„Offene Posten“-Handling geändert und Fristen erhöht

Offene Posten bei uns bewegen sich oft im sehr niedrigen Bereich. Die Zahlungsmoral nicht weniger Kunden ist trotzdem (oder gerade deswegen? „Die paar Euro…“) ziemlich schlecht, weshalb wir bisher ein sehr straffes Handling offener Posten haben:

Mahnstufe 1 tritt gut eine Woche nach dem Fälligkeitstermin ein und ist mit einer Bestellsperre verbunden. Mahnstufe 2 und damit eine Accountsperrung nach insgesamt knapp über 14 Tagen.

Das ist bei bewussten Nichtzahlern durchaus sinnvoll um nicht ewig hinter dem Geld herrennen bzw. noch weitere unbezahlte Leistungen erbringen zu müssen, trifft aber eben auch immer wieder Kunden, denen versehentlich etwas durch die Lappen gerutscht ist oder die einfach mal für 1-2 Wochen verhindert waren.

Damit ist jetzt Schluß. Mit Wirkung zum heutigen Mahnlauf haben wir die Fristen deutlich erhöht. Denn lieber profitieren auch manche notorischen Nichtzahler davon, als dass wir gute Kunden wegen eines Lapsus übermäßig streng und schnell mit in die Pflicht nehmen.

Und so sind die neuen Regelungen im Detail:

  • Weiterhin sonntägliche E-Mail mit Kontoinformation/Zahlungserinnerung bei offenen Posten
  • Mahnstufe 1 (mit Bestellsperre) wird erst frühestens 14 Tage  nach OP-Entstehungsdatum erreicht
  • Mahnstufe 2 (mit Accountsperrung) wird erst nach 28 Tagen ab OP-Entstehungsdatum erreicht
  • Mahnstufe 3 (RA-Inkasso) erfolgt 6 Wochen nach dem OP-Entstehungsdatum
  • fristlose Kündigung ab frühestens 8-10 Wochen nach dem OP-Entstehungsdatum (in der Regel jedoch später; frühere Kündigungen im Einzelfall sind möglich)

Auch wenn diese Änderung aus dem Blickwinkel des Inkassos eine „Verschlechterung“ für uns gegenüber der bisherigen Regelung darstellt, handelt es sich um einen kundenfreundliche Verbesserung die somit nicht nur im Interesse unserer Kunden sondern auch in unserem eigenen Interesse ist. Immerhin soll kein Kunde nur weil er im Urlaub oder verhindert ist ungewohnt schnell gesperrt und damit in seiner Zufriedenheit geschmälert werden.

(Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keine Aufforderung zur verspäteten Rechnungszahlung dar. :-D)

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Sara Marburg

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Sara Marburg

Geschäftsführung (bis 11/13)

9 Kommentare

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  • PHP-Tom
    PHP-Tom - 22. April 2010 um 11:06 Uhr

    Hmmm, anstatt die Fristen generell auszuweiten (was sicherlich leichter umzusetzen war), hätte ich stattdessen eine fallsweise Ausdehnung in Betracht gezogen. Langjährigen pünktlichen/unproblematischen Zahlern hätte man dann eine längere Frist einräumen können, bei den anderen bleibt es wie es ist/war.

    Ich hoffe die neue Regelung wird nicht ausgenutzt werden (ich befürchte es aber…)

  • Agadius
    Agadius - 22. April 2010 um 11:16 Uhr

    *Memo an mich selbst* Immer erst 27 Tage nach Fälligkeit zahlen.
    Was ich da bei den monatlichen Preis an Zinsen rausschinden kann.

    Ach, das klappt ja auch nicht. Ihr habt ja eine Einzugsermächtigung von mir 😛

  • Sara
    Sara - 22. April 2010 um 11:33 Uhr

    @PHP-Tom: Das ist unabhängig von der Neuregelung denkbar. Wir wollten jedoch bewusst eine Änderung schaffen, die keine Aktion für den Kunden erforderlich macht. Eine automatische Berücksichtigung bisheriger Zahlungen für systembedingt automatische, variable Zahlungsziele sind hingegen an mehreren Stellen (u.a. der genutzten Buchhaltungssoftware) nicht (bzw. nicht ausreichend einfach) möglich.

  • Arno Nym
    Arno Nym - 22. April 2010 um 11:55 Uhr

    Vielen Dank für dieses Änderung. Leider hat mich auch vor ein paar Jahren einmal die kurze Frist betroffen, so dass mein kompletter Email Verkehr wegen 20 Euro zum Erliegen gekommen ist, bevor ich den Zahlungsverzug bemerkt hatte. Die genauen Umstände weiß ich leider nicht mehr, aber es war bei dem Betrag und ohne Vorsatz ziemlich ärgerlich.

  • Akte
    Akte - 22. April 2010 um 12:07 Uhr

    Hmm die Regelung überzeugt mich nicht. Ich bleibe bei Lastschrifteinzug… 😉

  • Marc
    Marc - 23. April 2010 um 11:36 Uhr

    paßt zwar nicht ganz zu og Thema, aber ich möchte hier einen Vorschlag zum Rechnungsversand geben.
    In der Form, dass man 0 Euro Rechnung nicht versendet.

  • 3mark49-Kunde
    3mark49-Kunde - 27. April 2010 um 14:46 Uhr

    Wird diese Änderung auch Auswirkungen auf Spezialangebote wie den VirtualServer BestSelect haben, der nach früheren Aussagen ja schon bei einer einmalig (z.B. wegen Unterdeckung) zurückgegangenen Lastschrift sofort gekündigt wird?

  • 3mark49-Kunde
    3mark49-Kunde - 29. April 2010 um 13:40 Uhr

    Keine Antwort ist natürlich auch eine Antwort. Warum habe bloß immer ich diese Probleme mit dem so vielgelobten df-Service?

  • Sara
    Sara - 29. April 2010 um 14:08 Uhr

    Hallo 3mark49-Kunde,

    ich bitte um Entschuldigung – der Kommentar bzw. die Frage ging leider unter. Hier nun noch die Antwort:

    Selbstverständlich gilt die Änderung für alle Kunden und Tarife. Auch die zum Einführungszeitpunkt aufgrund der damals besonders knappen „Geschenk-Kalkulation“ vorsorglich vorgenommenen Einschränkungen und Hinweise sind heute lange nicht mehr so akut wie vor inzwischen fünf Jahren :-).