Gameserver-Tipps: Wie Sie einen Minecraft-Server erstellen

Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie Ihren eigenen Minecraft-Server erstellen können, warum Sie Ihren Minecraft-Server am besten mieten sollten und worauf Sie beim Einrichten achten sollten.

Wussten Sie, dass Minecraft mit über 238 Millionen verkauften Lizenzen (new.xbox.com – Stand April 2021) zu den erfolgreichsten Computerspielen aller Zeiten gehört? Dabei sind die 400 Millionen registrierten Spieler der kostenlosen Minecraft China-Edition noch gar nicht berücksichtigt. Weltweit erforschen und gestalten jeden Monat 140 Millionen Spieler die 3D-Welt von Minecraft, kämpfen gegen Monster – oder bauen gemeinsam mit anderen Spielern an eigenen Welten.

Eigenen Minecraft-Server erstellen

Minecraft bietet auch eine serverbasiertte Multiplayer-Version, mit der mehrere Spieler gemeinsam in einer Minecraft-Welt agieren können. Dabei stellt der Server im LAN oder über das Internet eine vom Admin konfigurierte Welt zur Verfügung. Im Internet gibt es zahllose Minecraft-Server, von großen Servern für mehrere Hundert oder Tausend Mitspieler bis hin zu privaten Minecraft-Servern für 4 bis 10 Spieler. Die Server können verschiedene Spielmodi und Features oder auch spezielle Minispiele anbieten; Operatoren (Ops), also User mit speziellen Rechten, sorgen dafür, dass die Serverregeln eingehalten werden. Deutschsprachige Serverlisten finden sich etwa unter minecraft-server.eu und serverliste.net.

Aufgrund der weiter steigenden Beliebtheit des Spieleklassikers sind öffentliche Minecraft-Server aber häufig überlastet. Minecraft-Entwickler Mojang stellt eine offizielle Server-Version zum Download bereit, die jeder Interessierte selbst installieren kann, um seinen eigenen Minecraft-Server zu hosten. Sie basiert auf Java und arbeitet auch nur mit der Minecraft Java Edition zusammen.

Auf Ihrem eigenen Minecraft-Server haben Sie die volle Kontrolle. Sie bestimmen, wie viele (und welche) Mitspieler sich in Ihren Spielwelten herumtreiben dürfen und welche Rechte sie haben. Zudem können Sie Modi, Einstellungen und Levels anpassen, Mods und Plugins installieren oder eigene Maps entwickeln.

Minecraft-Server mieten

Wer einen eigenen Minecraft-Server erstellen möchte, kann die dafür nötige Hardware selbst beschaffen oder sich einfach einen Server mieten – zum Beispiel von Host Europe. Hier stehen Ihnen flexibel anpassbare selbstgemanagte vServer zur Verfügung, die zudem eine leistungsfähige Administrationsoberfläche, Monitoring und für vServer auch automatische Backups bieten.

Aber Achtung: Egal ob auf gemieteter oder eigener Hardware – wer seinen eigenen Minecraft-Server hosten möchte, muss sich mit der Serververwaltung unter dem Betriebssystem seiner Wahl gut auskennen, vor allem auch mit Sicherheitsfragen. Denn ein permanent aus dem Internet erreichbarer Server ist praktisch sofort nach dem Aufsetzen ein Angriffsziel für Hacker, die nach bekannten Schwachstellen suchen.

Gameserver-Systemvoraussetzungen für Minecraft

Die Systemanforderungen für Minecraft-Multiplayer-Server sind abhängig von der zu erwartenden Anzahl Spieler, die gleichzeitig darauf zugreifen. Sie sind aber generell vergleichsweise hoch, so dass sich ein eigenständiger Gameserver empfiehlt – und auch aus Sicherheitsgründen sollte ein Online-Gameserver nicht auf Serverhardware laufen, die auch noch andere Aufgaben erfüllt. Eigene Hardware ist unter diesen Voraussetzungen meist nur für LAN-Parties sinnvoll.

Für einen privaten Minecraft-Server wird die folgende Minimalausstattung empfohlen:

  1. CPU mit guter Single-Thread-Performance, weil noch nicht alle Prozesse mehrere Kerne nutzen können (halbwegs moderne Prozessoren sollten genügend Leistung liefern);
  2. je nach Anzahl der Spieler 1 bis 6 Gigabyte RAM: auf einem dedizierten Desktop-Linux-Server beispielsweise möglichst 3 GB für 2-3 Spieler, 5 GB für 3-5 Spieler, 6 GB bei mehr als 5 Spielern (ohne GUI sind bei gleicher RAM-Ausstattung deutlich mehr, nämlich 10-20+ Spieler möglich);
  3. je nach Anzahl der Spieler 2 bis 35 Gigabyte verfügbarer Speicherplatz, am besten auf SSD.

Hinzu kommen noch die RAM-Ressourcen, die das Betriebssystem und ggf. weitere Anwendungen benötigen, und natürlich Bandbreite: bis zu 35 Mbit/s werden empfohlen. Diese Angaben beziehen sich auf die Standardeinstellungen in server.conf und eine neu angelegte Welt. Mit größeren Welten (Maps), anspruchsvolleren Settings und diversen Plugins (siehe den nächsten Abschnitt) können die Anforderungen sehr schnell deutlich steigen. Auch hier bietet ein gemieteter Server Vorteile gegenüber eigener Hardware: Die genutzten Ressourcen können jederzeit an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

Vanilla, CraftBukkit oder Spigot?

Bevor Sie zur Tat schreiten können, steht eine weitere Entscheidung an. Denn neben der offiziellen Server-Version von Mojang („Vanilla“) gibt es noch diverse Alternativen. Dazu ein paar kurze Hintergrundinfos:

Ein Grund für Minecrafts Beliebtheit ist seine Offenheit für Third-Party-Erweiterungen (Plugins). Sie wird durch eine „Bukkit“ genannte API (Programmierschnittstelle) ermöglicht, die aber nicht in der offiziellen Server-Version enthalten ist. Ihre Nutzung erfordert eine Modifizierung des Vanilla-Servers, die von den Bukkit-Programmierern „CraftBukkit“ genannt wurde.

Wenn Sie also Ihren Minecraft-Spielern Plugins bereitstellen möchten, brauchen Sie CraftBukkit oder dessen performanceoptimierte Weiterentwicklung„Spigot“, von der mittlerweile eine Reihe weiterer Versionen entstanden sind. Betrachtet man Performance, Verbreitung, Kompatibilität und Support, ist hier Spigot wahrscheinlich die beste Wahl.

Alle genannten Versionen erfordern wie die offizielle Minecraft-Server-Software eine Java-Runtime (Version 8 oder höher). Entsprechend läuft die Software auf Desktop- oder Server-Versionen von Windows und Linux.

So wird Ihr vServer von DomainFactory zu einem Minecraft-Server

Die vServer von DomainFactory sind für Webanwendungen gedacht, die mehr Leistung, Zuverlässigkeit und Flexibilität erfordern, als Shared-Hosting-Angebote sie bieten können – beispielsweise für Gameserver. Dafür sorgen reservierte Hardware-Ressourcen (1 bis 16 vCPU, 2 bis 64 GB RAM, 40-800 GB schneller NVMe-SSD-Speicher), niedrige Latenzen und Root-Zugriff auf die Server-Konfiguration, mit dem Sie Ihren virtuellen Server nach Ihren individuellen Bedürfnissen einrichten können.

Stellen Sie sich je nach gewünschter Serverleistung und Spielerzahl einfach die benötigte Hardware-Konfiguration für Ihren Minecraft-Server zusammen. Natürlich können Sie auf Ihrem vServer auch TeamSpeak installieren, damit sich die Spieler untereinander austauschen können. Beim Betriebssystem haben Sie die Wahl zwischen CentOS 7, Ubuntu 20.04 LTS, Debian 10 oder Windows Server 2016. Aus Performancegründen empfehlen wir Ihnen ein Linux-Serversystem.

Performance-Tipps: Bitte beachten Sie, dass Sie einen vServer mit 1vCPU nur mit einer kleinen Anzahl von Spielern, wenigen Plugins und einer kleinen Map betreiben sollten. Ein vServer mit 2vCPU eignet sich für maximal 10 – 15 Spieler. Je mehr Spieler teilnehmen, desto größer sollte der vServer dimensioniert sein. Für eine größere Gamer-Community empfehlen wir einen leistungsstarken Dedicated Server.

Die Installation auf einem Linux-Server über das Internet hält für erfahrene Linux-Nutzer keine besonderen Hürden bereit. Unter Debian/Ubuntu gehen Sie so vor:

  1. Über SSH mit dem Server verbinden (z. B. mit PuTTY) und anmelden.
  2. Server updaten: per sudo apt update && sudo apt upgrade -y.
  3. Java installieren, wenn nicht vorhanden: sudo apt install -default-jre; überprüfen mit sudo java –version.
  4. Wenn noch nicht geschehen, den Terminalmultiplexer „GNU Screen“ (Alternative: tmux) installieren, damit der Server nach Beenden der Konsolensitzung weiterlaufen kann: sudo apt install screen -y.
  5. Neuen Benutzer für Minecraft-Server (Bsp.: mcserver) einrichten: adduser –disabled login mcserver; in dieses Konto (su mcserver) sowie sein Homeverzeichnis wechseln (cd /home/mcserver).
  6. Unter diesem Benutzer Minecraft-Server-Archiv herunterladen: sudo wget -O server.jar [Download-URL].
    Die Download-URL für die jeweils aktuelle Vanilla-Version finden Sie hier.
    Für Spigot diese Anleitung benutzen.
  7. Z. B. mit nano Skripte für das Starten (start.sh) und Beenden (stop.sh) des Minecraft-Servers erstellen.
    Text in Start-Skript: screen -AmdS minecraft java -Xms4096M -Xmx4096M -jar /home/mcserver/server.jar nogui (öffnet in eine unabhängige Screen-Terminalsitzung mit dem Namen „minecraft“ und darin die JRE, welche Minecraft-Server mit 4 Gigabyte [4.096 MB] Arbeitsspeicher ausführt; Werte bei Bedarf anpassen, ebenso wie Pfad zur heruntergeladenen Archivdatei).
    Text in Stop-Skript: screen -r minecraft -X quit
  8. Skripte ausführbar machen: chmod +x start.sh stop.sh
  9. Datei „eula.txt“ erstellen, um Lizenzbedingungen zu akzeptieren: echo „eula=true“ > eula.txt
    (findet der Server beim Start keine eula.txt, gibt es eine Fehlermeldung und die Datei wird angelegt mit der Zeile „eula=false“; kann auch nachträglich editiert werden).
  10. Minecraft-Server in Screen starten (immer unter dem angelegten Minecraft-Server-Benutzer in dessen Homeverzeichnis): sudo ./start.sh (zum Überprüfen Screen-Sessions anzeigen lassen: sudo screen list; zur Minecraft-Session wechseln: screen -r minecraft)
  11. Bei Bedarf Minecraft-Server beenden: sudo ./stop.sh

Sobald Ihr Server läuft, können sich Nutzer der Minecraft Java Edition mit ihm über den Hostnamen Ihres Servers wie gewohnt verbinden und der Spielspaß kann beginnen.

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Titelmotiv: Bild von François Bellay auf Pixabay 

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