Wenn man niemals auf seinen Kontoauszug schaut…

…merkt man es auch nicht, wenn unberechtigte Abbuchungen erfolgen. So kann man es zusammenfassen, was einem Kunden bzw. ja eigentlich Nicht-Kunden passiert ist. Auf dessen Namen wurde bei uns bereits im Jahr 2007 ein Vertrag geschlossen, für den wir auch ohne jegliche Probleme die damit verbundenen regelmäßigen Kosten von seinem Girokonto abbuchen konnten.

Nach nunmehr rund vier Jahren hat der Betroffene diesen Umstand erstmals bemerkt und sich hilfesuchend an uns gewendet. Anfangs konnten bzw. wollten wir kaum glauben, dass sich jemand, dessen Konto- und Personendaten angeblich missbraucht worden sind, trotz regelmäßig eingelöster Lastschriften erst nach einer so langen Zeit bei uns meldet. Im persönlichen Telefonat konnte der Betroffene uns jedoch davon überzeugen, dass hier tatsächlich ein Missbrauch vorliegt und er wirklich über die lange Zeit einfach nicht gemerkt oder gesehen hat, dass wir von seinem Konto abgebucht haben.

Vor diesem Hintergrund haben wir in dieser ungewöhnlichen Situation dem Wunsch entsprochen, alle berechneten Gebühren zu erstatten. Zwar hätten wir auch darauf beharren können, dass der Kunde niemals Einwendungen erhoben und seine eigene Sorgfaltspflicht verletzt hat. Denn wer jahrelang bei einem Unternehmen als Kunde geführt wird und widerspruchslos zahlt, wird sich wohl einen gewissen „Anscheinsbeweis“ durchaus vorhalten lassen müssen. Sonderlich kundenfreundlich wäre uns dieses Vorgehen jedoch nicht erschienen, weshalb wir einer vollständigen Rückzahlung der Beträge zugestimmt haben.

Bevor nun jemand auf falsche Ideen kommt: Dies war eine Einzelfallentscheidung und die Ausnahme von der Regel. Als einfache Lösung, um den eigenen Account rückwirkend kostenfrei stellen zu lassen, ist sie nicht geeignet ;-).

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Sara Marburg

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Sara Marburg

Geschäftsführung (bis 11/13)

7 Kommentare

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  • CeKaDo
    CeKaDo - 25. Oktober 2011 um 09:49 Uhr

    Ich frage mich jetzt nur, wer vom Account einen Nutzen hatte?

  • Michael Smith
    Michael Smith - 25. Oktober 2011 um 10:24 Uhr

    Das gibt’s doch nur bei D)F. 😀
    Über die Zeit zeigt sich schon erschreckend regelmäßig, dass ich hier sehr gut aufgehoben bin – Eure Grundsätze entsprechen meinen eigenen und sind in der freien Wirtschaft leider (fast) nicht mehr zu finden.

    Es ist sicher anzunehmen, dass der Account fristlos geschlossen und die Daten unwiderruflich gelöscht wurden – denke ich doch? Als „nicht-mehr“-Geschädigter hätte ich jedenfalls Anzeige erstattet, auch wenn ich mir Kommentare über meine Sorgfalt hätte anhören müssen…

  • Anonymous
    Anonymous - 25. Oktober 2011 um 11:00 Uhr

    Ich weiß nicht ob es stimmt (und kann dies derzeit nicht verifizieren), aber erst vor kurzem hörte ich, dass es in der Schweiz diesbezüglich ein viel sichereres System für alle Beteiligten (außer die Betrüger) gibt.

    Und zwar muss einer Bank, bevor ein Lastschriftauftrag erteilt wird, die persönliche Unterschrift des Kunden und damit die Einwilligung, vorliegen.

    Ob dies in der Schweiz so ist, oder nicht, kann ich nicht sagen, das System finde ich aber auf jeden Fall sehr gut, besonders in Anbetracht dessen wie einfach man heutzutage an beinahe jedwede persönliche Daten kommt, sei es über Social-Engineering oder über den technischen Weg.

    Es gab schon mehrere Experimente à la: Vor einer Bank wurden Leute angesprochen, sie mögen doch den PIN ihrer EC-Karte mitteilen, da es ein Problem gäbe. Die Fragenden gaben sich als Mitarbeiter der Bank aus.

    Beinahe 80% der Leute gaben bereitwillig und ohne zu Hinterfragen bzw. einen Ausweis etc. zu verlangen ihren PIN-Code preis, ehe das Ganze aufgelöst wurde. Erschreckend, wie ich finde.

    Es zeigt wieder einmal wie einfach die meisten Menschen durch Angst manipuliert werden können.

  • Stephan M.
    Stephan M. - 25. Oktober 2011 um 13:42 Uhr

    jetzt wo ihr es sagt! Bei mir bucht die domainFACTORY auch schon seit Jahren ab. Lässt sich hier denn noch was machen? 😀 😀 😀

  • Rainer.D
    Rainer.D - 25. Oktober 2011 um 14:20 Uhr

    @Anonymous: Eigentlich ist das hiesige Lastschriftverfahren auch sicher, unberechtigte Lastschriften lassen sich immerhin innerhalb von 13 Monaten zurück buchen. (Innerhalb von 6 Wochen lässt sich jede Lastschrift zurück buchen, bezüglich der 13 Monate muss man mitunter mit der Bank etwas „kämpfen“).

  • Holger
    Holger - 25. Oktober 2011 um 15:11 Uhr

    @Anonymous: Ich finde es nicht Erschreckend!!! Man sieht das die Leute halt noch Vertrauen haben. Traurig finde ich nur das wir in unserer Gesellschaft lieber dazu übergehen, Misstrauen gegen jeden aufzubauen anstatt gegen die schwarzen Schafe, die die Gutgläubigen ausbeuten, vorzugehen. Es kommt soweit das man NIEMANDEN mehr Vertrauen kann, außer natürlich df ;-))

  • Kailash
    Kailash - 25. Oktober 2011 um 15:44 Uhr

    @Holger
    wer die PIN rausrückt ist Naiv, das hat mit vertrauen nicht unbedingt was zu tun. Die PIN geht auch keinen Bankmitarbeiter etwas an.