Nicht mehr benötigte Festplatten, also etwa defekte außerhalb der Garantie oder auch Modelle, die technologisch überholt sind, werden bei uns fachgerecht gelöscht und entsorgt.
Kein Datenträger, der noch interne Daten oder Kundendaten enthält, verlässt unser Haus.

Über viele Jahre haben wir entsprechende Datenträger im Beisein unserer Mitarbeiter von externen Fachfirmen shreddern und die Reste entsorgen lassen.
Leider ist das je nach Entsorgungsunternehmen und Größe des Shredders eine recht zeitintensive Aufgabe. Da wir aus Kostengründen eine gewisse Mindestmenge pro Shredder-Anfahrt benötigen, war das darüber hinaus auch eine recht lagerintensive Angelegenheit.

Bei der Suche nach Alternativen sind wir schließlich zu einem professionellen Degausser (Entmagnetisierer), also zu einem Gerät, welches durch ein sehr starkes Magnetfeld sämtliche auf magnetischen Datenträgern gespeicherte Informationen vernichtet, gelangt.

Degausser

Degausser

Dieser Vorgang wird immer unter den Augen von zwei Mitarbeitern durchgeführt.

Über die so gelöschten Festplatten führen wir einen digitalen Nachweis, zusätzlich werden die Platten noch mit einem auffälligen Aufkleber markiert, der die Kürzel der beteiligten Kollegen und das Datum des Löschvorgangs enthält.
Aus den so bearbeiteten Festplatten ziehen wir regelmäßige Stichproben in denen wir prüfen, ob der Prozess erfolgreich war.

Festplatte mit Aufkleber

Rein hardwareseitig prüft der übrigens ca. 80 kg schwere Degausser unter anderem, ob das Magnetfeld stark genug war, Zeit und Löschzyklen ausreichen und ob sich ein Datenträger im Schacht befand.

Abschließend werden die Festplatten fachgerecht entsorgt.

Entsorgung der Festplatten

Entsorgung der Festplatten

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Anna Philipp

Über den Autor

Anna Philipp

Anna arbeitet seit 2006 bei DomainFactory. Als Social Media und Content Manager vertritt sie DF in den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Googleplus und natürlich im DF-Blog). In ihrer Freizeit findet man Anna - sofern sie mal nicht online ist - höchstwahrscheinlich zwischen Rührschüsseln und Schneebesen am Backofen.

29 Kommentare

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  • Andreas | ad1601com
    Andreas | ad1601com - 28. Oktober 2014 um 13:44 Uhr

    Vielen Dank!
    Ein „Degausser“ war mir bis bis dato so namentlich nicht bekannt.

  • Michael
    Michael - 28. Oktober 2014 um 13:47 Uhr

    Frage 1: Sind die Platten nach dem Löschen hardwaremäßig noch zu gebrauchen also z. B. am Flohmarkt verkaufbar mit einer Datenleere wie bei einer neu gekauften Platte oder technisch kaputt?

    Frage 2: Was kostet das Gerät?

  • Markus Kalmuk
    Markus Kalmuk - 28. Oktober 2014 um 14:03 Uhr

    @Michael:

    1: Die Platten sind nach dem Degaussen nicht mehr betriebsfähig (da unter anderem auch Informationen zur Ansteuerung der Schreib-/Leseköpfe verloren gehen).

    2: Kommt natürlich auf das genaue Modell und den Hersteller an, liegt in unserem Fall im sehr niedrigen 5 stelligen Bereich.

    • Sebastian Evers
      Sebastian Evers - 15. Februar 2018 um 15:22 Uhr

      Ergänzend zu 1.: Die Steuersoftware und entsprechende Korrekturparameter (Fehlertabellen: P-Liste, G-Liste) liegen teils auf den ferromagnetischen Datenträgeroberflächen sowie in den Speicherbausteinen auf der PCB. Aus diesem Grund kann schon ein Headcrash (mit partiellen Oberflächenbeschädigungen) in dem speziellen Dienstbereich zu einem fatalen Fehlerbild führen, bei dem auch mit spezieller Hardware keine Festplattenzugriffe mehr durchführbar sind. Das Degaußen geht in der Hinsicht auf Nummer „Sicher-Sicher“, ebenso wie die physische Zerstörung durchs Schreddern oder welche kreative Aggressionsbewältigungsmaßnahme einem dafür sonst in den Sinn kommen mag. 🙂

  • Sepp
    Sepp - 28. Oktober 2014 um 14:37 Uhr

    Was geschieht, wenn man versehentlich eine USB-Festplatte mit wichtigen Daten auf dem Degauser liegen lässt? Ist die dann auch kaputt?

    • Simon
      Simon - 16. Februar 2019 um 21:16 Uhr

      Vermutlich schon. Werden die wohl nicht überleben…

  • Michael
    Michael - 28. Oktober 2014 um 14:54 Uhr

    @Sepp: Wenn ich das richtig verstehe, werden die NSA-Mitarbeiter angewiesen, andere Sachen in der Umgebung zu entfernen:
    http://www.nsa.gov/ia/_files/government/MDG/EPL_Degausser25June2012.pdf
    Also „strahlt“ das Gerät wohl schon etwas.

  • Markus Kalmuk
    Markus Kalmuk - 28. Oktober 2014 um 15:09 Uhr

    @Sepp:
    Haben wir bisher nicht getestet.
    Der Hersteller untersagt allerdings im Betrieb Menschen mit Herzschrittmachern und ähnlichen Implantaten den Aufenthalt in der Nähe des Gerätes. Auch versehentlich auf dem Gerät abgelegtes Werkzeug bewegt sich deutlich während des Degaussens.

  • Th.h
    Th.h - 28. Oktober 2014 um 17:41 Uhr

    „also etwa defekte außerhalb der Garantie“ – und während der Garantiezeit bekommt der Festplattenhändler/Hersteller meine Daten von DF frei Haus?

  • LeereDose
    LeereDose - 28. Oktober 2014 um 18:46 Uhr

    @Markus: Gibts davon zufälligerweise nen Video? 😉

    Achso, weil ihr neulich die Frage gestellt habt: Gern und bitte mehr von Beiträgen dieser Art…

  • Markus Kalmuk
    Markus Kalmuk - 29. Oktober 2014 um 07:27 Uhr

    @Th.h:
    Auch diese Festplatten werden sicher gelöscht bevor sie zum Hersteller geschickt werden, entsprechend verlassen uns also auch hier keine Kundendaten.

    @LeereDose:
    Ein Video wäre leider nicht sehr spannend: Die eingeschobene Platte fährt nur automatisch aus dem Schacht, der Vorgang dauert ca. 3-5 sek. Viel mehr sieht und hört man nicht 🙁
    Bei YouTube und Co. finden sich Videos von verschiedenen Degaussern.

  • Rainer.D
    Rainer.D - 1. November 2014 um 13:32 Uhr

    Und die Festplatten mit SSD-Cache oder überhaupt die SSD-Platten?

  • Metall
    Metall - 1. November 2014 um 18:47 Uhr

    Das ist eine Coole Idee, Festplatten mittels Magnetfeld zu Löschen oder unleserlich zu machen, ein Bekannter von mir hat verständlich einen Magneten auf seinen Laptop getan danach konnte der den wegschmeißen. Ich habe beruflich sehr viel mit Zutun (weniger Computer Schrott) viele Kunden die Elektroschrott haben möchten sich immer Spezifisch nach Datenvernichtung informieren so ein Gerät wäre die Lösung.

  • Markus Kalmuk
    Markus Kalmuk - 3. November 2014 um 07:34 Uhr

    @Rainer.D:
    SSDs und Festplatten mit SSD Cache werden weiterhin gesammelt und dann geshreddert.

  • Rainer.D
    Rainer.D - 3. November 2014 um 17:35 Uhr

    … das mit den „Stichproben“ ist natürlich so eine Sache. Eine Datenrettungs-Firma oder ein Geheimdienst verwenden andere Methoden als das „normale Auslesen“. Das zu testen dürfte aber zu teuer werden. 😉

  • Metall
    Metall - 6. November 2014 um 06:56 Uhr

    Ich vermute mal das viele Sachen einfach nur Formsache ist Beispiel sind dafür Behörden und Öffentliche Institutionen.

  • Rolf
    Rolf - 27. November 2014 um 15:34 Uhr

    Finde es gut dass DF die Infos veröffentlicht. Diese Geräte setzen Unternehmen wie Tandberg auch ein, ich glaube bieten sie als Dienstleistung auch an. Ich selbst bin auch ein EDV Mensch der das Problem auch hatte. Ich stehe auf mechanische Zerstörung (weils Spaß macht). Bei einem Kunden 60 Tonnen Presse … Der WOW Effekt ist garantiert. Klar bei laufenden HDD geht ne Formatierung mit fremden Dateisystemen vorraus, aber zusammengefegt kann man sie nicht mehr brauchen.
    Im übrigen, das Schreddermaterial ist ei Rohstoff der teuer verkauft werden kann.

  • Folker
    Folker - 27. November 2014 um 17:39 Uhr

    Wozu den Aufwand wenn ich sie mit einem Vorschlaghammer einfach zerdeppern kann? Die Festplatte zerspringt dann in tausend Stücke. Da spare ich mir doch das Porto und die Unsicherheit denn auch hier geht sie durch viele unsichere Hände, allein der Postversand ist ein hohes Risiko. Man kann kaputte Festplatten übrigens auch leicht auseinanderbauen, die Platten selbst geben schicke Spiegel mit denen jedes Kind gerne spielt, ist auch nicht schädlich oder so..

  • Alex
    Alex - 27. November 2014 um 19:24 Uhr

    Hallo,
    vielen dank für die interessante Info. Mich interessiert (wenn das nicht geheimes ist) wieviele Festplatten ihr im einsatz habt, beziehungsweise wie viele ihr im Monat oder so ersetzt. Finde das Bild mit dem Wagen, wo die Festplatten drauf sind als ein nicht IT-ler schon krass 😀

  • plague
    plague - 28. November 2014 um 09:19 Uhr

    Guten Tag, bieten Sie die Festplatten-Löschung auch als Service für Ihre Kunden an? Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

  • Markus Kalmuk
    Markus Kalmuk - 28. November 2014 um 11:41 Uhr

    @Folker: Bei unseren Mengen ist manuelle/händische Datenvernichtung leider zu aufwändig. Die Platter (also die „Scheiben“ innerhalb der Festplatte) bestehen dazu leider auch nicht bei allen Modellen aus Glas sodass die Zerstörung nicht immer ganz so simpel ist.

    @Alex: Von der Anzahl im Einsatz befindlicher Platten liegen wir im 5stelligen Bereich, zu den getauschten können wir leider keine Angaben machen.
    Solche Anhäufungen von Platten sind leider ein gewohntes Bild, auch wenn es dem IT-ler dabei schmerzt 🙁

    @plague: Einen solchen Service können wir leider nicht anbieten, es gibt aber im Markt viele Unternehmen die sich auf diese Aufgaben spezialisiert haben 🙂

  • Dirk Sattler
    Dirk Sattler - 28. November 2014 um 12:13 Uhr

    Top. so wünsche ich mir die Kommunikation mit den Kunden.

  • Peter Christ
    Peter Christ - 2. Dezember 2014 um 09:27 Uhr

    Was kostet „der Spass“?

  • Anna
    Anna - 2. Dezember 2014 um 09:35 Uhr

    Hallo Peter,

    das finden Sie im 3. Kommentar (von Markus):

    „2: Kommt natürlich auf das genaue Modell und den Hersteller an, liegt in unserem Fall im sehr niedrigen 5 stelligen Bereich.“

  • Nicolas
    Nicolas - 11. Februar 2015 um 08:47 Uhr

    kann man sich so ein Geräte ausleihen oder gibt es Stationen wo man diese Löschung vornehmen kann?

    • Anna
      Anna - 11. Februar 2015 um 13:13 Uhr

      Da ist uns leider nichts bekannt.

  • Marco
    Marco - 28. April 2015 um 16:55 Uhr

    Ich denke aus Gesundheitlichen Gründen ist die mechanische Vernichtung von Festplatten zur dauerhaften Löschung am besten geeignet!
    Solltet Ihr mal bedarf haben, steht das Team der Profi-Datenvernichtung Euch gern zur Seite!
    Sie bieten eine mobile Vernichtung an. Also vor Ort im Lkw werden sämtliche Arten von Datenträger sicher geschreddert…Das Granulat kann nach der Vernichtung bis auf eine Partikelgröße von unter 10mm² gebracht werden.

  • Max
    Max - 8. November 2015 um 12:39 Uhr

    Hallo zusammen bin zufällig auf eure Seite gestoßen, ich finde den Service toll, und noch besser finde ich das es eine Kostenfreie Service Nummer gibt, da werde ich mich gleich Montag etwas näher informieren.

  • Sandra
    Sandra - 16. Februar 2019 um 21:24 Uhr

    Quasi der Reisswolf und Aktenvernichter der Moderne. Eigentlich eine simple Technik. Sollte doch auch einfach mit einem großen Magneten funtionieren, oder nicht?