Das Übertragungsprotokoll HTTP/2 – der neue Standard bei Websites

Als vor etwa 20 Jahren das Netzwerkprotokoll HTTP/1.1 entwickelt wurde, konnte kaum einer die fundamentalen Veränderungen des Internets voraussehen. Heute haben Websites eine Desktop- und ein Mobilversion, sie sind mit unzähligen Multimedia-Inhalten gefüllt und aktualisieren dynamisch Informationen. Wenn die Seiten zu lange laden, verringert das die Benutzerfreundlichkeit. Eine neue Technologie war also notwendig, um diesen Anforderungen gerecht zu werden: HTTP/2, der neue Standard, beschleunigt die Kommunikation zwischen Client und Server. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Websites mit HTTP/2 schneller laden und welche Vorteile dies für Agenturen und Freelancer hat, die zahlreiche Kundenwebsites betreuen.

Benutzerfreundlichkeit und schnelle Ladezeiten als Erfolgsfaktor 

Je schneller eine Website lädt, umso besser. Schließlich hat dieser Faktor entscheidenden Einfluss auf die Benutzerfreundlichkeit eines Onlineshops, Blogs oder Informationsportals und damit auf dessen Erfolg. Langsame Ladezeiten schrecken Besucher ab, was sich negativ auf den Traffic und die Umsätze auswirken kann. Darüber hinaus belohnt Google insbesondere mobile Seiten, die schnell ladend sind, und rankt sie weiter oben in den Suchergebnissen. In einer Studie aus dem Jahr 2018 hatte der Internetgigant herausgefunden, dass die Bounce-Rate um 123 Prozent ansteigt, wenn sich die Ladezeit einer mobilen Website von einer Sekunde auf zehn Sekunden verlängert.

Mit CSS-Dateien, JavaScript, Bildern und Videos umfassen Websites heutzutage jedoch eine Vielzahl an Dateien. Agenturen und Freelancer sind deshalb ständig auf der Suche nach Lösungen, um die Anforderungen sowohl ihrer Kunden als auch der Nutzer bestmöglich zu erfüllen. Indem Sie Websites mit HTTP/2 betreiben, profitieren Sie von mehr Leistung, einer verbesserten Latenz und weniger Ressourcen.

HTTP/2 als neuer Standard

HTTP/2 wurde von der HTTP-Arbeitsgruppe der Internet Engineering Task Force (IETF) entwickelt. Die neue Technologie basiert auf denselben Methoden, Statuscodes und Semantiken wie ihr Vorgänger HTTP/1.1, nutzt die Übertragung zwischen Client und Server jedoch auf neue Weise. Im Mittelpunkt der Entwicklung, die von 2015 bis 2017 andauerte, standen eine bessere Performance, eine geringere Latenz sowie weniger erforderliche Ressourcen für Server und Netzwerk.

Rund 96 Prozent der Browser weltweit akzeptieren HTTP/2 bereits und mehr als 48 Prozent aller Websites nutzen den neuen Übertragungsstandard, darunter nahezu alle großen Websites. Der Vorteil: Die neue Standardtechnologie ist mit ihrem Vorgänger kompatibel – eine automatische Abfrage zwischen Client und Server klärt, welches Netzwerkprotokoll zur Anwendung kommt. Eine ähnliche Kompatibilität ist auch für den Nachfolger von HTTP/2 zu erwarten. HTTP/3 wird bereits seit 2018 entwickelt und als neuestes Protokoll seit April 2020 von Browsern wie Safari, Firefox oder Google Chrome unterstützt.

Ein Netzwerkprotokoll mit vielen positiven Eigenschaften 

Die Unterschiede zwischen HTTP/2 und seinem Vorgänger HTTP/1.1 liegen in der Art und Weise, wie Client und Server miteinander kommunizieren. Der neue Standard beschleunigt die Kommunikation durch eine dauerhafte TCP-Verbindung, den Server-Push, die Header-Komprimierung, die Priorisierung von Datenpaketen und den Einsatz von Binär- statt Textprotokollen.

Dauerhafte TCP-Verbindung für den Datenaustausch 

HTTP/1.1 erfordert mehrere, nacheinander aufgebaute TCP-Verbindungen zwischen Client und Server, damit Datenpakete wie CSS-Dateien, JavaScript oder Bilder abgerufen werden können. Der Vorteil des neuen Standards HTTP/2 liegt in der dauerhaften TCP-Verbindung, über die alle Datenpakete gleichzeitig vom Server heruntergeladen werden. Die Ladezeiten von Websites verringern sich damit entscheidend.

Server-Push für schnellere Reaktionen des Servers 

Wenn ein Nutzer eine Website mit HTTP/1.1 aufruft, folgt die Kommunikation einem festgelegten Schema: Der Browser fordert die Seite an, der Server sendet ein HTML-Dokument als Antwort und wartet auf weitere Anfragen des Browsers für alle Elemente der Website. Erst dann beginnt das Herunterladen von CSS-Dateien, JavaScript oder Bilder vom Server. Mit dem Server-Push bei HTTP/2 sendet der Server automatisch alle Dateien an den Browser, die aus seiner Sicht erforderlich sind, bevor eine Anfrage gestellt wird.

Header-Komprimierung für den Austausch kleinerer Datenpakete 

Bei HTTP/2 werden die Header einer Website mittels HPACK komprimiert, sodass sie während einer einzigen Anfrage an den Server abgerufen werden können. Hiervon profitieren vor allem mobile Websites mit vielfältigen Medien – sie laden wesentlich schneller. Der Server sendet alle Informationen bei der ersten Anfrage, dann verschickt er nur noch neu hinzugekommene Elemente.

Binärprotokolle für eine leichtere Übersetzung von Informationen 

Während HTTP/1.1 auf textbasierte Befehle setzt, verwendet die neue Standardtechnologie Binärprotokolle. Dadurch lässt sich die Menge der übermittelten Daten verringern, was die Gesamtleistung der Website erhöht. Die Übersetzung von Informationen in eine Binärdatei wird erleichtert.

Priorisierung von Datenpaketen für einen schnellen Seitenaufbau 

Durch die Priorisierung von Datenpaketen erhöht HTTP/2 die Benutzerfreundlichkeit von Websites, da zunächst nur die Daten übertragen werden, die für einen schnellen Seitenaufbau erforderlich sind. Über die dauerhafte TCP-Verbindung lassen sich auch mehrere CSS-Dateien gleichzeitig laden, weil die Serveranfragen parallel ablaufen. Im Gegensatz dazu komprimiert HTTP/1.1 die CSS-Dateien und JavaScript, um weniger Bandbreite zu nutzen. 

HTTP/2 nur in Kombination mit einem SSL-Zertifikat 

Agenturen und Freelancer, die für ihre Kunden Websites mit HTTP/2 betreiben möchten, benötigen jeweils ein SSL-Zertifikat. Dann können Sie von den zahlreichen Vorteilen des neuen Netzwerkprotokolls profitieren: mehr Leistung, geringere Ladezeiten und damit eine höhere Benutzerfreundlichkeit. Das wiederum resultiert in mehr Traffic, gegebenenfalls in steigenden Umsätzen sowie in zufriedenen Kunden und Endnutzern. Alle Webhosting-Pakete von DomainFactory beinhalten ein kostenloses SSL-Zertifikat. So legen Sie ganz einfach die Grundlage für sichere und schnelle Kundenwebsites. 

Das SSL-Zertifikat muss allerdings regelmäßig verlängert werden, was für Betreiber von hunderten Websites sehr aufwendig sein. Die Lösung hierfür ist AutoSSL – eine praktische Funktion im cPanel-Konfigurationstool, mit der Sie den Verlängerungsprozess automatisieren können. Sie ist Teil des Ultimate Businesshosting-Pakets von DomainFactory. Erfahren Sie mehr zu den Business-Hosting-Paketen

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