Anwaltliche Abmahnung und Unterlassungsaufforderung der 1&1 Internet AG

Ist es Absicht oder Zufall, dass uns ausgerechnet am 23.12. und damit unmittelbar vor Weihnachten eine anwaltliche Abmahnung der 1&1 Internet AG zugeht? Wir können darüber nur spekulieren, Fakt ist aber: In einem uns heute vorab per Telefax übersendeten, anwaltlichen Schreiben werden wir aufgefordert, die von uns im Kundenservice genutzte Zeichenfolge „One.Done!“ in dieser und anderen Schreibweisen nicht mehr zu verwenden. Konkret sollen wir bis zum 30.12.2010 u.a.:

  • gegenüber dem Deutschen Patent und Markenamt den vollständigen Verzicht auf unsere Marke „One.Done!“ erklären,
  • die markenmäßige Benutzung von „One.Done!“ und weiteren Schreibweisen unterlassen sowie
  • eine strafbewehrte Unterlassungserklärung gegenüber 1&1 abgeben.

Die Bezeichnung „One.Done!“ verwenden wir  bei domainFACTORY für unseren direkt im Kundenmenü integrierten Onlinekundenservice seit langer Zeit und haben die zugehörige Marke bereits im Jahr 2004 angemeldet. Am 29.07.2004 wurde sie dann „ohne Widerspruch“ eingetragen. Auch ohne Widerspruch von 1&1.

Und warum nun das Ganze? Nun, wir hatten gegen eine jüngere EU-Marke (Nr. 7430821) Widerspruch eingelegt, nachdem diese im anwaltlichen Markenüberwachungsverfahren aufgefallen ist. Das Europäische Markenamt ist unserer Auffassung gefolgt; die Beschwerde von 1&1 dagegen ist noch anhängig.

War es Ärger darüber, dass sich ein so vergleichsweise kleiner Hüpfer wie wir mit der großen 1&1 „anlegt“, der die Abmahnung von 1&1 ausgelöst hat? Wir wissen es nicht. Der Anwalt teilte uns jedenfalls mit: „Vor diesem Hintergrund“ (gemeint ist das o.g. Verfahren) sei nun unsere „rechtswidrig eingetragene Marke anzugreifen“.

Das sehen wir anders und wird zu klären sein.  Aber erst nach den Weihnachtsfeiertagen, bitte. Dafür hoffen wir bei 1&1 auf Verständnis. Und wünschen an dieser Stelle allen 1&1 MitarbeiterInnen ein frohes Weihnachtsfest. 🙂

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23 Kommentare

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  • Michael
    Michael - 23. Dezember 2010 um 18:57 Uhr

    Vermutlich wollen die zum Jahresschluss noch ein wenig Umsatz generieren, den es von den Kunden eigentlich nicht gäbe. Also halt ne Abmahnung schicken.

  • Pascal Rosenberg
    Pascal Rosenberg - 23. Dezember 2010 um 19:37 Uhr

    Naja, wenn es der 1&1 Spass macht. Also, Registernummer: 30422608, Markenform: Wortmarke, Schutzendedatum 30.04.2014
    (für alle die nicht die Suche des dpma kennen).

    Also ich bin ja kein Patent- und Markenanwalt aber kann man wirklich so doof sein und gegen eine bestehende Marke klagen wollen, die schon vor sechs Jahren eingetragen wurde und zwar nicht in irgend einem anderen Land sondern in dem Land, in dem man selber tätig ist?

    Und wenn ja, warum? Hat man da soviel Kohle, dass man sagt: Okay auch wenn wir diesen Prozess vielleicht verlieren, immerhin ham wir die n bisserl geärgert.

    Naja, manche halten eben nichts von weihnachtlicher Nächstenliebe. Ich jedenfalls mag keine Abmahnungen. Ich bin ein Freund des direkten Kontaktes. Wenn der nicht hilft, kann man immer noch mit Anwälten kommen. 😉

    Frohes Fest

  • Jörg Dennis Krüger
    Jörg Dennis Krüger - 23. Dezember 2010 um 19:40 Uhr

    „One Done“ und „One and One“ sind lustigerweise tatsächlich nur zwei Buchstaben auseinander – das war mit vorher gar nicht aufgefallen.

    Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass man diese Marken miteinander verwechseln kann. Insbesondere tritt „1&1“ in Deutschland ja gar nicht unter OneandOne auf… erst Recht nicht bereits 2004. Die Abmahnung sollte so allein schon wegen dem Alter der df-Marke zurückzuweisen sein. Und es würde mich wundern, wenn man einen Richter finden würde, der vor dem Hintergrund eine einstweilige Verfügung erlässt. Da müssen die Montabaurn wohl erstmal den steinigen und langen Weg eines normalen Gerichtsverfahrens gehen.

    Ich bin gespannt, wie das ausgeht und drücke die Daumen!

  • Patrick
    Patrick - 23. Dezember 2010 um 20:14 Uhr

    Unglaublich.
    Und da war ich mal Kunde …

  • Adrian
    Adrian - 23. Dezember 2010 um 20:38 Uhr

    Von einer „rechtswidrig eingetragenen Marke zu sprechen“, die fünf Jahre früher eingetragen wurde, zeugt schon von einem gewissen Humor. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten. 🙂

  • Stagos
    Stagos - 23. Dezember 2010 um 23:36 Uhr

    One and One kenn ich noch als C64-Game in den 80ern. Ist eine Basketball-Spielweise Mann gegen Mann…..

  • Marco Spadafora
    Marco Spadafora - 24. Dezember 2010 um 08:33 Uhr

    @Stagos: Und wie cool war die Grafik. Hat also heute noch einen guten Ruf, der Name 🙂

    Ich spiele zwar nicht in der Liga, habe aber im Berufsleben schon so einige unschöne Dinge mitbekommen. Klingt mir nach einen Versuch einen Hebel woanders anzusetzen, um gegebenenfalls einen Handel vorschlagen zu können.

  • Anonymous
    Anonymous - 24. Dezember 2010 um 11:04 Uhr

    Naja, da darf man sich eben nicht wundern, wenn man wegen so einer Trivial-Sache wie dem „Online-Kundenservice“ extra eine Marke anmeldet…

    Muss das denn heutzutage sein, dass man alles mögliche in umständliche Anglizismen verpackt, die keiner versteht und die dann auch noch als Marken anmelden muss? Das ist ja auch nicht billig und birgt halt immer die Gefahr von rechtlichen Auseinandersetzungen.

    In meinen Augen ist das Quatsch. Soll man doch halt einfach „Online-Kundenservice“ ins Menü schreiben – fertig. Versteht jeder und dann gibt’s auch keinen Ärger.
    „One.Done!“ habe ich nie verstanden, aber vielleicht bin ich auch nicht „hipp“ genug oder zu sehr auf meine deutsche Muttersprache fixiert.

    Mir ist es egal, wer da jetzt von den beiden Parteien recht hat – auf jeden Fall freuen sich nun wieder die Anwälte. Geld und Manpower wird verbrannt, einige Nerven vielleicht auch noch… war/ist es das wert?

  • Rainer.D
    Rainer.D - 24. Dezember 2010 um 11:55 Uhr

    @Anonymous: Es ist tatsächlich ein großes Problem das zu viele Englische Begriffe verwendet werden. Die ältere Generation interessiert sich immer mehr für das Internet und da sprechen längst nicht alle Englisch. „One.Done!“ ist dann erst einmal ein Rätsel. Online-Kundenservice wäre verständlich. Es ist wichtig sich Deutsche Webseiten aus Sicht eines Kunden anzusehen der kein Englisch kann, da muss man dann so einiges raus werfen. Aber das ist eine andere Baustelle …

  • MissVip
    MissVip - 24. Dezember 2010 um 13:52 Uhr

    Ich verstehe Englisch und bin mir deshalb oft nicht bewusst, dass ich soeben etwas in Englisch gelesen habe. Aber „One.Done!“ Ist mir auch aufgefallen. Gemeint ist doch, dass man mit nur einem Klick Hilfe bekommt. Also „Ein.Klick!“ Müsste man vermutlich nicht schützen lassen, wäre ev. gar nicht möglich.
    Wenn an den Geschäften „Sale“ steht, muss ich immer lachen. Das heisst auf Französisch schmutzig und das würde ich nicht unbedingt im Schaufenster kundtun. Es wäre schön, wenn wieder mehr Deutsch geschrieben und gesprochen würde. Wir haben auch schöne Wörter und Ausdrücke.

  • Anonymous
    Anonymous - 24. Dezember 2010 um 22:48 Uhr

    Durchaus, die deutsche Sprache hat viel zu bieten. Leider gerät das immer mehr in Vergessenheit. Ob das gewollt ist?

  • Anonymous
    Anonymous - 24. Dezember 2010 um 22:51 Uhr

    Entschuldigung, normalerweise bin ich ja ein Verfechter dFs aber in diesem Falle ergreife ich keine Partei. Mir erschließt sich der Sinn in derartigen Aktionen nicht, und damit meine ich jetzt den Markenschutz.

    Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit bis die Gier zuviel für diese Welt werden wird. NOCH kann man keine alltäglichen Begriffe schützen lassen, doch wie lange wird das wohl noch so bleiben?

  • Rainer.D
    Rainer.D - 25. Dezember 2010 um 12:29 Uhr

    Hmmm …. Fenster und Äpfel gibt es aber doch als Marke? *g*

  • Anonymous
    Anonymous - 25. Dezember 2010 um 14:23 Uhr

    Ohja, das war, zumindest im Falle „Windows“, aber eine äußert interessante Antragsstellung der nur im Zusammenhang mit Computern stattgegeben wurde, sofern ich mich recht entsinne.

  • Florian
    Florian - 26. Dezember 2010 um 12:45 Uhr

    1&1? hmmmmm…..

    Stimmt, da war meine Firma, bevor ich mich um Domains gekümmert habe und dann schnell zu Euch gewechselt habe.

    Aber mal im Ernst: Wen hättet Ihr lieber? Marcel Davis oder Sara?
    😉

  • Guntram
    Guntram - 27. Dezember 2010 um 08:51 Uhr

    @Jörg Dennis Krüger

    Also genau genommen ist die von dF genutzte Wortmarke vier Zeichen auseinander (ohne Leerzeichen zu beachten), denn bei „One.Done!“ ist sowohl ein Punkt in der Mitte als auch ein Ausrufezeichen am Ende. Und da diese Wortmarke ja eigentlich nur innerhalb von dF und nicht als eigenes Produkt oder Firma verwendet wird, kann es m. E. 1&1 gar nicht stören. Ein klarer Fall von „Wie Du mir, so ich Dir!“

  • LeereDose
    LeereDose - 27. Dezember 2010 um 19:08 Uhr

    Die Retourkutsche die 1&1 da betreibt, finde ich gut.
    Man muss sich nicht jeden einzelnen Furz als Marke etc. eintragen lassen.

  • Horschäk
    Horschäk - 28. Dezember 2010 um 04:38 Uhr

    Phonetisch liegen die beiden Wortmarken aber dann doch schon nahe beieinander, wobei ich auch an ein „wie-Du-mir-so-ich-Dir“ glaube.

    @Leere Dose
    Doch, gerade deswegen sollte man sich auch so etwas als Marke schützen lassen.
    Es gibt immer wieder Fälle, in welchen kleine Unternehmen schon lange eine/ihre „Marke“ benutzen und dann „erfindet“ ein großes Unternehmen eine MARKE, lässt sich die eintragen und schiesst gegen den Kleinen, selbst wenn der in einem ganz anderen Metier unterwegs ist.
    Ich würde mir wirklich jeden Scheiss als Marke eintragen lassen, wenn ich als Klein(st)unternehmer mit meiner Marke hofieren gehe.

  • Florian
    Florian - 28. Dezember 2010 um 22:34 Uhr

    @Horschäk: Auch wir haben unser Unternehmen schützen lassen, obwohl es bereits eine Firma mit geringfügig anderer Schreibweise gab, die anderen haben es halt nicht gemacht.
    Fakt ist aber auch, das wir denen nichts im bisherigen Zweck des Unternehmens können, da die vorher da waren. Auch das ist in Deutschland geschützt. Nur bei Änderungen oder neuen Unternehmen können wir dagegen angehen.
    Leider kommt es trotzdem vor, das es so passiert, wobei das als Einschüchterung zählt, und da viele nachgeben (wobei dagegen angehen ja auch Geld kostet, was auf der einen großen Seite eben meistens für sowas vorhanden ist).

  • MissVip
    MissVip - 28. Dezember 2010 um 23:11 Uhr

    Jetzt möchte ich aber doch mal nachfragen, wie die Marke bzw. der Ausdruck „One.Done!“ entstanden ist, denn mit der korrekten Übersetzung ins Deutsche habe ich Mühe. „Eins.Getan!“? Was ist die Idee dahinter? Und weshalb habt Ihr keinen deutschen Ausdruck gewählt? Sprechen die meisten Eurer Kunden englisch?

  • Nils Dornblut
    Nils Dornblut - 29. Dezember 2010 um 10:23 Uhr

    @MissVip: Der Name soll die Einfachheit des Systems unterstreichen: „Ein Klick und fertig.“. Es muss einfach die Abteilung und den Anfragegrund ausgewählt, die benötigten Informationen ergänzt und dann abgesendet werden. Fertig – schon wird das Ticket automatisch mit dem zugehörigen Account verknüpft, in der zuständigen Abteilung direkt zugeteilt und so schnell wie möglich beantwortet. Die Webhostingwelt ist oftmals englisch und daher lag es nahe, einen solchen Ausdruck zu wählen. Ergänzt wird er aber häufig noch mit Eilservice, was es dann wieder mit der deutschen Sprache verbindet.

  • Rainer.D
    Rainer.D - 29. Dezember 2010 um 13:26 Uhr

    Nur aufpassen das Amazon nichts davon mitbekommt, die haben ein 1-Klick Patent. (Haben die das noch?).

  • Sara
    Sara - 29. Dezember 2010 um 13:28 Uhr

    @Rainer.D: Ja, haben sie und bekommen meines Wissens auch Lizenzgebühren von Dritten dafür, z.B. Apple. Siehe auch: http://en.wikipedia.org/wiki/1-Click