Marketing-Strategien, die Zeit- und Geldverschwendung sind (und wie es besser geht)

Wissen Sie, wie viel Zeit und Geld Sie im vergangenen Jahr in Marketing investiert haben? Und wie hoch Ihr Return-on-Investment (ROI) war? Falls nicht, sollten Sie Ihre Marketing-Strategie überarbeiten. Tatsächlich nutzen insbesondere kleinere Unternehmen ihr Marketing-Budget oft für Methoden, die nur wenig Erfolg bringen – da sie sich für eine falsche Ausrichtung entscheiden, die Kampagnen nicht genau planen oder keine Auswertung erfolgt. In diesem Artikel sehen wir uns an, welche Marketing-Strategien Geld- und Zeitverschwendung sind, und wie es besser geht.

Denken Sie an Ihr Unternehmen – kommt Ihnen etwas davon bekannt vor?

  • Profile auf Twitter, Facebook, LinkedIn, Instagram, Pinterest, Snapchat und auf jedem anderen sozialen Netzwerk, das aktuell modern ist
  • Ein Unternehmens-Blog mit vielen Beiträgen
  • Freie Ressourcen wie eBooks, Checklisten, Infografiken und White Papers
  • Sehr starker Fokus auf Suchmaschinen-Optimierung (SEO) und auf alles, was Sie tun können, um eine möglichst hohe Google-Position zu erreichen

Das klingt im ersten Moment richtig gut. Wenn aber die Strategie dahinter fehlt und Sie einfach nur möglichst alles anbieten möchten, kann das Ergebnis enttäuschend sein.

Ist Ihr Marketing-Budget begrenzt, wollen Sie sicher das Beste daraus machen. Hier also einige Punkte, die Geld- und Zeitverschwendung wären, und die bessere Strategie.

Geldverschwendung 1: Ein schönes Design

Geld und Zeit sind falsch investiert, wenn „hübsch“ wichtiger ist als „effektiv“. Denn eine schöne Seite zu haben ist nicht annähernd so wichtig, wie die Übermittlung der Botschaft Ihrer Seite und Ihres Unternehmens.

Inzwischen kann (fast) jeder mit einem Homepage-Baukasten oder einer Software wie WordPress eine gut aussehende Landingpage erstellen. Wenn Sie jedoch für ein schönes Design mehr Ressourcen aufbringen als dafür, den Sinn der Seite richtig zu vermitteln, hohe Benutzerfreundlichkeit zu bieten und dafür zu sorgen, dass technisch alles funktioniert, wird die Seite vermutlich keine guten Besucherzahlen verzeichnen. Dann sind Geld und Zeit für das Design verschwendet.

💡 Die bessere Strategie: Das Aussehen Ihrer Webseite ist nicht unwichtig. Ganz im Gegenteil: Professionelles Webdesign stellt die Botschaft der Seite besonders hervor und zeigt dem Besucher, worum es geht und was er als nächstes tun soll. Die Investition in ein professionelles statt in ein schönes Design ist absolut sinnvoll und macht sich bezahlt. Denn eine nette Schrift oder ein Schieberegler wird Ihre Besucher nicht so sehr überzeugen wie eine Webseite, die erklärt, worum es geht, die alle Fragen beantwortet, einfach zu bedienen ist und funktioniert.

Geldverschwendung 2: Möglichst viele Follower

Social Media bietet eine hervorragende Möglichkeit, um die Beziehung zu Ihren Kunden aufzubauen. Viele Unternehmen verfolgen jedoch lediglich die Strategie, „Follower und Likes zu generieren“. Wer denkt, dass ein Unternehmen desto vertrauenswürdiger und seriöser ist, je mehr Anhänger es hat, liegt aber falsch.

Klar, Sie sollten potenzielle Kunden auf sich aufmerksam machen, aber Social Media gehört zu den wenigen Medien, wo Zahlen keine so große Rolle spielen. Nehmen Sie zum Beispiel Facebook: Es gibt so viele kleine Unternehmen, die Tausende von Fans haben, aber nur ein Bruchteil davon sieht sich die Inhalte überhaupt an oder interagiert sogar damit.

💡 Die bessere  Strategie: Konzentrieren Sie sich auf diejenigen, die wirklich an Ihrem Unternehmen interessiert sind. Sonst ist alle Mühe, die Sie in Social Media stecken, vergebens.

Investieren Sie Ihr Geld in Werbung sehr zielgerichtet. Auch wenn Ihre Zielgruppe dadurch kleiner wird, erreichen Sie so dennoch mehr echte Interessenten. Sie können in Ihren Facebook-Kampagnen genau einschränken, wer Ihre Anzeigen sehen soll. So können Sie z.B. Single-Frauen aus München wählen, die handgefertigte Schmuckstücke lieben. Oder 27-30-jährige Männer, die Interesse an Fitnessprogrammen haben.

Hier erfahren Sie mehr dazu, wie Sie echte, treue Fans gewinnen.

Geldverschwendung 3: Targeting – Werbung für jeden

Die Ausrichtung Ihrer Werbung auf Ihre Zielgruppe ist nicht nur für Social Media-Kampagnen, sondern auch für alle anderen Marketing-Maßnahmen wichtig. Wenn Sie nicht wissen, wer Ihre Kunden sind – also welche Wünsche und Probleme sie haben, was sie anspricht und was sie erwarten – macht es mehr Sinn, Ihr Marketing-Budget für wohltätige Zwecke zu spenden, anstatt es in Werbung für eine falsche oder komplett undefinierte Zielgruppe zu investieren.

💡 Die bessere Strategie: Der Sinn Ihrer Marketing-Kampagnen ist es sicher, Ihre Zielgruppe zu erreichen. Das geht nicht, wenn Sie nicht wissen, wen Sie ansprechen sollen. Finden Sie also erst einmal heraus, wer Ihre potenziellen Kunden sind, bevor Sie irgendetwas tun (z.B. bevor Sie Accounts in sozialen Netzen ausbauen, einen Content-Plan für Ihren Blog erstellen, Werbeanzeigen schalten etc.).

Wenn Sie Ihre Zielgruppe kennen, können Sie Ihre Werbung nicht zur zielgerichtet schalten, sondern auch viel besser bestimmen, was Sie am besten sagen, wie Sie es sagen und wo Sie es sagen.

Geldverschwendung 4: Content ohne Plan

Häufig scheitert Content-Marketing daran, dass Unternehmer über alles Mögliche schreiben, ohne die Themen auf die Interessen des Publikums auszurichten.

Wenn zum Beispiel ein Möbelhaus in seinem Blog über den neuesten Klatsch und Tratsch berichtet, ist die dafür investierte Zeit nicht hilfreich für das Unternehmen.

💡 Die bessere Strategie: Blog-Artikel zu schreiben benötigt Zeit und Recherchearbeit. Wenn Sie einen Blog haben, um die Sichtbarkeit Ihrer Marke online zu erhöhen und um so mehr Besucher zu gewinnen, machen Sie es richtig: Jeder Blog-Artikel, den Sie schreiben, sollte für Ihre Leser einen Mehrwert bieten. Ansonsten verschwenden Sie nur Ihre Zeit.

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Sie guten Content erstellen – selbst wenn Sie Ihre Branche langweilig finden.

Geldverschwendung 5: Neukundengewinnung statt Bestandskundenpflege

Vermutlich wissen Sie, dass neue Kunden zu gewinnen mehr kostet, als Bestandskunden zu halten. Und trotzdem investieren viele Kleinunternehmer in die Neukundengewinnung, anstatt sich auf die Bestandskunden zu konzentrieren.

Warum aber so viel Aufwand betreiben, um einen Interessenten von Ihrem Unternehmen zu überzeugen, aber dann nichts tun, um ihn zu halten?

💡 Die bessere Strategie: Versuchen Sie, so viele Kunden wie möglich zu gewinnen. Aber sehen Sie das nur als Anfang der Reise: Die Kunden zu halten ist viel wichtiger. Bestandskunden kaufen Ihre Produkte gerne wieder, wenn sie bereits gute Erfahrung mit Ihrem Unternehmen gemacht haben und empfehlen Sie im besten Fall sogar weiter.

Geldverschwendung 6: Alles geben, nichts testen

Es gibt bereits viele coole Marketing-Strategien, die Sie ausprobieren können. Manche haben Sie vielleicht bei Ihren Mitbewerbern beobachtet, über andere wiederum gelesen. Manche funktionieren, andere nicht.

Also, was machen Sie, wenn Sie von einer richtig guten Marketing-Strategie erfahren? Mit einem begrenzten Budget eine – wenn auch vielversprechende – fünfstellige Kampagne starten und hoffen, dass sie auch bei Ihnen funktioniert? Und was, wenn nicht? Was, wenn Sie nicht die gleiche Zielgruppe oder das passende Produkt für diese Form des Marketings haben, oder Ihre Branche einfach nicht dazu passt?

💡 Die bessere Strategie: Wenn Sie eine Kampagne planen, die für ein anderes Unternehmen erfolgreich war, testen Sie sie zuerst. Starten Sie nicht mit 90% Ihrer Marketing-Budgets in der Hoffnung, dass Sie die gleichen erstaunlichen Ergebnisse erzielen. So funktioniert das leider nicht. Testen Sie stattdessen erst einmal mit einem kleinen Budget und wenn es funktioniert, können Sie mehr investieren. Wenn nicht, haben Sie noch Budget übrig, um eine andere Kampagnen-Idee auszuprobieren.

Geldverschwendung 7:  Ergebnisse nicht auswerten

Sie planen Ihre Marketing-Kampagne, investieren hunderte oder sogar tausende Euro. Ihr Verkauf steigt, Sie beschließen, die gleiche Kampagne nochmal zu starten und investieren dann sogar noch mehr.

Dieses Mal sinken Ihre Verkäufe. Vielleicht sogar drastisch.

Was ist passiert? Nun, wenn Sie Ihre Marketing-Ergebnisse nicht verfolgen, werden Sie es nie erfahren. Vielleicht ist die Umsatzsteigerung während der ersten Kampagne durch einen anderen Grund entstanden, und die Kampagne hatte gar keine Auswirkungen darauf.

Daher ist es so wichtig ist, jeden Cent zu verfolgen, den Sie in Ihr Marketing investieren. Denn nur so wissen Sie genau, was welche Auswirkungen hat und können anhand dieser Informationen die nächsten Schritte planen.

💡 Die bessere Strategie: Jedes Unternehmen ist anders. Was bei anderen gut funktioniert, muss nicht auch für Sie die beste Strategie sein. So kann LinkedIn hervorragend für Seiten im technischen Bereich sein, nicht aber für einen kleinen Blumenladen.

Aber Sie werden nie herausfinden, was für Ihr Unternehmen am besten funktioniert, wenn Sie die Ergebnisse nicht messen. Und wenn Sie nicht wissen, wie gut Ihre Marke in den sozialen Netzwerken ankommt, was Ihre Werbeanzeigen bringen und in viel Geld Sie Ihre Investition verwandeln, kann Ihre Marketing-Kampagne schnell zur Geldverschwendung werden.

Es gibt jede Menge Analyse-Tools zur Auswertung, z.B. Google Analytics. Damit können Sie genau prüfen, was funktioniert und was nicht – und diese Erfahrungen auch für künftige Kampagnen nutzen.

Sehen Sie sich Ihre Statistiken und Zahlen also genau an, damit Sie wissen, wann eine Idee gescheitert ist und Sie die Kampagne rechtzeitig stoppen können, um nicht weiter unnötig Geld zu investieren.

Fazit

Ein Unternehmen wird nicht wachsen, wenn es sein Geld in Marketing-Kampagnen investiert, die nicht funktionieren. Sie haben nun hoffentlich nicht nur einen Eindruck darüber bekommen, welche Fehler man bei der Investition des Marketing-Budgets machen kann, sondern können auch Ihre eigene Marketing-Strategie neu bewerten und gegebenenfalls sogar noch verbessern. Haben sich bei Ihnen noch andere Marketing-Strategien als Fehlinvestition erwiesen? Schreiben Sie gern einen Kommentar mit Ihrer Erfahrung!

Anna Philipp

Über den Autor

Anna Philipp

Anna arbeitet seit 2006 bei DomainFactory. Als Social Media und Content Manager vertritt sie DF in den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Googleplus und natürlich im DF-Blog) und pflegt einen Teilbereich der Webseite. In ihrer Freizeit findet man Anna - sofern sie mal nicht online ist - höchstwahrscheinlich zwischen Rührschüsseln und Schneebesen am Backofen.

2 Kommentare


  • Sepp
    Sepp - 9. April 2017 um 19:47

    Geldverschwendung 8: Katastrophale Usability. Ich kenne Webshops, die haben ein gutes Sortiment und gute Preise, aber die Usability ist so eigenartig, um nicht zu sagen unterirdisch, dass ich dort nie bestelle. Man sollte also darauf achten, dass man bei der Nutzbarkeit nicht zu weit von dem abweicht, was eben Standard ist. Klar kann man ein paar eigene Features mit in das Bedienkonzept einfließen lassen, geht man aber einen eigenwilligen Weg, vertreibt man die User.

    • Anna
      Anna - 12. April 2017 um 10:32

      Allerdings, Usability ist enorm wichtig. Kein Benutzer mag lange suchen oder sich mit dem Aufbau der Seite auseinandersetzen, um etwas zu bestellen. Besonderheiten der Seite in Darstellung und Design sind für den Wiedererkennungswert sicher nicht verkehrt, solange sie nicht zu sehr ablenken oder den Weg zum Ziel komplizierter machen. Aber wie Sie schreiben: Wenn man sich auch nach dem Standard richtet, können die Benutzer intuitiver handeln und finden sich so besser zurecht.

      Vertreibt eine schwierige Bedienung die Besucher, merken das wiederum auch die Suchmaschinen und dann hat man nicht nur Besucher, die schnell wieder gehen, sondern es kommen auch noch immer weniger, weil die Seite weniger gefunden wird (was ja auch verständlich ist – warum sollte eine Seite hoch ranken, die offensichtlich bei den Nutzern nicht gut ankommt).