Interessante Google-Werbung (hüstel)

Ein Wettbewerber hat bei Google (Adwords) mit „Domainfactory reseller“ (siehe unten) geworben. Mal ganz abgesehen davon, dass selbst Reseller nicht automatisch mit unserer Marke werben dürfen, bleibt hier ein feines aber kleines Problem bestehen:

Die Firma ist in keiner Weise als Reseller für uns tätig. Die Aussage ist daher sachlich schlichtweg falsch da unzutreffend.

Darauf aufmerksam geworden sind wir dank des Hinweises eines Kunden. Natürlich haben wir uns gegen die missbräuchliche Nutzung unseres Firmen- und Markennamens gewehrt, wobei wir (sofern zumindest schriftlich oder via E-Mail erklärt wird, dass sich das nicht  wiederholen wird) voraussichtlich auf Abgabe einer Unterlassungserklärung verzichten werden.

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Sara Marburg

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Sara Marburg

Geschäftsführung (bis 11/13)

9 Kommentare

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  • Agnostiker
    Agnostiker - 2. Dezember 2009 um 09:36 Uhr

    Find ich gut, dass nicht gleich die „Rechts-Keule“ geschwungen wird. Ich denke in 90% der Fälle wird eine normale Email, Brief oder ein Anruf genauso wirken wie eine Unterlassungserklärung oder eine Abmahnung.

  • Tobia Sara
    Tobia Sara - 2. Dezember 2009 um 09:46 Uhr

    Hallo Agnostiker,

    auch wenn das Thema Abmahnungen sehr negativ besetzt ist, muss man doch stark differenzieren. Denn die Rechtslage ist sehr eindeutig:

    Haben wir Kenntnis von einem Verstoß und mahnen ihn nicht ab (bzw. verzichten auf die Unterlassungserklärung), liegt im Wiederholungsfall keine Eilbedürftigkeit vor. Wir verwirken also quasi unser Recht auf einstweiligen Rechtsschutz.

    Das ist eine schwerwiegende Entscheidung, weshalb sich leider in vielen Fällen bei allem guten Willen nicht auf eine formelle Abmahnung verzichten lässt. Dazu kommt, dass wir das früher dennoch immer wieder versucht haben und das fast immer dazu genutzt worden ist, sich doch noch einen Vorteil rauzuschlagen.

    Auch in diesem Fall haben wir daher erst einmal formell eine Abmahnung ausgesprochen, zumal kein kleiner Gewerbetreibender hinter der Werbung stand sondern eine große Firma (vieeel größer als wir). Man weiß vorher einfach nicht, was am Ende rauskommt und wir müssen uns daher leider in Folge der Rechtslage in Deutschland entsprechend absichern.

    Aber: Wenn es möglich ist und wir Ansatz für eine Einigung sehen (weil sich zeigt, dass das sicherlich keine Absicht war, jemand unter RA-Kosten stark zu leiden hätte, usw.) gibt es sehr oft eine große Bandbreite an alterantiven und flexiblen Lösungsmöglichkeiten abseits der klassischen und formellen Standardvorgehensweise.

    Ideal wäre es natürlich, wenn man einfach gefahrlos nett per E-Mail auffordern und ggf. noch nach einigen Wochen dann gesondert abmahnen könnte. Oder sich auf die freundliche Zusicherung verlassen könnte und ggf. dennoch Anspruch auf einstweiligen Rechtsschutz hätte, wenn die Zusage nicht eingehalten wird. Hierzu wäre aber erst eine Änderung der Rechtslage erforderlich.

    Weiteres Hintergrund-Detail: Auch eine selbst erstellte Abmahnung, also ohne RA, kostet intern Zeit und Geld. Bei hohem Risiko, im komplexen Feld des Wettbewerbsrechts etwas falsch zu machen und dadurch selbst Nachteile zu haben. Hier haben wir dann einfach das Problem, einen Anwalt zu benötigen, der solche Dinge prüft und rechtssicher für uns macht. Und es ist erst einmal nicht einzusehen, dass wir bzw. am Ende unsere Kunden für etwas die Kosten tragen sollen, was jemand Anderes „verschuldet“ hat.

    Fazit: Die häufig geäußerte Aussage „Es wäre doch viel fairer, wenn die Firmen einfach ne freundliche E-mail schreiben würden oder einen selbst verfassten Brief, als gleich zum RA zu rennen“ ist menschlich voll und ganz verständlich. Mit der aktuellen Rechtslage ist das aber – leider – nicht deckungsgleich. Beide schöneren Ansätze als eine RA-Erledigung haben daher unschöne Nachteile: Entweder macht man das als Nicht-Jurist formlos selbst und riskiert gewichtige Nachteile. Oder man lässt es zwar einen Juristen/RA machen, zahlt dafür aber dann die Kosten (weil jemand Anderes gegen das Recht verstößt).

    Insgesamt also ein kompliziertes, komplexes und unerfreuliches Feld.

    Viele Grüße

    Tobia

  • Odde23
    Odde23 - 2. Dezember 2009 um 19:49 Uhr

    Ganz schön dreist/unverschämt derartige Werbung zu schalten.

  • Frank
    Frank - 3. Dezember 2009 um 09:25 Uhr

    Dreist ist gar kein Ausdruck. Wenn ich das lese, sitze ich nur noch kopfschüttelnd mit offenem Mund da. Wirklich nicht zu glauben, auf welch abstruse Ideen manche Werbemacher (Einem von denen schreibe ich das jetzt einfach mal zu.) so kommen. Haben die das wirklich nötig???

  • Tobia Sara
    Tobia Sara - 3. Dezember 2009 um 09:36 Uhr

    Ich muss hier den Mitbewerber ein wenig in Schutz nehmen. Dieser hat erläutert, dass er bei Google AdWords-Werbung nutzt und dabei auch eine Option verwendet, um den Suchbegriff dynamisch in die Anzeige einfügen zu lassen. Viele kennen das z.B. von Amazon-Werbung (Suche nach DVD-Player -> „Dvd-Player Amazon.de“).

    Genau diese Technik hat dann eben dazu geführt, dass in die Werbeanzeige das Suchwort domainfactory zusammen mit der Textvorgabe „Reseller“ als Anzeigenüberschrift eingetragen worden ist.

    Da eine solche Panne sicherlich leicht passiert (auch wenn sie nicht passieren sollte) und die Erläuterung nachvollziehbar ist, haben wir die Sache auf sich beruhen lassen. Man muss ja nicht immer alles durchsetzen, was man durchsetzen könnte, nur um seinen Anspruch auszuschöpfen.

    Es war hier einfach sehr deutlich ersichtlich, dass das ein Versehen war. Auch wir wären ja froh, in einem solchen Fall das umgekehrt aufklären und mit einer formlosen Zusage „kommt nicht wieder vor“ erledigen zu können.

  • Odde23
    Odde23 - 3. Dezember 2009 um 10:40 Uhr

    @Tobia: Als Markenrechtsinhaberin können Sie den Markennamen bei Google für Adwordsanzeigen sperren lassen. Ich weiß das, weil ich selbst mal versuchte, Adwords für ein Produkt eines Herstellers zu schalten, für das wir Vertriebspartner sind. Google hat dies zunächst abgelehnt und ich mußte eine entsprechende Freigabe des Markeninhabers vorlegen. Danach konnte der Markenname in unseren Anzeigen genutzt werden. Kontaktieren Sie doch selbst mal Google direkt in dieser Angelegenheit. So können derartige Probleme evtl. bereits im Vorfeld vermieden werden. Spart ja auch ne Menge Arbeit.

  • Tobia Sara
    Tobia Sara - 3. Dezember 2009 um 11:39 Uhr

    Danke für den Hinweis, Odde23, den ich gerne weitergebe.

  • Odde23
    Odde23 - 3. Dezember 2009 um 14:41 Uhr

    Gern geschehen 🙂

  • Frank
    Frank - 4. Dezember 2009 um 10:59 Uhr

    Hallo Tobia Sara,

    Ihre zweite Erläuterung relativiert die Sache / den Eindruck natürlich! Man kann einfach nicht immer jede Eventualität ausschließen.