Preiserhöhung für .com und .net Domains durch Verisign

Verisign, die Betreiberin der Registry für alle Internetadressen mit den Endungen .com, .net, .cc und .tv, wird zum 15. Januar 2012 die Preise für .com und .net Domainnamen spürbar anheben. Demnach erhöhen sich die jährlichen Kosten für .com-Domains um knapp 7% und für .net-Domains um sogar fast 10%.

Damit aber nicht genug: Denn im Laufe der kommenden Jahre stehen Verisign  weitere Preiserhöhungen zu, an deren Ende der Preis für die betroffenen Domainnamen um je nach Top-Level-Domain bis zu 70% über dem heutigen Niveau liegen könnten. Zu diesen reinen Registry-Kosten kommen die Gebühren der ICANN sowie weitere im Rahmen der Domainverwaltung entstehende Kosten aufgrund der damit verbundenen, extrem komplexen und teuren Systeme hinzu. Darüber hinaus erfolgt die Abrechnung dieser Gebühren und Kosten in US-$, so dass der Preis für Provider außerhalb des Dollarraums Wechselkursschwankungen unterliegt.  Dass diese Kursschwankungen einen nicht unerheblichen Einfluss auf die für Domainprovider entstehenden Einkaufskosten haben, zeigt die große Schwankungsbreite des Euro zum Dollar: von rund 1,60 US-$ je Euro im Jahr 2008 ist der Kurs auf bis zu etwa 1,20 US-$ im vergangenen Jahr eingebrochen; der Einkaufspreis für Provider ist also im gleichen Maße gestiegen. Derzeit liegt der Kurs bei 1,38 US-$ und die zukünftige Entwicklung ist angesichts von Themen wie der Schuldenkrise in den USA und Europa unsicher.

Vor diesem Hintergrund werden sich steigende Domainpreise in Zukunft wohl auch aus Kundensicht allgemein nicht vermeiden lassen, zumal Domainprovider wie wir bereits mehrfach und an unterschiedlichen Stellen Preissteigerungen „geschluckt“ und für ihre Kunden übernommen haben.

Wir selbst haben noch nicht endgültig darüber entschieden, wie wir auf die anstehende Preiserhöhung angemessen reagieren sollen. Klar ist nur, dass eine dauerhafte „Mehrkostenübernahme“ durch uns dieses Mal aufgrund des damit verbundenen Gesamtvolumens leider nicht möglich sein wird. Gleichzeitig müssen wir jedoch auch die bereits zu erwartenden weiteren Preiserhöhungen im Auge behalten und abwägen, welche Vorgehensweise für Kunden am besten nachzuvollziehen ist.

So oder so werden wir jedenfalls alles tun, um die Anpassung so transparent wie möglich weiter zu geben und dabei insbesondere keine eigenen Aufschläge für bestehende Domainnamen vorzunehmen. Aufgrund des Wechselkurses ist das natürlich nicht ganz einfach, aber lösbar. Für neue Domains werden wir hingegen genau abwägen müssen, ob wir irgend einen „exakt errechneten aber krummen“ Verkaufspreis in Kauf nehmen können oder auf den nächsten „Schwellenwert“ (bei uns immer x,x5 Euro) aufrunden müssen.

Natürlich freuen wir uns auch über Anregungen, Feedback und Vorschläge zu diesem Thema. Immerhin sind Sie als Kunde von dem Problem genauso betroffen, wie wir als Domainprovider. Wenn wir es am Ende gemeinsam lösen bzw. so viele Meinungen wie möglich berücksichtigen können, ist dies natürlich besonders wünschenswert 🙂

Sara Marburg

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Sara Marburg

Geschäftsführung (bis 11/13)

14 Kommentare

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  • mar-e
    mar-e - 24. Oktober 2011 um 14:25 Uhr

    Bei amerikanischen Anbietern sieht man gelegentlich das Angebot, Domains für mehrere Jahre im vorhinein zu registrieren.

    Gibt es eine solche Möglichkeit für df im Einkauf? Würde das finanzielle Vorteile und/oder Planungssicherheit bringen?

    Ich vermute viele df-Kunden hätten kein Problem damit, sich länger als ein Jahr an df zu binden.

  • Sara
    Sara - 24. Oktober 2011 um 14:39 Uhr

    mar-e: Eine solche Option gibt es und wir prüfen auch, ob sich hierzu eine Lösung bei uns finden lässt. Leider sind sämtliche Systeme bei uns nicht auf diese „multi-year“ Registrierungen oder Verlängerungen ausgelegt, weil eine so lange Vorauszahlungsdauer in unseren Hauptmärkten eher unüblich ist und nicht nennenswert nachgefragt wird. Der Schritt, das nun ordentlich zu implementieren, könnte daher, da wir im Hinblick auf dieses Thema bei null beginnen müssten, zu groß sein. Zumal die Entwicklerkapazitäten bei uns immer gut verplant sind und daher eine Lücke an anderer Stelle entstehen würde. Ansehen tun wir uns das Thema aber auf jeden Fall.

  • mar-e
    mar-e - 24. Oktober 2011 um 15:18 Uhr

    Brainstorming (unausgegorene Gedanken):

    * Was die df-Systeme schön können, ist „externe Domains“ einzubinden. Grundsätzlich könnte man die „multi-year“-Registrierung auch „außen anschrauben“, ohne sie richtig ins System zu integrieren.

    * Domainkosten fallen vor allem für größere und für preisbewußtere Kunden ins Gewicht. Lösungen für diese Kunden dürfen auch Aufwand verursachen (auch den Kunden), der erst ab einer höheren Domainzahl lohnt.

    * df bedient bei Domains den Mainstreambedarf, aber bietet z.B. keine exotischen TLDs, keine Verwaltung per Domainrobot und ähnliches an.
    Ein Kooperationspartner könnte das anbieten. Und ein Kooperationspartner könnte vermutlich auch multiyear-Domains einfacher realisieren als df selbst.
    Keine Ahnung, ob es einen zu df passenden Kooperationspartner gibt und keine Ahnung, wie so eine Kooperation aussehen würde — aber die Frage ist mir über die Jahre immer mal wieder in den Sinn gekommen (immer wenn im Forum eine Leistung rund um Domains nachgefragt wurde, die nicht ins Profil von df passt).

  • mar-e
    mar-e - 24. Oktober 2011 um 18:09 Uhr

    typo: „schön können,“ ~> „schon können“

  • anonymous
    anonymous - 24. Oktober 2011 um 18:43 Uhr

    das mit den exotischen domains und dem kooperationspartner von mar-e hört sich echt gut an! besser noch, exotische domains ohne kooperationspartner 😀

  • ArnoNyhm
    ArnoNyhm - 25. Oktober 2011 um 02:02 Uhr

    im amerikanischem markt ist es scheinbar mehr als üblich dass der Registrar und der Hoster getrennte Anbieter sind.

    überall bei den Angeboten ist es fast wie selbstverständlich dass man beim Hoster die Nameserver des Registrars angibt.

    umso mehr ist die „Strafgebühr“ bei dF für die Einbindung von nicht bei dF angebotenen TLD nicht so ganz zu verstehen.

    falls das Domaingeschäft also mehr ein draufzahlen ist, dann ist die Idee von mar-e ganz gut und eigentlich auch noch einfach umzusetzten: einfach die „strafgebühr“ für externe Domains weglassen.

  • Sara
    Sara - 25. Oktober 2011 um 08:48 Uhr

    @AnroNyhm: Die Kosten für die Nutzung von bei woanders registrierten Domainnamen stellen keine „Strafgebühr“ dar, sondern haben verschiedene Hintergründe. So erzeugen bei uns genutzte Domains in der Regel auch zusätzliche Kosten, z.B. weil mehr Datentransfer entsteht, zusätzliche E-Mailpostfächer verwendet werden oder insgesamt die Serverlast und damit verbundene Aufwendungen steigen.

    Darüber hinaus ist es in der von einem Verdrängungswettbewerb gekennzeichneten Hostingbranche von Bedeutung, die eigene Marktpräsenz in Form von z.B. Kunden- und Domainzahlen auszubauen. Auch aus diesem Aspekt haben wir ein Interesse daran, dass von uns angebotene und von Kunden bei uns genutzte Internetadressen auch möglichst bei uns registriert werden.

    Natürlich verstehen wir es, wenn dies im Einzelfall mal nicht funktioniert. Zum Beispiel weil ein Resellerendkunde oder Konzern seine Domain fest bei einem bestimmten Registrar nutzen und nicht umziehen möchte. Umgekehrt bitten wir dann jedoch auch um Verständnis, wenn zur Teilhabe an der Finanzierung unserer eigenen Kosten eine Gebühr für die Nutzung solcher externer Domains berechnet wird.

    Die Situation, dass bei uns angebotene Domains bei einem Wettbewerber registriert und dort bezahlt werden (= Geld fließt dort hin) aber sich bei uns durch die Nutzung die Kosten erhöhen, ist nicht gerade wünschenswert ;-).

    Übrigens: Je nach Tarif fallen für nicht von uns angebotene externe Domains (z.B. .ch) keine Gebühren an. Dies variiert je nach Tarif und Domainendung.

    Die Annahme, dass wir beim Domaingeschäft drauf zahlen, trifft im Übrigen nicht zu. Wir möchten jedoch gerne, dass dies so bleibt (und haben daher die anstehende Preiserhöhung thematisiert). Denn auch wir möchten, zumal wir mit viel Einsatz und Herzblut arbeiten, um die bestmöglichen Leistungen bieten zu können, genauso wenig „drauf zahlen“ oder kostenlos arbeiten, wie jeder andere Dienstleister auch. Das Domaingeschäft ist bei inzwischen mehr als 900.000 über uns verwalteten Internetadressen sogar ein wichtiges Standbein als Ergänzung um Hostinggeschäft.

  • Marcel
    Marcel - 25. Oktober 2011 um 08:54 Uhr

    Hallo ArnoNyhm,

    generell besteht in der Leistungsbeschreibung keine „Strafgebühr“ 🙂 Bei der Berechnung der externen TLD gibt es den Unterschied, dass z.B auf Managed- und auch ResellerDedicated Servern nur die Domainendungen berechnet werden, die auch über dF registriert werden können. Hierbei wird dann eine Gebühr in Höhe von 0,35 EUR pro Monat berechnet. Alle anderen externen TLD, die nicht registriert werden können, sind hierbei kostenfrei. Im SharedHosting-Bereich hingegen werden alle externen TLD mit 0,35 EUR berechnet. Des Weiteren wurde auch erst eine Preissenkung für externe TLD durchgeführt, was unter der folgenden URL hier im Blog mitgeteilt wurde.

    http://www.df.eu/blog/2010/05/20/3533/

  • Sara
    Sara - 25. Oktober 2011 um 08:57 Uhr

    Ergänzend hier auch noch ein hilfreicher Link zum Thema „externe Domains“:

    Warum externe Domains etwas kosten
    http://www.df.eu/blog/2009/09/25/warum-externe-domains-was-kosten/

  • Juergen Kerner
    Juergen Kerner - 27. Oktober 2011 um 14:27 Uhr

    Hallo,

    das Thema „Grundpreiserhöhungen“ für gTLD’s reizt mich schon seit ein paar Jahren, zumal der Vorwurf einer Willkür des Icann-Kartells nicht mehr von der Hand zu weisen ist.

    ich nehme stark an, dass weiterführende links zu diesem brisanten Thema hier nicht erlaubt sind, deshalb verweise ich einfach auf zwei webseiten, die mit dem Thema Domains zu tun haben, consultdomain*de und dvmag*de, nämlich da wo man schon nähere Hintergründe und Meinungen (auch aktuell) bezüglich der Preiserhöhungen erfährt.

    die einzige Chance, dieser Preistreiberei wirkungsvoll entgegen zu wirken, sehe ich in einer gemeinsamen Kartellrechtsklage in den USA, da sollten die untereinander konkurrierenden Registrare und Webhoster beidseits des Atlantiks sich auch ausnahmsweise zusammensetzen und juristische Schritte prüfen, denn ein fairer Wettbewerb unter den gTLD’s ist durch die in meinen Augen dreiste Icann Vetternwirtschaft quasi ausgehebelt!!!

    Denke, ich brauche hier auch nicht weiter aufzuführen, dass der nachgeschaltete Wettbewerb, das sind nun mal die web- und domainhoster u.U. die grossen Verlierer sein können, jedenfalls langfristig, während Herr Zuckerberg sich immer mehr die Hände reibt;-)

    auf der einen Seite haben wir zunehmende Rezessionsängste, auf der anderen Seite will uns die Icann zudem noch mit völlig überflüssigen NEW TLD’s überschwemmen, die die Welt eigentlich nicht mehr braucht, das zeigt mir, wie abgehoben der Laden Icann und seine Vertragslobbyisten auch angesichts der unverschämten Grundpreiserhöhungen agiert, solide ökonomische Partnerschaft zwischen Icann und Registraren sieht imho anders aus!

    Gruss, Juergen