vServer

Minecraft Server einrichten: Die komplette Anleitung


Veröffentlicht am 27.08.2026 von DomainFactory

Das kultige Bauklötzchen-Spiel macht im Online-Multiplayer-Modus mit eigenem Server besonders viel Spaß. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie Ihren eigenen Minecraft-Server erstellen können, warum Sie Ihren Minecraft-Server am besten mieten sollten und was es beim Einrichten zu beachten gilt.

Minecraft ist mit über 350 Millionen verkauften Exemplaren das meistverkaufte Videospiel der Geschichte – offiziell bestätigt von Mojang Studios und zertifiziert durch Guinness World Records. (Quelle: Mojang Studios / Guinness World Records, April 2025) Rund 212 Millionen Menschen spielen Minecraft monatlich aktiv – und die Zahl wächst weiter. (Quelle: Mojang/Microsoft, 2026)

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gemieteter Server schlägt Heimrechner – für dauerhaften Betrieb, Stabilität und Sicherheit ist ein vServer oder Dedicated Server die bessere Wahl gegenüber eigener Hardware. Ausfallzeiten, Stromkosten und Sicherheitsrisiken entfallen.
  • Paper ist die empfehlenswerte Server-Software 2026 – performanter als Vanilla und Spigot, kompatibel mit allen Spigot-Plugins und mit aktiver Entwickler-Community. Download unter papermc.io/downloads.
  • Java-Version muss zur Minecraft-Version passen – für Minecraft 1.20.5 bis 1.21.x empfiehlt sich Java 21, für die aktuelle Version 26.x wird Java 25 benötigt. Die falsche Java-Version führt zu Abstürzen und Inkompatibilitäten.
  • server.properties ist die zentrale Stellschraube – Spielerzahl, Schwierigkeitsgrad, view-distance und RAM-Zuweisung lassen sich dort präzise auf die eigenen Anforderungen abstimmen.
  • Sicherheit von Anfang an mitdenken – kein Root-Benutzer, regelmäßige Updates, Firewall-Konfiguration und automatische Backups sind keine Optionen, sondern Grundvoraussetzungen für einen dauerhaft sicheren Minecraft Server.

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Warum ein eigener Minecraft Server?

Auf einem eigenen Minecraft Server sind Sie der Admin – und das macht den entscheidenden Unterschied. Sie bestimmen, wer mitspielen darf, welche Regeln gelten, welche Mods und Plugins installiert werden und wie groß die Spielwelt sein soll. Öffentliche Server hingegen sind häufig überlastet, setzen eigene Regeln durch und bieten kaum Individualisierungsmöglichkeiten.

Ein eigener Server lohnt sich besonders für:

  • Freundesgruppen – ein privater Server nur für den eigenen Kreis, ohne fremde Mitspieler
  • Gaming-Communities – größere Gruppen mit eigenen Regeln, Minispielen und benutzerdefinierten Maps
  • Kreativprojekte – gemeinsames Bauen ohne Einschränkungen durch Serverregeln Dritter
  • Bildungsprojekte – Minecraft Education Edition wird weltweit von über 35 Millionen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften in 115 Ländern genutzt (Quelle: Microsoft, 2025)

Minecraft Server mieten oder selbst hosten?

Bevor es an die Installation geht, steht eine grundlegende Entscheidung an: Soll der Server auf eigener Hardware laufen – oder lieber gemietet werden?

Ein Minecraft Server lässt sich theoretisch auf nahezu jedem leistungsfähigen Heim-PC betreiben. In der Praxis sprechen jedoch einige gewichtige Argumente gegen diese Lösung: Der PC muss dauerhaft eingeschaltet und erreichbar sein – was sich auf der Stromrechnung bemerkbar macht. Fällt die Internetleitung aus oder wird der PC ausgeschaltet, ist der Server für alle Mitspielerinnen und Mitspieler sofort nicht mehr erreichbar. Und für einen permanent aus dem Internet erreichbaren Server gelten besondere Sicherheitsanforderungen, die auf einem privaten Heimrechner nur schwer umzusetzen sind.

Ein gemieteter vServer oder Dedicated Server löst diese Probleme auf einen Schlag:

  • Dauerbetrieb – der Server läuft rund um die Uhr, unabhängig vom eigenen Gerät
  • Skalierbarkeit – Ressourcen lassen sich jederzeit an den tatsächlichen Bedarf anpassen
  • Sicherheit – professionelle Rechenzentren bieten DDoS-Schutz, automatische Backups und überwachte Infrastruktur
  • Feste IP-Adresse – Mitspielerinnen und Mitspieler erreichen den Server immer unter derselben Adresse

Für LAN-Partys oder kurze Testzwecke kann eigene Hardware ausreichen. Wer einen dauerhaft verfügbaren, stabilen Minecraft Server hosten möchte, ist mit einem gemieteten Server in der Regel besser beraten.

Hardware-Anforderungen: Was braucht Ihr Minecraft Server?

Die Systemanforderungen eines Minecraft Servers hängen direkt davon ab, wie viele Spielerinnen und Spieler gleichzeitig aktiv sein sollen – und wie groß und modreich die Spielwelt ist. Als Faustregel gilt: Je mehr Mitspieler, Plugins und Mods, desto mehr Ressourcen werden benötigt.

Diese Mindestanforderungen sollte Ihr Minecraft Server erfüllen:

  • CPU – starke Single-Core-Performance ist entscheidend, da viele Minecraft-Prozesse wie Chunks, Redstone und Entitäten Single Thread limitiert sind. Moderne Prozessoren ab 2 GHz mit mindestens zwei Kernen sind empfehlenswert.
  • RAM – abhängig von der Spielerzahl: 2 GB für 1–2 Spieler, 5 GB für 3–6 Spieler, 8 GB und mehr für größere Gruppen
  • Speicherplatz – mindestens 2 GB für kleine Welten, bis zu 35 GB und mehr für größere Maps mit vielen Spielern; SSD ist Pflicht für schnelle Chunk-Ladezeiten
  • Bandbreite – ab 45 Mbit/s für mehr als sechs gleichzeitige Spielerinnen und Spieler empfohlen

Als Orientierung für die Server-Auswahl je nach Szenario:

Szenario

Empfohlene Konfiguration

1–2 Spieler, kleine WeltvServer mit 2 GB RAM
3–6 Spieler, mittelgroße WeltvServer mit 5–8 GB RAM
6+ Spieler, große WeltvServer mit 8–16 GB RAM
10+ Spieler, viele ModsDedicated Server

Tipp: Unter Linux lässt sich Minecraft als Konsolenprogramm ohne grafische Oberfläche betreiben – das spart erheblich Ressourcen und ermöglicht bei gleicher Hardware deutlich mehr gleichzeitige Spielerinnen und Spieler als unter Windows.

Welche Server-Software? Vanilla, Paper oder Spigot?

Bevor die Installation beginnt, steht eine weitere Entscheidung an: Welche Server-Software soll verwendet werden? Mojang stellt eine offizielle Server-Version bereit – aber es gibt leistungsfähige Alternativen, die in der Community weit verbreitet sind.

Vanilla – die offizielle Server-Version
Die offizielle Server-Software von Mojang ist der einfachste Einstieg. Sie ist kostenlos, direkt von minecraft.net herunterladbar und immer auf dem neuesten Stand. Der Nachteil: Vanilla unterstützt keine Plugins – wer Erweiterungen installieren möchte, braucht eine der folgenden Alternativen.

CraftBukkit und Spigot – die Plugin-Plattformen
CraftBukkit war die erste populäre Modifikation des Vanilla-Servers, die eine Plugin-API – die sogenannte Bukkit-API – integrierte. Spigot ist die performanceoptimierte Weiterentwicklung von CraftBukkit und heute die am weitesten verbreitete Plugin-Plattform. Wer Plugins nutzen möchte, ist mit Spigot gut beraten.

Paper – die empfehlenswerte Wahl für 2026
Paper ist eine Weiterentwicklung von Spigot mit deutlich besserer Performance, aktiverer Entwickler-Community und umfangreichen Optimierungen. Für die meisten Anwendungsfälle ist Paper 2026 die beste Wahl – es ist kompatibel mit allen Spigot-Plugins und bietet zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten.

 

Vanilla

Spigot

Paper

Plugins
PerformanceStandardGutSehr gut
EinsteigerIdealMittelMittel
Empfehlung 2026Für TestsBewährtBeste Wahl

Download: Die aktuelle Vanilla-Version finden Sie unter minecraft.net/de-de/download/server, Paper unter papermc.io/downloads.

Java installieren: Die richtige Version 

Minecraft Java Edition läuft – wie der Name verrät – auf Java. Welche Java-Version Sie benötigen, hängt dabei direkt von der Minecraft-Version ab, die Sie einsetzen möchten.

Wichtig zu wissen: Mojang hat die Versionsnummerierung 2026 grundlegend geändert. Die aktuelle Minecraft-Version heißt nicht mehr „1.x", sondern trägt seit 2026 das Format „26.x" – die aktuell stabile Version ist Minecraft 26.1 „Tiny Takeover". (Quelle: ModReady.gg, 2026)

Die passende Java-Version je nach Minecraft-Release:

Minecraft-Version

Benötigte Java-Version

Bis 1.16.xJava 8 oder 11
1.17 – 1.20.4Java 17
1.20.5 – 1.21.xJava 21
26.x (aktuell)Java 25

Für die meisten aktuellen Server-Setups mit Paper oder Spigot auf Minecraft 1.20.5 und neuer empfiehlt sich Java 21 – eine LTS-Version mit optimierter Garbage Collection und breiter Plugin-Kompatibilität. (Quelle: Nexus Games, 2025)

So installieren Sie Java 21 auf einem Linux-Server (Debian/Ubuntu):

sudo apt update

sudo apt install openjdk-21-jdk -y

java -version

Die Ausgabe sollte openjdk version "21.0.x" anzeigen. Für Minecraft 26.x benötigen Sie entsprechend OpenJDK 25 – verfügbar unter adoptium.net oder oracle.com.

Tipp: Ältere Modpacks wie RLCraft (Minecraft 1.12.2) benötigen zwingend Java 8 – neuere Java-Versionen sind hier inkompatibel. Prüfen Sie immer die Java-Anforderungen Ihres Modpacks, bevor Sie die Installation beginnen.

Minecraft Server einrichten unter Linux – Schritt für Schritt

Linux ist die empfohlene Plattform für Minecraft Server – ressourcenschonend, stabil und ohne grafische Oberfläche ideal für den Dauerbetrieb. Die folgende Anleitung gilt für Debian- und Ubuntu-basierte Systeme.

Schritt 1: System aktualisieren und Pakete installieren

sudo apt update && sudo apt Upgrade -y
sudo apt install screen nano wget git -y

Screen ermöglicht es, den Server im Hintergrund weiterlaufen zu lassen, auch wenn die SSH-Verbindung beendet wird.

Schritt 2: Eigenen Benutzer für den Server anlegen
Aus Sicherheitsgründen sollte der Minecraft Server nie unter dem Root-Benutzer laufen:

adduser --disabled-login mcserver
su mcserver
cd

Schritt 3: Server-JAR herunterladen
Laden Sie die gewünschte Server-Software in das Homeverzeichnis des neuen Benutzers und benennen Sie sie in „server.jar" um:

wget -O server.jar [Download-URL Ihrer gewählten Server-Software]

Schritt 4: EULA akzeptieren

echo "eula=true" > eula.txt

Schritt 5: Start- und Stopp-Skripte erstellen
Erstellen Sie ein Start-Skript mit nano:

nano start.sh

Folgenden Inhalt eingeben:

screen -AmdS minecraft java -Xms4096M -Xmx4096M -jar /home/mcserver/server.jar --nogui

Stopp-Skript:

nano stop.sh

Inhalt: screen -r minecraft -X quit

Skripte ausführbar machen:

chmod +x start.sh stop.sh

Schritt 6: Server starten

sudo ./start.sh

Zur laufenden Server-Konsole wechseln: screen -r minecraft

Tipp: Die Werte -Xms4096M -Xmx4096M legen den zugewiesenen Arbeitsspeicher fest – passen Sie diese Werte je nach verfügbarem RAM und Spielerzahl an. Es empfiehlt sich, für Minimum und Maximum denselben Wert zu setzen.

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Minecraft Server einrichten unter Windows – Schritt für Schritt

Wer seinen Minecraft Server unter Windows betreiben möchte, hat es etwas einfacher beim Einstieg – auf Kommandozeilen-Kenntnisse lässt sich weitgehend verzichten. Die folgende Anleitung gilt für Windows Server 2022 sowie aktuelle Windows-Desktop-Versionen.

Schritt 1: Java installieren
Laden Sie das Java Uninstall Tool von java.com herunter, um bestehende Java-Versionen zu prüfen. Falls keine passende Version vorhanden ist, laden Sie OpenJDK 21 von adoptium.net herunter und installieren Sie es per Doppelklick auf die .msi-Datei.

Schritt 2: Server-JAR herunterladen
Laden Sie die gewünschte Server-Software von minecraft.net oder papermc.io herunter. Erstellen Sie einen neuen Ordner an einem beliebigen Ort auf Ihrem System – etwa C:\minecraft-server – und legen Sie die heruntergeladene JAR-Datei dort ab.

Schritt 3: Server starten und EULA akzeptieren
Führen Sie die JAR-Datei per Doppelklick aus. Beim ersten Start wird die Installation abgebrochen und eine eula.txt erstellt. Öffnen Sie diese mit einem Texteditor, ändern Sie eula=false zu eula=true und speichern Sie die Datei. Führen Sie die JAR-Datei erneut aus – der Server startet nun vollständig.

Schritt 4: Port freigeben
Damit Mitspielerinnen und Mitspieler den Server erreichen können, muss Port 25565 in der Windows-Firewall freigegeben werden. Öffnen Sie die Windows-Firewall-Einstellungen, wählen Sie „Eingehende Regeln → Neue Regel" und geben Sie TCP-Port 25565 frei. Bei einem gemieteten Server erfolgt die Port-Freigabe zusätzlich im Control Panel des Anbieters.

Schritt 5: Server beitreten
Geben Sie Mitspielerinnen und Mitspielern die öffentliche IP-Adresse Ihres Servers. In Minecraft unter „Mehrspieler → Server hinzufügen" tragen Sie die IP-Adresse ein – und die gemeinsame Spielwelt kann beginnen.

Tipp: Wer seinen Server dauerhaft unter Windows betreiben möchte, richtet ihn am besten als Windows-Dienst ein – so startet der Server automatisch beim Systemstart und läuft auch nach dem Abmelden des Benutzers weiter.

Minecraft Server konfigurieren: Die wichtigsten Einstellungen

Nach der Installation läuft der Server mit den Standardeinstellungen von Mojang – gut für den ersten Start, aber noch nicht optimal für den Dauerbetrieb. Die zentrale Konfigurationsdatei heißt server.properties und liegt im Hauptverzeichnis der Installation. Sie lässt sich mit jedem Texteditor öffnen und bearbeiten.

Die wichtigsten Einstellungen auf einen Blick:

Einstellung

Standardwert

Empfehlung

max-players20Anpassen an tatsächliche Spielerzahl
difficultyeasyNormal oder hard für mehr Herausforderung
pvptrueFalse für friedliche Server
server-port25565Standard beibehalten
view-distance10Bei wenig RAM auf 6–8 reduzieren
online-modetrueUnbedingt auf true lassen

Ein paar Einstellungen verdienen besondere Aufmerksamkeit:

online-mode sollte immer auf true stehen – das stellt sicher, dass nur Spielerinnen und Spieler mit gültiger Minecraft-Lizenz beitreten können. Wird diese Einstellung deaktiviert, öffnet das Sicherheitslücken und verstößt gegen die Nutzungsbedingungen von Mojang.

view-distance hat direkten Einfluss auf die Serverleistung. Je höher der Wert, desto mehr Chunks müssen gleichzeitig geladen werden – und desto mehr RAM und CPU-Leistung wird benötigt. Auf Servern mit begrenzten Ressourcen empfiehlt sich ein Wert zwischen 6 und 8.

Arbeitsspeicher richtig zuweisen
Beim Serverstart lässt sich der zugewiesene RAM über die Java-Parameter -Xms und -Xmx steuern. Beide Werte sollten identisch sein – zum Beispiel -Xms4096M -Xmx4096M für 4 GB RAM. Mehr ist nicht immer besser: Zu viel zugewiesener RAM kann die Garbage Collection verlangsamen.

Alle verfügbaren Einstellungsoptionen mit Erklärungen finden Sie im offiziellen Minecraft-Wiki unter minecraft.fandom.com/de/wiki/Server.properties.

Sicherheit: Was Sie nach der Installation beachten sollten

Ein Minecraft Server, der dauerhaft aus dem Internet erreichbar ist, wird praktisch sofort nach dem Aufsetzen zum Angriffsziel. Das ist keine Übertreibung – automatisierte Bots scannen das Internet kontinuierlich nach bekannten Schwachstellen. Wer seinen Server schützen möchte, sollte diese grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen von Anfang an umsetzen.

Bots scannen das Netz ständig nach Schwachstellen – bei deinem Server genauso wie bei deiner Website. Website Security von DomainFactory schützt zuverlässig.

Keinen Root-Benutzer verwenden
Der Minecraft Server sollte immer unter einem eigenen, eingeschränkten Benutzer laufen – niemals mit Root-Rechten. Ein kompromittierter Minecraft-Prozess mit Root-Rechten kann das gesamte System gefährden.

Software aktuell halten
Regelmäßige Updates für das Betriebssystem, Java und die Server-Software sind Pflicht. Sicherheitslücken in veralteten Java-Versionen sind ein häufiges Einfallstor für Angriffe.

Firewall konfigurieren
Nur der für Minecraft notwendige Port 25565 sollte nach außen offen sein. Alle anderen Ports – insbesondere SSH auf Port 22 – sollten durch eine Firewall geschützt und möglichst auf bekannte IP-Adressen beschränkt werden.

Operator-Rechte sparsam vergeben
Op-Rechte geben Spielerinnen und Spielern weitreichende Kontrolle über den Server. Vergeben Sie diese Rechte nur an Personen, denen Sie vollständig vertrauen – und entziehen Sie sie umgehend, wenn sie nicht mehr benötigt werden.

Regelmäßige Backups einrichten
Weltdaten können durch Fehler, Angriffe oder Spieler-Vandalismus verloren gehen. Automatische Backups der Weltordner – idealerweise auf einem externen Speicherort – sind eine unverzichtbare Absicherung.

Tipp: Wer seinen Minecraft Server auf einem gemieteten vServer betreibt, profitiert in der Regel von automatischen Server-Backups und DDoS-Schutz des Anbieters – ein erheblicher Sicherheitsvorteil gegenüber eigener Hardware.

So wird Ihr vServer von DomainFactory zu einem Minecraft-Server

Server-Konfiguration wählen

Die vServer von DomainFactory sind für Webanwendungen gedacht, die mehr Leistung, Zuverlässigkeit und Flexibilität erfordern, als Shared-Hosting-Angebote sie bieten – beispielsweise für Gameserver. Dafür sorgen reservierte Hardware-Ressourcen (1 bis 16 vCPU, 2 bis 64 GB RAM, 40-800 GB schneller NVMe-SSD-Speicher), niedrige Latenzen und Root-Zugriff auf die Server-Konfiguration, mit dem Sie Ihren virtuellen Server nach Ihren individuellen Bedürfnissen einrichten können.

Stellen Sie sich je nach gewünschter Serverleistung und Spielerzahl einfach die benötigte Hardware-Konfiguration für Ihren Minecraft-Server zusammen. Natürlich können Sie auf Ihrem vServer auch TeamSpeak installieren, damit sich die Spieler untereinander austauschen können. Beim Betriebssystem haben Sie die Wahl zwischen den Linux-Distributionen CentOS 7, Ubuntu 20.04 LTS und 22.04 LTS, Debian 10 und 11 sowie Alma Linux 8 oder Windows Server 2022. Wenn es Ihnen vor allem auf Performance ankommt, empfehlen wir Ihnen ein Linux-Serversystem.

Performance-Tipps: Bitte beachten Sie, dass Sie einen vServer mit 1vCPU nur mit einer kleinen Anzahl von Spielern, wenigen Plugins und einer kleinen Map betreiben sollten. Ein vServer mit 2vCPU eignet sich für maximal 10 - 15 Spieler. Je mehr Spieler teilnehmen, desto größer sollte der vServer dimensioniert sein. 

Minecraft-Server-JAR downloaden

Um Ihren Minecraft-Server installieren zu können, benötigen Sie die Installationsdateien, die als JAR-Archiv vorliegen. Haben Sie sich für eine der zahlreichen Varianten entschieden, holen Sie sich diese am besten von der Webseite des Anbieters. Die jeweils aktuelle Vanilla-Version finden Sie hier, Paper (ehemals PaperSpigot) hier. Spigot bekommen Sie legal nicht als Download; Sie müssen es zunächst mit Hilfe der SpigotMC Build Tools erzeugen.

Minecraft-Server installieren

Die Installation auf einem Linux-Server über das Internet hält für erfahrene Linux-Nutzer keine besonderen Hürden bereit. Unter Debian gehen Sie so vor:

  1. Öffnen Sie ein Terminal-Fenster, verbinden Sie sich über SSH mit dem Server  (z. B. mit dem Programm PuTTY) und melden Sie sich an. (Wir gehen davon aus, dass Sie einen Benutzer für Adminzwecke angelegt haben, um nicht permanent mit root-Rechten unterwegs zu sein.)
  2. Zur Sicherheit updaten Sie zunächst die installierten Softwarepakete per sudo apt update && sudo apt upgrade -y. Stellen Sie zudem sicher, dass alle notwendigen Pakete installiert sind: sudo apt install screen nano wget git. GNU Screen ist ein Terminalmultiplexer (Alternative: tmux), mit dem mehrere Terminalsitzungen parallel geöffnet sein können. So kann Ihr Server nach Beenden Ihrer SSH-Sitzung weiterlaufen. Nano ist ein Texteditor und wget dient dem Download von Dateien.
  3. Als nächstes installieren Sie die Java-Runtime, wenn noch nicht vorhanden (überprüfen mit sudo java –version): sudo apt install openjdk-17-jre-headless. Wollen Sie Plugins nutzen, installieren Sie stattdessen das Java Development Kit (JDK): sudo apt install openjdk-17-jdk.
  4. Aus Sicherheitsgründen richten Sie für den Minecraft-Server einen eigenen Benutzer mit deaktiviertem externem Login ein (hier „mcserver“): adduser --disabled-login mcserver. Wechseln Sie mit su mcserver in dieses Konto und dort mit cd ins Homeverzeichnis.
  5. Kopieren Sie das heruntergeladene Minecraft-Server-Archiv in das Homeverzeichnis des neuen Benutzers und benennen Sie es in „server.jar“ um. Alternativ nutzen Sie für Herunterladen und ggf. Umbenennen das Programm wget: Kopieren Sie dazu die Download-URL für Ihre gewünschte Version und fügen Sie hinter sudo wget -O server.jar ein.
  6. Bevor Sie Ihren Minecraft-Server starten, sollten Sie noch die Lizenzbedingungen akzeptieren. Erstellen Sie dazu die Datei „eula.txt“: echo "eula=true" > eula.txt.
    (Findet der Server beim Start keine eula.txt, gibt es eine Fehlermeldung und die Datei wird angelegt mit der Zeile „eula=false“; diese muss dann zu „eula=true“ geändert werden.)
  7. Mit folgendem Code können Sie nun Ihren Minecraft-Server starten: java -Xmx1024M -Xms1024M -jar server.jar --nogui. Je nach Bedarf lässt sich auch mehr Arbeitsspeicher für den Server reservieren. Dafür einfach statt -Xmx1024M -Xms1024M zum Beispiel -Xmx4096M -Xms4096M (4 GB = 4.096 MB) einfügen.
  8. Skripte erleichtern Ihnen das Starten und Beenden Ihres Minecraft-Servers. Ihr Start-Skript (start.sh) erstellen Sie zum Beispiel mit nano oder einem anderen Editor: nano start.sh. Geben Sie in das Skript folgenden Text ein: screen -AmdS minecraft java -Xms4096M -Xmx4096M -jar /home/mcserver/server.jar --nogui. Das öffnet im Hintergrund eine unabhängige neue Screen-Terminalsitzung mit dem Namen „minecraft“ und darin die JRE, welche unseren Minecraft-Server mit 4 Gigabyte Arbeitsspeicher ausführt (Werte bei Bedarf anpassen). Der Text im Stop-Skript ist deutlich kürzer: screen -r minecraft -X quit.
  9. Nun müssen Sie diese Skripte noch ausführbar machen: chmod +x start.sh stop.sh
  10. Ab jetzt können Sie Ihren Minecraft-Server starten, indem Sie das Start-Skript aufrufen (immer als der angelegte Minecraft-Benutzer mcserver):  sudo ./start.sh. Zur Überprüfung können Sie sich die laufenden Screen-Sessions anzeigen lassen: sudo screen list; zur Minecraft-Session wechseln Sie mit screen -r minecraft.
  11. Falls Sie den Minecraft-Server beenden wollen, tippen Sie sudo ./stop.sh.

Empfehlenswerte Einstellungen für Minecraft-Server

Wenn Sie das Verhalten Ihres Server anpassen möchten, können Sie dazu zwei Möglichkeiten nutzen: Parameter beim Programmaufruf und die zentrale Einstellungsdatei server.properties.

Es gibt verschiedene Startparameter für Java und auch für Minecraft. Java-Parameter schreiben Sie direkt in Ihr Start-Skript zwischen „java“ und “-jar“. Zwei davon haben Sie schon kennengelernt: Mit -Xms... und -Xmx...  konfigurieren Sie den initial bzw. maximal zugewiesenen Arbeitsspeicher. Es wird empfohlen, für beides die gleichen Vorgaben zu machen. Bei Performanceproblemen können Sie auch diese Anleitung ausprobieren.

Minecraft-Parameter stehen hinter dem Server-Namen, hier „server.jar“. Zum Beispiel startet “--nogui“ den Server ohne grafische Benutzeroberfläche. Mit „--world <Zeichenkette>“ sagen Sie dem Server, in welchem Ordner er nach der level.dat suchen soll. Mehr Infos zu Minecraft-Parametern finden Sie hier.

Die Datei server.properties im Hauptverzeichnis der Installation enthält alle Einstellungen Ihres Minecraft-Servers (hier home/mcserver). Sie kann mit einem herkömmlichen Texteditor bearbeitet werden. Es gibt darin zahlreiche Möglichkeiten für das Finetuning, die Sie hier beschrieben finden. Zum Beispiel begrenzen Sie mit „max-players=10“ die maximale Anzahl der Spieler (Standard ist „20“) und mit „difficulty=medium“ machen Sie es diesen nicht allzu einfach (Standard ist „easy“).

Sobald Ihr Server dann läuft, können sich Nutzer der Minecraft Java Edition mit ihm wie gewohnt verbinden und der Spielspaß kann beginnen. Damit auch Ihre Freundinnen und Freunde zusammen mit Ihnen spielen können, geben Sie Ihnen einfach die IP-Adresse Ihres Servers. Und wenn Sie noch tiefer eintauchen wollen in die Minecraft-Welten: Das Minecraft-Wiki ist eine nahezu allumfassende Wissensdatenbank.

Unser Spar-Tipp: Wussten Sie, dass Sie einen leistungsstarken vServer von DomainFactory kostengünstig mieten können?

FAQ: Die häufigsten Fragen zum Minecraft Server

Wie richte ich einen Minecraft Server ein?

Die Einrichtung erfolgt in fünf Schritten: Server-Software herunterladen, Java in der richtigen Version installieren, EULA akzeptieren, Port 25565 freigeben und den Server starten. Unter Linux empfiehlt sich die Nutzung von Screen für den Dauerbetrieb, unter Windows die Einrichtung als Dienst.

Welche Server-Software ist für Minecraft empfehlenswert?

Für die meisten Anwendungsfälle ist Paper 2026 die beste Wahl – es bietet bessere Performance als Vanilla und Spigot, ist kompatibel mit allen Spigot-Plugins und wird aktiv weiterentwickelt. Den Download finden Sie unter papermc.io/downloads.

Welche Java-Version brauche ich für meinen Minecraft Server?

Das hängt von der Minecraft-Version ab. Für Minecraft 1.20.5 bis 1.21.x wird Java 21 empfohlen, für die aktuelle Version 26.x ist Java 25 erforderlich. Ältere Versionen wie 1.16.x laufen noch auf Java 8 oder 11. (Quelle: ModReady.gg, 2026)

Wie viel RAM braucht ein Minecraft Server?

Als Faustregel gilt: 2 GB für 1–2 Spieler, 5 GB für 3–6 Spieler und 8 GB oder mehr für größere Gruppen. Mods und Plugins erhöhen den RAM-Bedarf erheblich – große Modpacks können 16 GB oder mehr benötigen.

Kann ich einen Minecraft Server auf dem eigenen PC betreiben?

Technisch ja – praktisch ist ein gemieteter vServer jedoch die bessere Wahl. Heimrechner müssen dauerhaft eingeschaltet bleiben, benötigen ausreichend Bandbreite und bieten kaum Schutz gegen Angriffe aus dem Internet. Ein gemieteter Server läuft rund um die Uhr und bietet professionelle Infrastruktur.

Wie viele Spieler kann ein Minecraft Server gleichzeitig aufnehmen?

Das hängt von der Hardware ab. Ein vServer mit 2 GB RAM eignet sich für 1–2 Spieler, mit 8 GB RAM für 6 oder mehr. Für größere Communities mit vielen Mods und 10+ gleichzeitigen Spielerinnen und Spielern empfiehlt sich ein Dedicated Server mit entsprechend mehr Ressourcen.

Ist es legal, einen eigenen Minecraft Server zu betreiben?

Ja – das Betreiben eines privaten Minecraft Servers ist legal. Minecraft-Entwickler Mojang stellt die offizielle Server-Software kostenlos zum Download bereit. Für den Beitritt zum Server benötigen alle Spielerinnen und Spieler eine gültige Minecraft-Lizenz – die Einstellung online-mode=true in der server.properties stellt das sicher.

Titelmotiv: Bild von François Bellay auf Pixabay 

Dieser Artikel ist am 29.09.2022 erschienen und wurde am 27.08.2026 aktualisiert.

Der Autor:


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