Backuperstellung bei dF – Zahlen und Fakten

Backuperstellung ist ein komplexes Thema. Da wir einige Vorschläge zur Verlägerung der Verfügbarkeit unserer Backups erhalten haben, haben unsere Administratoren aus dem Bereich „Backuperstellung“ einen Einblick in die Zahlen und Fakten der Backuperstellung bei domainFACTORY zusammengestellt und die kritischen Punkte rund um die mit den Vorschlägen verbundenen Änderungen näher erläutert.

Größe der Serverlandschaft

Im Bezug auf Backups sieht auf den ersten Blick eine Umsetzung auch wirklich leicht aus: Einfach die Backups später löschen (z.B. nach 7 statt 3 Tagen) und im Kundenmenü noch eine Option in Richtung „Starte Backup für…“ oder „Restore Daten von…“ integrieren und schon ist die Sache erledigt. Das würde in kleineren Umgebungen vermutlich einen Tag Aufwand bedeuten, vielleicht sogar noch weniger.

Wir setzen aktuell jedoch 643 dedizierte Backupserver ein, welche momentan 1.218.812.3 GB (= rund 1218 TB) reine Daten gespeichert haben. Um Ausfälle auch auf Backupservern zu verhindern, wird auch dort auf ein Raid-System gesetzt. Ca. 3400 Festplatten kommen insgesamt für die Backups zum Einsatz. Es ist nun leicht auszurechnen, was es bedeuten würde, wenn wir die vorhandenen Backups verdoppeln würden, oder wie gewünscht zusätzlich noch monatliche Backups anbieten würden.

Jede Nacht sichern wir derzeit etwa 2.213.641.117 (ca. 2,2 Milliarden) Dateien mit eine Größe von insgesamt 135.725 GB (= rund 132 TB), dies benötigt im Netzwerk eine Bandbreite von 93 Gbit.
Da die Webserver selbstverständlich während ihrer Arbeit auf die Festplatte zuzugreifen, ist eine Berechnung der Backuplaufzeit (Server Z ist angebunden mit X Mbit = Y Mbyte, da heißt die gespeicherten Daten von 500GByte sind in C Stunden gesichert) nicht möglich, denn in der Praxis bewegt sich die Rate weit unter der theoretisch möglichen Rate, das Netzwerk am Webserver ist also selten, bzw. nie der limitierende Faktor. So kann es vorkommen, dass ein Server für ein Backup 16 Stunden in Anspruch nimmt. Wir beobachten/überwachen dies natürlich und nehmen hier permanent Änderungen und Optimierungen vor.

Möglichkeiten zur Verlängerung der Backup-Verfügbarkeit

Nun wäre es eventuell im ersten Moment denkbar, ein monatliches Backup ganz einfach von dem „normalen“ Backup wegzusichern. Bedenkt man dann jedoch, dass der Tag 24 Stunden hat, wird klar: Wenn das Backup, das 16 Stunden lief, danach selbst noch weggesichert wird, wird der Backupserver spätestens beim Start des nächtlichen Backups am Folgetag extrem gefordert und die Backups würden sich verzögern. Das Resultat wären somit gestiegene Backuplaufzeiten für alle.

Im Forum wurde auch der Vorschlag vorgebracht, dass Kunden selbst Backups anfertigen lassen können, was auf den ersten Blick auch sehr interessant klingt und sicher ein tolles Feature wäre, aber auch da käme es zu Problemen in Bezug auf die Festplatten:
In der Theorie klickt also ein Kunde im Kundenmenü auf „Backup erstellen von Order X“ und schon läuft das Backup los, erhält anschließend die Meldung „Backup beendet“, die Daten sind gesichert und der Kunde ist zufrieden.
In der Praxis ist hier aber zu bedenken was passiert, wenn auf einem SharedHosting-Server mehrere Kunden gleichzeitig ein Backup anstoßen und dann eventuell sogar noch Restoreaufträge hinzukommen, bei denen die Techniker Backups zurücksichern. Dies würde dann zu einer hohen Serverlast und eventuell sogar zu einer Überlastung führen, sodass wir dann entscheiden müssten, welcher Kunde kein Backup durchführen darf, um den Server so vor einem Totalausfall zu bewahren. Sicherlich könnte man auch nur eine gewisse Anzahl von Jobs gleichzeitig zulassen, aber dann würde der Server gegebenenfalls rund um die Uhr Kundenbackups/Restores durchführen und unsere zugesicherten Backups liefen wesentlich langsamer oder wären gar nicht mehr nutzbar, was selbstverständlich nicht akzeptabel wäre. Hinzu kommt noch, dass wir ein gewisses Kontingent an Speicherplatz für die Backups einplanen müssen und nicht mehr abzuschätzen wäre, wie viel Speicherplatz benötigt werden würde, wenn Kunden jederzeit beliebig viele Backups erzeugen könnten.

Anpassung aller Server

Wenn man dies nun alles außer Acht lässt und weiterhin davon ausgeht, die Sicherung der Backups zu verlängern, gilt es nun jedoch noch eins zu beachten: Wir müssten dazu auf 643 Backupservern die Konfiguration anpassen bzw. neue Features hinzufügen. Hinzu kommen noch die Webserver im höheren 4-stelligen Bereich, auf denen ebenso eine Anpassung notwendig wäre, zusätzlich müsste das Kundenmenü diesbezüglich entsprechend mit den Servern kommunizieren.
Während dieser Änderung darf natürlich kein Backup verloren gehen, sprich: Eine einfache Umstellung auf vorgeschlagene, erweiterte Backuplösungen bedarf vieler Prüfungen und kann nicht „einfach mal so“ kurz geändert werden.

Das Thema Sicherheit ist bei Backups natürlich auch enorm wichtig, ein Speichern der Backupdaten (Snapshots) auf dem Webserver selbst wäre also keine optimale Lösung, denn bei einem Defekt des Dateisystems wären diese Snapshots auch nicht mehr vorhanden. Die Daten können/dürfen nur auf extern gelagerten Servern gespeichert werden auf die a) nicht jeder Zugriff hat und b) der Zugriff auch äußerst restriktiv geregelt ist. Diverse SCP/SSH/Rsync/FTP Lösungen sind hier nicht unbedingt empfehlenswert.

Wir übelegen selbstverständlich permanent, wie wir die Backups/Restores für Sie und uns schneller und angenehmer gestalten können und schließen Änderung für die Zukunft nicht aus.

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6 Kommentare

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  • Sepp
    Sepp - 21. Februar 2014 um 20:45 Uhr

    Wäre eine gesonderte Backupdisc im Webserver nicht eine Lösung um das Dateisystem-Problem zu minimieren? Dann wären die Backupdaten ja auf einer eigenen Festplatte und nicht im Webserver-RAID.

  • Daniel
    Daniel - 21. Februar 2014 um 22:49 Uhr

    Eine beachtliche Datenmenge und eine Herausforderung – stimme ich zu.
    Was mir noch nicht einleuchtet, warum dedzierte Backupserver eingesetzt werden? Wäre eine Storagelösung nicht geeingenter – Datendeduplizierung, Snapshots, etc..
    Außerdem wäre interessant, wie es Hosteurope schafft die Vorhaltedauer von 14 Tagen abzubilden.

  • Anna
    Anna - 22. Februar 2014 um 14:50 Uhr

    Hallo Sepp, das stimmt, auf einem dedizierten Server mit Backupdisk kann man selbst Sicherungen speichern.

  • Backup-Anfänger
    Backup-Anfänger - 22. Februar 2014 um 14:55 Uhr

    Ihr sichert Nachts aber doch jeweils die Dateien die sich ändern, oder jedes mal Voll-Backup?

  • Anna
    Anna - 24. Februar 2014 um 09:17 Uhr

    Backup-Anfänger, wir erstellen sowohl volle, als auch inkrementelle Backups.

  • Anna
    Anna - 27. Februar 2014 um 15:42 Uhr

    Daniel, entschuldigen Sie die späte Antwort, Ihr Kommentar ist leider fälschlicherweise als Spam erkannt worden.
    Das ist mit unserem System gewachsen,hat sich sehr gut bewährt und ist so auch tief in unserem System verankert.