Alte Leier

An sich ist diese Masche inzwischen ein alter Hut, aber als Warnung möchten wir hiermit dennoch erneut darauf hinweisen: Wer irgendwelche angeblichen Abmahnungen per E-Mail erhält und zur Zahlung eines Schadensersatzbetrages z.B. mittels „Ukash“-Karte aufgefordert wird, sollte möglichst nicht reagieren, da eine Betrugsmasche vorliegt.

Die E-Mails können dabei z.B. so aussehen:

Guten Tag,

in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der … Germany GmbH an.

Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser Mandant ist Inhaber der ausschliesslichen Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31 UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um geschutzte Werke nach § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt.

Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschutzer Werke haben sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit §§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht.
Bei ihrem Internetanschluss sind mehrere Downloads von musikalischen Werken dokumentiert worden.

Aufgrund dieser Daten wurde bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige gegen Sie erstellt.

Aktenzeichen: 318 Js …/36 Sta Stuttgart

Ihre IP Adresse zum Tatzeitpunkt: 106….

Illegal heruntergeladene musikalische Stucke (mp3): 31

Illegal hochgeladene musikalische Stucke (mp3): 073

Wie Sie vielleicht schon aus den Medien mitbekommen haben, werden heutzutage Urheberrechtverletzungen erfolgreich vor Gerichten verteidigt, was in der Regel zu einer hohen Geldstrafe sowie Gerichtskosten fuhrt. Genau aus diesem Grund unterbreitet unsere Kanzlei ihnen nun folgendes Angebot:

Um weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen und Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen, gestatten wir ihnen den Schadensersatzanspruch unseres Mandantenaussergerichtlich zu lösen.

Wir bitten Sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum 1808.2011 sicher und unkompliziert mit einer UKASH-Karte zu bezahlen. Eine Ukash ist die sicherste Bezahlmethode im Internet und fur Jedermann anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben. Weitere Informationen zum Ukash-Verfahren erhalten Sie unter: http://wwwukash.com/de

Nachdem Sie den Ukash oder Paysafecard* Voucher gekauft haben, schicken Sie die 16 oder 19 stellige Voucher Nummer an unsere email Adresse mit der eingabe ihrer Aktenzeichen.

Email: info@apw-…

* alternativ konnen Sie auch mit Paysafecard zahlen Link: http://www.paysafecard.com/de

Geben Sie bei Ihrer Zahlung bitte ihr Aktenzeichen an!

Sollten sie diesen Bezahlvorgang ablehnen bzw. wir bis zur angesetzten Frist keinen 19- stelligen Ukash PIN-Code im Wert von 100 Euro erhalten haben(oder gleichwertiges Paysafecard Coupon), wird der Schadensersatzanspruch offiziell aufrecht erhalten und das Ermittlungsverfahren mit allen Konsequenzen wird eingeleitet. Sie erhalten dieses Schreiben daraufhin nochmals auf dem normalen Postweg.

Hochachtungsvoll,
Rechtsanwaltskanzlei Auff…

Merke: Selbst wenn ein Anwalt mal per E-Mail schreiben sollte (was gerade bei Abmahnungen nun doch eher sehr selten vorkommen dürfte), wird er keinesfalls eine Ukash-Karte oder die Nutzung eines anderen anonymen Zahlsystems verlangen.

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Sara Marburg

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Sara Marburg

Geschäftsführung (bis 11/13)

4 Kommentare

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  • Dops
    Dops - 19. August 2011 um 11:42 Uhr

    Kleines PHP Script schreiben, welches jede Minute eine zufällig generierte 19 stellige Nummer an die Mail Adresse sendet. 😉

  • Die-Tastenkombination
    Die-Tastenkombination - 19. August 2011 um 11:44 Uhr

    Es wird immer schlimmer… E-Mail Betrug ist halt eben noch billiger, als Briefe verschicken.

    Das Zahlungssystem ist natürlich sehr auffällig. Aber es gibt weitere Hinweise:
    – Relativ niedriger Betrag
    – Keine Anrede des Empfängers, sondern nur allgemeine Ansprache
    – Keine rechtsgültige Signatur (einer Kanzlei!)
    – Strafrechtliche Konsequenzen und zivilrechtliche Androhungen sind zwei verschiedene paar Schuhe…

    Aber es scheint leider zu funktionieren. Wer mal einen Musiktitel getauscht hat, bekommt es natürlich mit der Angst zu tun.

  • Gregor
    Gregor - 22. August 2011 um 11:58 Uhr

    Paysafecard warnt auch ausdrücklich vor solchen dubiosen Betrügereien – http://www.paysafecard.com/at/sicherheit/

  • Enigma
    Enigma - 24. August 2011 um 01:24 Uhr

    Schöner Satz: „Wie Sie vielleicht schon aus den Medien mitbekommen haben, werden heutzutage Urheberrechtverletzungen erfolgreich vor Gerichten verteidigt, was in der Regel zu einer hohen Geldstrafe sowie Gerichtskosten fuhrt.“

    Wenn die Urheberrecht*verletzung* erfolgreich verteidigt wird, hat der Angeschriebene doch eh nichts zu befürchten, oder? 😀