Geschichten aus dem Alltag

1. Ein Kunde von uns fordert Schadensersatz. Warum? Er hat einen Tarif gebucht, bei dem für eine Teilleistung in den ersten sechs Monaten keine zusätzlichen Gebühren anfallen. Er hat also Geld gespart, da der vertraglich vereinbarte Preis anfangs eben 0 € beträgt. Vor Ablauf dieser maximal sechs Monate haben wir den einer monatlichen Laufzeit unterliegenden Vertrag fristgerecht und ordentlich gekündigt, nachdem es zu Problemen gekommen ist die eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nicht möglich gemacht haben. Der Vertrag endet daher im April. Unser Vertragspartner möchte nun Geld dafür haben, dass er den maximalen kostenlosen Zeitraum für die Teilleistung nicht vollständig hat ausnutzen können, weil wir das Vertragsverhältnis fristgerecht und ordentlich gekündigt haben. So wie es derzeit aussieht wird es schwierig werden ihm verständlich zu machen, dass dieses Ansinnen nicht von Erfolg gekrönt sein können wird.

2. Zu jeder Rechnung darf es nur ein Original geben. Alles Andere ist nicht korrekt und führt zu einem in der Praxis nicht überschaubaren und realisierbaren Kontrollaufwand sowie steuerlichen Risiken. Rechnungsduplikate, die auch so gekennzeichnet werden, sind hingegen unkritisch. Ein Kunde hat nun mehrere Rechnungsoriginale digital signiert als PDF erhalten und möchte zusätzlich noch entsprechende Originalrechnung per Post.  Was eben aus den o.g. Gründen nicht geht. Anderenfalls hätten wir zwei Originale (digital signierte und dem Kunden per E-Mail bereits zugestellte PDF-Rechnung und die Postrechnung) ausgestellt. Das haben wir dem Kunden auch mitgeteilt. Der wie darauf reagiert hat? Mit dem Widerruf der Lastschriftermächtigung.

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Sara Marburg

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Sara Marburg

Geschäftsführung (bis 11/13)

7 Kommentare

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  • Gerald
    Gerald - 19. März 2010 um 14:50 Uhr

    zu 2.
    Hat der Kunde die digitalen PDF-Dokumente auch angefordert oder wurden sie ihn unaufgefordert zugesandt, bzw. ist es wie bei mir daß es eigentlich nur normale Online-Rechnungen gibt?
    Wahrscheinlich ist es ihm zu umständlich die Rechnungen auszudrucken oder er benötigt aus einem anderen Grund diese in Papierform. Da ich hier von einem Mißverständnis ausgehe besteht noch die Chance den Kunden umzustimmen.

    Aber was solls. Wieso sollt ihr verschont bleiben ;). Auch bei mir reagieren die Leute immer unverständlicher. Seit gestern..seit es warm ist und die Sonne scheint. Da kann sich jetzt jeder selbst einen Reim darauf machen 😀

  • Rainer.D
    Rainer.D - 19. März 2010 um 17:29 Uhr

    So kritisch ist das mit den Rechnungen aber auch nicht, denn jede Rechnung hat eine eindeutige Rechnungsnummer. Insofern bleibt es immer eine Rechnung, egal wie viele Kopien es gibt. 🙂 Könnt ihr trotzdem mal das Gesetz nennen, in dem steht das es immer nur ein Original geben darf?

    Grüße
    Rainer

  • Marc
    Marc - 19. März 2010 um 17:29 Uhr

    also bei Punkt 2 bin ich (jedoch kein Rechtsanwalt/Steuerberater) anderer Meinung.
    Eine Signatur einer digitalen Rechnung, soll lediglich die Echtheit der Herkunft und die Unversehrtheit des Inhalts gewährleisten.

    Solange die Rechnungen (digital und Papier) identisch sind, dürfte dem nichts entgegenstehen.
    Den die Rechnungsnummer ist ja einmalig, ebenso wie Rechnungsempfänger, eine Zweckentfremdung ist somit nicht möglich.

  • Jokey
    Jokey - 19. März 2010 um 22:34 Uhr

    @Marc und Rainer
    Aber was spricht jetzt dagegen, dass der Kunde sich die Rechnungen einfach selbst ausdruckt, von mir aus auch drölf Mal?

    Bitte jetzt nicht falsch verstehen, ich kenn mich da nicht so aus, bin aber durchaus lernfähig =)

  • U. Klauer
    U. Klauer - 19. März 2010 um 22:48 Uhr

    @Jokey: Wahrscheinlich ist der Kunde Unternehmer (mit Berechtigung zum Vorsteuerabzug) und hat keine Lust auf die Pflichten, die mit digitalen Rechnungen kommen: Prüfung der Signatur, idealerweise auch Dokumentation der Prüfung, Aufbewahrung der Originaldatei, idealerweise in einem unverfälschbaren Speicher …

  • Rainer.D
    Rainer.D - 20. März 2010 um 02:37 Uhr

    @U.Klauer: Genau. Wer elektronische Rechnungen empfängt muss revisionssichere Archivierung betreiben, eine richtig aufwendige Sache. (Wird wohl nicht jeder machen, teils aus Unkenntnis, teils weil irgendwann Schluss mit Lustig ist.) 🙂

  • Sven
    Sven - 20. März 2010 um 08:35 Uhr

    Eigentlich zeigt sich bei Punkt 2 mal wieder, mit wie wenig Sachverstand Gesetze erlassen werden. Es werden unnötig hohe Pflichten eingeführt, um die Kommunikation zwischen Unternehmen zu erschweren (eigentlich wäre es einfach, Leistung (Dienst, Ware), Gegenleistung (Dienst, Ware, Geld) + Beleg für den Staat).

    Die elektronische Rechnung jedoch geht den Weg, dass die Kontrollwut des Staates die zentrale Rolle einnimmt. Es geht nicht darum die Kommunikation zwischen Unternehmen oder Unternehmen und Privaten zu erleichtern und dem technischen Fortschritt anzupassen, sondern nur darum die Möglichkeiten der Technik zur Kontrolle bestmöglich einzusetzen.