Webseiten werden immer größer

Die Ladezeit einer Webseite kann das Verhalten der Besucher negativ beeinflussen und potentielle Kunden abschrecken. Das ist keine besonders neue Erkenntnis und Sie kennen sicher alle Ihre eigene Reaktion beim Aufruf einer Webseite die sehr lange benötigt, bis Inhalte dargestellt werden.

Im Herbst 2012 haben wir das Thema erstmalig bei uns im Blog angesprochen und damals 4 Sekunden als Grenzwert genannt, der von Besuchern als die durchschnittliche Erwartungszeit bis zum Aufbau der Seite galt.

Persönlich mag einem dieser Wert deutlich zu hoch oder auch zu niedrig erscheinen, aktuelle Tipps und Empfehlungen sprechen hier mittlerweile von 3 Sekunden als Grenzwert für die sog. „TTI„. Das ist die Zeit zu der spätestens die primären Inhalte einer Seite gerendert wurden und man interagieren kann. Am Beispiel eines Shops sollten die Navigationsleisten und Menüs sowie erste Grafiken auf der Startseite erkennbar sein und man muss Aktionen (z.B. eine Suche) ausführen können.

Heutige Webseiten sind im Vergleich, alleine zum vorangegangenen Jahr, im Schnitt deutlich größer und leider viele davon dadurch auch langsamer geworden. Dies belegt auch ein aktueller Blick auf die Trendstudie von httparchive, die wir bereits 2012 zur Veranschaulichung genutzt haben:

http://httparchive.org/trends.phpBetrachtungszeitraum: 01.Juli 2012 bis 15.Juni 2014

Informationen zur Datenermittlung
Quelle: http://httparchive.org/trends.php – Herangezogen für die Auswertung werden im Schnitt 29.000 URLs (seit Sept. 2012 vorher schwankend). Die Liste der URLs basiert auf einer Auswahl aus dem Alexa-Ranking der Top 1 Million Seiten.

Webseiten wachsen weiter

Die Durchschnittsgröße einer Startseite (mobile Versionen ausgenommen) lag somit

  • 2010 um die 720 Kilobyte
  • 2011 bei über 950 Kilobyte
  • 2012 bei ca. 1,1 MB
  • 2013 bei 1,4
  • und liegt im Juni 2014 bei 1,7 MB

Im Gegenzug nahm die Anzahl der Objekte, die übermittelt wurden kaum zu, im obigen Betrachtungszeitraum von 84 auf 95 Objekte.

Hauptgrund der Zunahme sind die weiter steigende Nutzung von JavaScript-Code und Frameworks inkl. Erweiterungen sowie umfangreichere CSS-Dateien und Fonts. Selbstverständlich sind auch hochauflösendere Produktbilder relevant, der Anteil des eigentlichen textuellen Inhalts an der Größe veränderte sich hingegen kaum.

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Dietmar

Über den Autor

Dietmar

Dietmar ist seit 2005 bei domainFACTORY in wechselnden Aufgabenbereichen tätig. Seit 2013 unterstützt er als "Spezialist Qualitätssicherung Web" die Kollegen in der Entwicklungsabteilung bei allen Themen rund um Quality Assurance / Testing. Dabei kommt ihm die jahrelange Erfahrung im direkten und indirekten Kundensupport und der Begleitung bei der Einführung unseres ResellerProfessional-Systems zu Gute. Auch für viele Kollegen ist er bei Fragen dazu oder sehr alten Tarif-Konstellationen noch immer gerne eine Anlaufstelle.

8 Kommentare

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  • Johnny
    Johnny - 21. Juni 2014 um 15:58 Uhr

    Ein weiterer negativer Punkt, der mir in den letzten zwei bis drei Jahren auffiel, sind die vielen nachladenden Inhalte, so zum Beispiel bei Picture Communities, die dann sehr schnell auch den Arbeitsspeicher gerade etwas älterer Rechner füllen und daddurch sogar zum Systemabsturz führen können.
    Was spricht eigentlich dagegen, diese Inhalte auf mehrere Einzelseiten zu verteilen; gibt es Untersuchungen dazu, ob User generell weniger „klicken“ denn „scrollen“ wollen?

  • Wep-Disein
    Wep-Disein - 21. Juni 2014 um 18:32 Uhr

    … ich guck immer das eine Seite nie mehr als 80 bis 100k hat, schwierig ist das nicht, auch wenn alles schön bunt ist und Fotos dabei sind. Kein Thema.

  • Dietmar
    Dietmar - 25. Juni 2014 um 14:27 Uhr

    Hallo Johnny,
    direkte Studien/Zahlen kenne ich nicht, ein Artikel aus 2012 beschreibt aber ganz gut, dass es sicher Abhängig der Seitenstruktur und der Zielgruppe ist, ob man lieber mit mehreren Seiten oder Scrolling arbeiten soll: http://www.seitenreport.de/kb/-/scrolling-oder-paging-auf-webseiten-was-ist-besser.html

  • Dietmar
    Dietmar - 25. Juni 2014 um 14:29 Uhr

    @Wep-Disein: 100k ist schon eine Leistung, das schaffen wir für die dF-Webseiten nicht 😉

  • Hans Sortino
    Hans Sortino - 26. Juni 2014 um 00:11 Uhr

    Leider werden die Seiten immer größer. Macht dann ganz besonders viel Spaß bei morschen Funkverbindungen.

    Nunja, nach der Umstellung von z.B. Flickr auf die neue Anzeigeform macht mein Browser regelmäßig schlapp… das sind einfach Datenmassen….

  • Lisa
    Lisa - 27. Juni 2014 um 13:52 Uhr

    Gerade wenn ich über das Smartphone einsteige, stören mich bei schlechtem Internetempfang lang ladende Seiten – auf der anderen Seite stört mich übers Handy auch die Notwendigkeit, öfter zu Klicken um weitere Inhalte abzurufen … Gerade bei Webseiten, die von vielen Tablett-Nutzern aufgerufen werden, gibt es ja jetzt einen Trend zu sehr langen Seiten die schnell gescrollt werden können. Die Kombi viel Inhalt, kurze Ladezeit wurde halt noch nicht erfunden 😉