Verschiedene Ansätze rund um Virtualisierung und Cloud

Welche verschiedenen Ansätze gibt es rund um die Virtualisierung und Cloud-Computing? Hier einige Beispiele, die keinesfalls wertend gemeint sind sondern die große Bandbreite an Angeboten für den unterschiedlichen Bedarf aufzeigen sollen. Berücksichtigt sind einige uns aufgefallene Angebote, die Elemente von virtuellen Servern und Cloud-Computing miteinander verbinden:

JiffyBox:Virtuelle Server basierend auf Xen zum Stundenpreis mit sekundengenauer Abrechnung variabel und in Echtzeit einrichten, verwalten und löschen. Features: Sehr einfacher Tarifwechsel (Start in Echtzeit) bei mehr/weniger Leistungsbedarf, duplizieren, einfrieren, usw. von virtuellen Servern, Backup als neuen virtuellen Server starten, Auswahl div. Betriebssysteme, Bootmanager, serielle Konsole (Web/SSH), Notfallbootmodus, uvm. Drei Tarife ab 0,04 € pro Stunde. Innerhalb der virtuellen Server („JiffyBoxen“ genannt) kann der Nutzer das tun, was er möchte.  „Feste“ Zuteilung von virtuellenServern auf die Hostsysteme bei geringer Dichte zur Vermeidung von Performanceschwankungen.

Google AppEngine: Entwicklungs- und Hostingumgebung für an die AppEngine „angepasste“ bzw. damit kompatible Webanwendungen. Es steht kein virtueller Server „mit dem gemacht werden kann, was man möchte“ zur Verfügung. Die Nutzung ist – je nach Umfang – auch kostenfrei möglich.

HostEurope Cloud Hosting: Der Benutzer erhält mit dem „Virtual Cluster“ einen Hardwarepool bestehend aus mindestens zwei Servern („2 bis x dedicated Server“), welcher sich durch den Anwender selbst in virtuelle Server aufteilen lässt. Ein Preis wird auf der Homepage nicht genannt.

Strato Multiserver: Dedizierte Hardware, bei der durch den Anwender bis zu 2 virtuelle aktive und 4 virtuelle Standby-Server betrieben werden können. Monatspreis 79,95 €.

Rackspace Cloudservers: Ähnlicher Ansatz wie JiffyBox, erlaubt die Einrichtung von 1-50 virtuellen Servern basierend auf Xen, 256 MB bis 15,5 GB Arbeitsspeicher, Preise ab $ 10,95 oder $ 0,015 pro Stunde (jeweils bei 256 MB RAM und 10 GB Speicherplatz).

Amazon EC2: Bestandteil einer umfangreichen Sammlung von Webservices (Details dazu liefert u.a. dieser Wikipedia-Artikel). Auch EC2 basiert – wie JiffyBox und Cloudservers – auf Xen und stellt somit virtuelle Umgebungen mit einer hohen Flexibilität und nutzungsbasierten Abrechnung zur Verfügung. Preise: ab $ 0,095 pro Stunde.

Wie man sieht: Die Ausrichtung der einzelnen Produkte weicht erheblich von einander ab. Während Dienste wie JiffyBox, EC2 oder die Cloudserver eine sehr variable Einrichtung von virtuellen Servern zur z.T. freien Verfügung  „ad hoc“ und bei (zum Teil sekundengenauer) nutzungsbasierter Abrechnung ermöglichen und dabei verschiedene Zusatzfunktionen anbieten, stellt die Google AppEngine auf Entwickler ab, die eine konkrete Anwendung entwickeln und in der AppEngine-Umgebung laufen lassen möchten. Ein virtueller Server mit Root-Rechten ist dabei nicht enthalten. Diese erhält man wieder bei Angeboten wie HostEuropes CloudHosting oder Stratos Multiserver, wobei diese eben nicht z.B. einen Stundenpreis je virtuellem Server zu Grunde liegen, sondern eine Umgebung zum Monatspreis vermieten, welche der Anwender selbst innerhalb gewisser Vorgaben für die Einrichtung virtueller Server nutzen darf.

Für wen welcher Ansatz der Richtige ist, hängt primär vom konkreten Bedarf und der Zielsetzung ab: Flexibel bleiben und nutzungsbasiert zahlen, weil man heute einen und morgen fünf virtuelle Server braucht und diese fallweise einfach einrichten, duplizieren, löschen,… kann? Monatsfestpreis aufgrund gleichbleibenden Bedarfes bei  ansonsten ebenfalls variabler Einrichtung „eigener“ virtueller Server? Oder eine hochoptimierte Umgebung für das Hosting von bestimmten, entsprechend „angepassten“ Webanwendungen?

Sara Marburg

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Sara Marburg

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10 Kommentare


  • Johannes
    Johannes - 13. April 2010 um 09:11 Uhr

    JiffyBox ist auf jeden Fall endlich mal etwas wirklich neues von D)F. Und sogar root! „UUUUUUnglaublich“! ^_^

    In der Liste fehlt definitiv die Windows Azure Plattform. Unterstützt wird nicht nur ASP.NET, sondern auch PHP sowie eine Cloud-basierte T-SQL Datenbank. Feste Preise (750 Stunden == $59.95) oder Stundenbasiert (1 Stunde = $0.12). Storage und SQL-Azure kosten extra.

    ABER ihr Bürger des Domainfactory-Kontinuums wollt ja sowieso ALLE kein Windows! ;-P

  • Tobia Sara
    Tobia Sara - 13. April 2010 um 09:14 Uhr

    Danke für die Ergänzung. 🙂

    Grundsätzlich haben wir nichts gegen Windows (und nutzen es ja auch im Büro bzw. bieten mit ManagedExchange ein Microsoft-Produkt an). Von der Hosting-Ebene her sind wir aber sehr fest mit Linux verwurzelt und habe da umfangreiche Kompetenzen und Erfahrungen, weshalb Windowshosting für uns bisher einfach nicht nahe gelegen hat.

    Viele Grüße

    Sara
    ———————————–
    Tobia Sara Marburg
    Geschäftsführende Gesellschafterin
    domainfactory GmbH
    ———————————–

  • Michael
    Michael - 13. April 2010 um 09:31 Uhr

    Also ich hätte nichts gegen ein schönen Windows Web Server bei df.

  • Moritz
    Moritz - 13. April 2010 um 10:08 Uhr

    Ab wann kann man denn JiffyBox nutzen? Bin schon gespannt wie eine Flitzebogen! 🙂

  • Sara
    Sara - 13. April 2010 um 10:21 Uhr

    Am kommenden Montag geht’s los (mit JiffyBox, nicht mit Windows-Servern ;-)).

  • Moritz
    Moritz - 13. April 2010 um 10:26 Uhr

    Super! 😀

  • Torben
    Torben - 13. April 2010 um 11:56 Uhr

    @Sara ich bin wirklich einmal gespant wie „gut“ euer Dienst ist, bin durch Rackspace schon sehr verwöhnt und muss sagen das gerade die geniale Performance und das TOP Management Interface einen sehr verwöhnt. Für mich ist JiffyBox das 1. Produkt in der DF Reihe was sehr gut geeignet ist, da wir sehr lastintensive Applikationen hosten und entwickeln und diese eben bei Bedarf für verschiedene Kunden zum Einsatz kommen. Im Moment bedienen wir uns einem Pool bei Rackspace von ca. 16TB RAM aufgeteilt auf hunderte VServer, was jedoch sehr gut funktioniert. Die Frage dich bis jetzt noch nirgends gefunden habe, wie viel RAM kann einer Instanz max. zugeordnet werden?

  • Niels
    Niels - 13. April 2010 um 17:01 Uhr

    @Sara: Ja die Russen waren auch sehr verwurzelt im Kommunismus und wir sehen ja was es Ihnen gebracht.
    Aber ein technischeres Beispiel selbst Global Player wie SAP setzen in der Zwischenzeit nicht nur auf ABAP und Java…und Apple lässt als grosser Adobeunterstützer kein Flashplayer auf dem iPhone zu aber Monotouch…

    Man muss und sollte auch im Interesse der Kunden sein Spektrum erweitern. Einfach mal über den Tellerrand schauen 😉

  • Sara
    Sara - 14. April 2010 um 07:37 Uhr

    Hallo Niels,

    >Ja die Russen waren auch sehr verwurzelt im Kommunismus
    >und wir sehen ja was es Ihnen gebracht.

    Linux ist unter den Betriebssysteme also dass, was der Kommunismus unter anderen Gesellschaftsformen ist? Und wenn ja: was bedeutet das?

    Aber mal im Ernst: Wir schauen gerne über den Tellerand und erweitern unser Spektrum. In Richtung Windows(-hosting) ist also nichts ausgeschlossen, auch wenn wir bisher stets anderen Dingen den Vorzug gegeben haben.

    Viele Grüße

    Sara