Hintergrund: Neuer SSD-Cache bei unseren Hostingprodukten

Unsere gestern vorgestellten, neuen und konfigurierbaren Hostingprodukte „MyHome Plus“ und „ManagedHosting Pro“ sowie die ebenfalls neuen SharedHosting-Resellertarife verfügen neben vielen anderen Features und Neuerungen über einen sogenannten „SSD Cache“. Dabei handelt es sich um ein wirkliches Produkt-Highlight, welches zu einer deutlichen Beschleunigung an einem klassischen Engpass moderner Server führt: bei den lese- und schreiboperationen der Festplatte.

Denn der je Server mehr als 100 GB große SSD-Cache speichert die auf dem eingesetzten RAID des Servers geschriebenen Daten zwischen und hält sie für den besonders schnellen Abruf bereit. Durch diese Zwischenspeicherung werden die Schreiboperationen des RAID sofort und mit der enorm hohen Geschwindigkeit des SSD-Speichers abgeschlossen, was zu einer deutlichen Beschleunigung führt. Darüber hinaus profitieren auch Lesevorgänge von unserem neuen SSD-Cache, da die gelesenen Daten ebenfalls zwischengespeichert und bei einem erneuten Abruf mit der hohen SSD-Geschwindigkeit ausgeliefert werden.

Für ein bestmögliches Ergebnis optimiert sich der SSD-Cache laufend selbst und enthält stets die jeweils am meisten genutzten Daten, so dass diese in der Praxis am häufigsten geschriebenen oder gelesenen Informationen stets besonders schnell bereitgestellt werden. Die sehr deutlichen Geschwindigkeitsvorteile der – immer noch teuren – SSDs gegenüber „klassischen“ Serverfestplatten können damit ihre volle Stärke entfalten.

Der gesamt SSD-Cache funktioniert für unsere Kunden vollständig transparent, d.h. – abgesehen von der besseren Leistung 🙂 – merkt man den Einsatz nicht. Die auf der SSD gespeicherten Cache-Daten sind übrigens nicht nur „flüchtig“ vorhanden, sondern bleiben natürlich auch bei einem z.B. Neustart des Servers genauso erhalten, wie auf einer normalen Festplatte. Der SSD-Cache ist somit genauso sicher wie es die direkte Speicherung auf der regulären Serverfestplatte wäre.

Last but not least sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass von dem SSD-Cache alle Anwendungen von selbst profitieren können und nicht nur solche, die extra dafür angespasst worden sind. Damit bietet der SSD-Cache einen deutlichen Vorteil gegenüber z.B. „memcached„, der speziell dran optimierte Anwendungen erfordert und zudem nur auf einen flüchtigen, im Arbeitsspeicher liegenden Read-Only Cache bietet.  Unterm Strich ist daher der SSD-Cache mit seinem auch Serverneustarts überstehenden und für alle Schreib- wie Leseoperationen ausgelegten, für alle Anwendungen automatisch vorhandenen Vorteilen die beste Wahl. 🙂

 

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Sara Marburg

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9 Kommentare

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  • Tobias Schwarz
    Tobias Schwarz - 5. Juli 2011 um 13:15 Uhr

    Seiten die memcached nutzen legen in diesem Cache in der Regel Objekte oder fertig zusammengebaute Snippets der Webseite ab die durch das Cachen nicht immer rechenintensiv neu zusammengebaut oder aus der Datenbank oder dem Filesystem geholt werden müssen.

    Wenn ich das richtig verstehe ist euer SSD-Cache ein reiner Lese- und Schreibcache für das Filesystem. Damit ist der SSD-Cache für mich ein grundlegend anderes und nicht vergleichbares Konzept. Den „deutlichen Vorteil“ hat der SSD-Cache daher wohl in erster Linie gegenüber einem System ohne SSD-Cache. 😉

    Ps.: Da die Geschwindigkeit von Webseiten immer mehr an Bedeutung gewinnt freue ich mich sehr über Innovationen wie den SSD-Cache und die damit verbundene Leistungssteigerung und hoffe das darauf in Zukunft noch stärker gearbeitet wird.

  • Christoph
    Christoph - 5. Juli 2011 um 14:03 Uhr

    Nutzt ihr für das SSD-Caching einen Mechanismus auf Dateisystemebene? Lese- und Schreibcachedevices kenne ich bisher nur von ZFS. Ist aber auf jeden Fall eine echt gute Idee!

  • Jooag
    Jooag - 5. Juli 2011 um 14:14 Uhr

    Das ist wieder einmal ein tolle Nachricht. Wir als Agentur sind feuer und flamme für euch. Schon eine Menge Anbieter gesehen und Ihr seid einfach die besten. Wenn alle unsere Kunden bei df wären, würden wir um die 10% Zeit einsparen und in die Webseiten Entwicklung stecken 🙂

  • Michael
    Michael - 5. Juli 2011 um 16:27 Uhr

    …und ich fand, Ihr wart schon vorher schnell genug 😀

    Nee, im Ernst: Dasselbe CMS in derselben Version, gleiche PHP, MySQL, etc. beim großen Wettbewerber gehostet braucht etwa doppelt so lange (und noch länger) um die Seite zu parsen.

    Wird das noch schneller (und das allein interessiert den Kunden), habe ich als Reseller noch mehr Argumente.
    DANKE!

  • thomas
    thomas - 5. Juli 2011 um 16:38 Uhr

    Frage zu dem Cache: Der betrifft ja nur den statischen Teil einer Webseite, oder würde der zB auch WordPress-, Mediawiki- und vB-Foren-Aufrufe mit einigen SQL-Abfragen beschleunigen, wenn (so stelle ich mir das vor) die Datenbank dem Cache nicht gemeldet hat: hier hat sich was verändert, nimm die neuen Daten… ?

  • Tobias Schwarz
    Tobias Schwarz - 5. Juli 2011 um 23:05 Uhr

    @thomas: Auch beim dynamischen Teil einer Webseite werden sich wahrscheinlich Geschwindigkeitsvorteile ergeben da z.B. nicht im Arbeitsspeicher befindliche Scripte schneller gelesen und damit ausgeführt werden können. Durch den vergleichsweise großen SSD-Cache werden aber sicher auch ganze Datenbanken gecached und dadurch sollten einige Datenbankabfragen auch deutlich schneller werden. Meine Prognose ist jedoch: Je schlechte die eingesetzte Software (Programmierung) und je schlechter das Datenmodell (Speicherort und Indexierung) sowie der Datenzugriff (Caching in der Software) ist, desto höher der Zugewinn an Performance durch den SSD-Cache.

    Bei stark optimierten Seiten die schon Objekt- und Snippetcaching betreiben und bei denen sich die Entwickler beim Design der Datenbank Gedanken über die Geschwindigkeit der Lese und Schreiboperationen gemacht haben, wird der SSD-Cache weniger stark ins Gewicht fallen.

    Bei optimierten Webseiten entfällt der größte Teil der Zeit oft auf das Übersetzen von Programmcode. Schnellere Lese- und Schreibzugriffe beschleunigen dies nicht oder nur unwesentlich. Ein deutlich größerer Hebel wäre in diesem Fall ein Opcodecache der übersetzten Programmcode zwischenspeichert und damit die Zeit für eine erneute Übersetzung einspart bis der Programmcode erneut geändert wurde und deshalb neu übersetzt werden muss.

  • Philip E.
    Philip E. - 6. Juli 2011 um 05:26 Uhr

    Schönes Feature, klingt auch logisch und gut. Aber mich würde da interessieren, ob es mal Tests gegeben hat vorab, wie sich die Geschwindigkeit von Typo3-Seiten ändert. Zb die DF-Webseite?
    Grüße Philip

  • Wonderland
    Wonderland - 6. Juli 2011 um 13:47 Uhr

    Darf man erfahren wie genau das Caching abläuft? Eine fertige Lösung wie z.B. Fusion-IO? Oder eigene Mechanismen? Spezielle Filesysteme wie ZFS?

    Werde immer nur ganze Files gecached (d.h. Probleme bei größeren Datenbanken) oder passiert das Caching auf Blockebene?

  • Nils Dornblut
    Nils Dornblut - 7. Juli 2011 um 00:27 Uhr

    Hierzu Zahlen zu veröffentlichen, wäre recht subjektiv und auf einzelne Anwendungen bezogen. Natürlich wurde das Feature vorher genau getestet und aus Erfahrungen der Vergangenheit eingeführt. Nur als Werbegag wäre das viel zu teuer. Details zur technischen Realisierung können jedoch leider nicht genannt werden, was sicher verständlich ist.

    Generell kann das natürlich schon erklärt werden: Der SSD-Cache arbeitet auf Dateisystem-Ebene, es werden Zugriffe auf das Dateisystem gecached und damit beschleunigt. Das betrifft nicht nur spezielle Funktionen, sondern eben alles, was das Dateisystem nutzt und somit auch die MySQL-Datenbankserver.

    Es werden aber keine SQL-Abfragen an sich gecached, sondern der Datenbankserver kann schneller auf das Dateisystem zugreifen, um Anfragen zu beantworten. Bekanntlich sind Datenbanken, Indexe usw. ja auch nur Dateien.