Interview mit Peer Wandiger, Gründer von
www.selbstaendig-im-netz.de

www.selbststaendig-im-netz.de – das ist DIE Adresse für Existenzgründer, Start-Ups und Freelancer. Denn beim Einstieg ins Online-Business geht es nicht nur darum, wie man eine Webseite erstellt und publiziert. Das Portal bietet Tipps, Tutorials und umfassende Informationen rund um den ganzen Weg zur erfolgreichen Selbstständigkeit. Wir freuen uns sehr, dass der Gründer der Seite, Peer Wandiger, unsere Fragen dazu heute in unserem Blog beantwortet:

Peer Wandiger

Hallo Peer, wie lässt sich denn als Einsteiger heute am schnellsten Geld im Internet verdienen?

Also erstmal mag ich die Frage nach dem „schnellsten Geld im Internet“ gar nicht. Leider fangen mit solchen Versprechen viele unseriöse Anbieter im Netz viele Einsteiger und ziehen diesen das Geld aus der Tasche.
Jede Website oder andere Möglichkeit, Geld im Internet zu verdienen, braucht Zeit und viel Arbeit, damit ordentliche Einnahmen möglich sind.
Aber natürlich gibt es Unterschiede: So ist ein Online-Shop natürlich viel aufwändiger in der Umsetzung als ein Blog. Eine Nischenwebsite ist allerdings auch wieder einfacher umzusetzen, als ein Blog. Aber selbst die kleineste Website braucht Monate, um genügend Besucher anzulocken, damit es sich lohnt.
Abseits eigener Websites kann man natürlich auch auf andere Art Geld verdienen. Aber auch ein YouTube-Kanal oder eine Facebook-Seite braucht lange, bevor man damit eine ausreichende Reichweite für ordentliche Einnahmen erreicht hat.

Was war Deine Motivation, Deine Plattform www.selbstaendig-im-netz.de ins Leben zu rufen?

Ich habe mich 2006 als Webdesigner selbstständig gemacht. Da ich schon länger einen Blog starten wollte und zudem eine Testplattform aufbauen wollte, um z.B. mehr über SEO zu lernen, entstand selbstaendig-im-netz.de: Das Thema des Blogs war damals eher aus der Not geboren. Ich hatte, wie viele andere Gründer auch, kaum Freizeit und deshalb bot es sich an, über meine eigene Selbständigkeit zu bloggen. Neben meinen eigenen Erfahrungen wurde das Themenspektrum breiter und ist mit den Jahren zu einem großen Portal gewachsen.

Du hast 2007 angefangen, über Selbständigkeit zu bloggen. Wie hat sich das Online-Business seitdem verändert?

Als ich anfing, waren Facebook und Twitter noch nicht vorhanden oder zumindest noch nicht so groß. Es gab auch viel weniger Einnahmequellen als heute.
Deshalb war es zu Anfang nicht leicht, mehr Besucher zu bekommen und auch die Einnahmen sahen noch nicht so gut aus. Aber zu Beginn war das ja auch gar nicht mein Ziel. Mit den Jahren habe ich dann sehr viel ausprobiert und über meine Erfahrungen berichtet.
Heute ist es für viele Gründer im Netz normal, dass es diverse Verdienst- und Vermarktungsmöglichkeiten gibt, was natürlich mehr Chancen bietet.

Was war die wichtigste Erkenntnis, die Du durch die Existenzgründung gehabt hast?

Im Nachhinein kann ich natürlich nur froh über meine damalige Entscheidung sein. Aber die erste Zeit war schon hart. Wir hatten nicht viel Geld und als Webdesigner in einem kleinen Ort rennen einem die Kunden auch nicht gerade die Tür ein.
Doch ich habe schon früh gemerkt, dass man nicht nur auf ein Pferd setzen sollte und so habe ich mir mit meinen Blogs und Websites weitere Standbeine aufgebaut. Zudem kann man mit eigenen Online-Projekte weit stabilere und auch höhere Einnahmen erzielen, als das mit Kundenprojekten möglich ist. Zumindest war das meine Erfahrung.
Sehr wichtig sind aber auch Ausdauer und Durchhaltevermögen. Mein Erfolg kam nicht über Nacht und ich bin froh, dass ich auch in der schweren Anfangszeit mit dem Blog weitergemacht habe.

Welche Tipps gibst Du Menschen, die noch zögern, in die Selbständigkeit im Netz zu starten?

Die Selbstständigkeit ist sicher nicht für jeden das Richtige. Man ist für alles selbst verantwortlich und muss aktiv sein, ohne dass ein Chef im Rücken steht, der einen antreibt.
Wer sich nicht sicher ist, ob die Selbstständigkeit wirklich das Richtige ist, sollte erstmal nebenberuflich starten. Eine kleine Website in der Freizeit aufzubauen ist gar nicht so schwer. Man sammelt eine Menge Erfahrungen und bekommt ein Gefühl dafür, wie es als Vollzeit-Selbstständiger ist.
Wenn man sich dann sicher ist, sollte man auch loslegen. Leider warten viele zu lange und grübeln ewig über ihrer Idee.
Ich finde da den Spruch passend: „Man bereut selten die Dinge, die man gemacht hat, aber viel häufiger die Dinge, die man nicht gemacht hat.“

Du hast vor ein paar Jahren das Projekt Nischenseiten-Challenge gestartet, bei dem es darum geht, in wenigen Wochen eine Seite zu einem speziellen Thema aufzubauen und deren Entwicklung transparent zu dokumentieren. Was war die unglaublichste Idee, die jemals bei der Nischenseiten-Challenge Erfolg hatte?

Das ist eine gute Frage. Eine interessante Nischenwebsite drehte sich um kleine Gartenteiche. Der Betreiber hat dafür ein Froschlogo entwickelt und alles damit gestaltet. Das war zumindest was Besonderes.
Ansonsten muss ich sagen, dass sich die Nischenwebsites ja normalerweise um ein Produkt bzw. eine Produktgruppe drehen. Da gibt es dann eher weniger Überraschungen.

Worauf sollten Existenzgründer bei der Auswahl ihres Hosting-Partners achten?

Ich habe bei meinem ersten Hosting-Anbieter leider schlechte Erfahrungen gemacht. Dieser war sehr günstig, aber die Performance war sehr schlecht. Ausfälle wurden mit der Zeit häufiger. Zudem bot man keinen Umzugsservice auf einen höheren Tarif an, nicht mal gegen Geld.
Damals bin ich dann zu DomainFactory gewechselt und bis heute sehr zufrieden.
Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass es ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis gibt. Wegen ein paar Euro im Monat, die man sparen kann, eine immer wieder ausfallende oder sehr langsame Website zu haben, ist kein guter Deal.
Zudem ist wichtig, flexibel und einfach auf höhere Tarife wechseln zu können, wenn die Besucherzahlen steigen. Und ich würde sehr auf den Support achten. Gerade Einsteiger haben zu Anfang immer wieder Fragen und da ist ein guter Support Gold wert.
Des Weiteren sollte der Server natürlich in Deutschland oder zumindest in Europa stehen. Server in Übersee sind bei Aufrufen aus Deutschland nicht die schnellsten.

Kurze und begehrte URLs werden immer knapper. Welche Tipps hast Du für die Auswahl eines Domain-Namens? Siehst Du in Domain-Endungen wie .blog, .shop oder .gmbh einen Ausweg aus der Domain-Knappheit?

Neue Domain-Endungen sind natürlich eine interessante Alternative, auch wenn ich immer erstmal nach einer passenden DE-Domain schaue.
Ansonsten ist es eine gute Möglichkeit, 2 oder 3 Wörter in einer Domain zu kombinieren. Selbstaendig-im-netz.de war damals ein Glücksgriff, da nicht nur wichtige Keywords enthalten waren, sondern diese Domain mittlerweile auch eine Marke geworden ist.
Aber man sollte auch vorsichtig sein und kein Keyword-Stuffing betreiben. Also nicht so viele Keywords wie möglich reinstopfen. Das kommt nicht gut an.

Denkst Du bei neuen Projekten „Mobile First“? Wie wichtig ist mobiler Traffic für Deine Websites?

Nein, „mobile First“ denke ich noch nicht, aber Desktop und Mobil haben mittlerweile eine ähnlich wichtige Bedeutung bei mir.
Meine Projekte mit ihren langen Texten werden überwiegend noch am Computer gelesen, aber natürlich hat die mobile Nutzung zugenommen.
Man sollte auf jeden Fall beim eigenen Projekt analysieren, wer die Website wie nutzt. Und entsprechend sollte man Prioritäten setzen.

Wie managst Du Deinen Tag und behältst den Überblick über Deine verschiedenen Projekte, Websites und Kanäle?

Ich schreibe mir alles auf, was wichtig ist. Das war eine der wichtigsten Erkenntnisse meiner Selbstständigkeit. Viele versuchen, sich alles zu merken und so habe ich es auch gemacht. Aber das belastet sehr und zudem vergisst man doch was.
Darüber hinaus habe ich Reaktionspläne für meine Blog-Artikel, Excel-Listen z.B. für Interview-Kontakte und einiges mehr.
Mit der Zeit spielt sich da auch eine gewisse Routine ein, aber es ist auch wichtig Prioritäten zu setzen. So bin ich im Social Web z.B. nur minimal aktiv. Es fehlt mir einfach die Zeit, da wirklich viel Energie zu investieren. Deshalb konzentriere ich mich auf das, was ich am besten kann.

Welche Website besuchst Du derzeit am liebsten?

Das ist aktuell wohl brettspiel-angebote.de. Ich bin großer Brettspiel-Fan und aktuell kann man da das eine oder andere Schnäppchen machen. 🙂

Anna Philipp

Über den Autor

Anna Philipp

Anna arbeitet seit 2006 bei DomainFactory. Als Social Media und Content Manager vertritt sie DF in den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Googleplus und natürlich im DF-Blog) und pflegt einen Teilbereich der Webseite. In ihrer Freizeit findet man Anna - sofern sie mal nicht online ist - höchstwahrscheinlich zwischen Rührschüsseln und Schneebesen am Backofen.

3 Kommentare


  • Olaf Cavalcante
    Olaf Cavalcante - 23. Januar 2017 um 19:08

    Hallo!
    Interessanter Artikel Danke!

    Olaf.C

  • Christian Gerd
    Christian Gerd - 26. Januar 2017 um 22:56

    Hallo Anna,

    es ist schön zu sehen, dass Peer getreu dem Pat-Flynn-Motto „be everywhere“ einem mittlerweile überall über den Weg läuft 🙂 …
    Bevor ich an seiner Nischenseitenchallenge 2016 teilgenommen habe, kannte ich schon einige seiner Internetauftritte und habe seine bodenständige, offene und ehrliche Art – die in krassem Kontrast zu vielen windigen Shootingstars der heutigen „Schnell mal im Internet viel Geld verdienen“-Szene steht – bereits schätzen gelernt. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass ich auch bei euch einen Beitrag von ihm lesen konnte und – last but not least –, dass er tatsächlich auch noch beim selben Hoster ist, wie ich mit meinem Blog http://MediaCream.de – und noch einem Haufen anderer Websites…

    Liebe Grüße
    Christian

    • Anna
      Anna - 27. Januar 2017 um 08:46

      Hallo Christian,

      wie schön, dass Ihnen das Interview gefällt! Wir freuen uns auch sehr über das Interview mit Peer und dazu über so schönes Feedback von Ihnen! 🙂

      Viele Grüße
      Anna