Die Customer Journey von der Suchmaschine zur Bestellung in Ihrem Online-Shop

Für praktisch jedes E-Business ist ein gutes Suchmaschinen-Ranking von entscheidender Bedeutung. Da jedoch die großen Shops wie Amazon und eBay den Online-Handel dominieren, müssen kleinere Unternehmen sich etwas einfallen lassen, wenn sie mithalten wollen. In diesem Artikel sehen wir uns den Weg an, den ein Nutzer der von Google-Suche bis zur Bestellung auf Ihrer Webseite zurücklegt. Und wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre SEO-Maßnahmen gezielt und erfolgreich auf diese Customer Journey ausrichten.

Longtail Keywords

Zuvor jedoch müssen Sie erst einmal die richtigen Keywords festlegen, damit Sie überhaupt gefunden werden.

Große E-Commerce-Webseiten nutzen meist kurze, und somit wertvolle Phrasen. Wenn Sie hingegen auf Longtail-Keywords setzen, können Sie den großen Shops dennoch zuvorkommen.

💡 Longtail Keywords = Suchbegriffe, die typischerweise aus vier oder mehr Wörtern bestehen.

So werden zum Beispiel die Ergebnisse für den Suchbegriff „Skischuhe Herren“ von namhaften Marken dominiert. Bei längeren Begriffen wie „Skischuhe Herren schmaler Fuß“ gibt es schon mehr Abwechslung in den Suchergebnissen. Nun haben auch kleinere Seiten die Chance, gut gefunden zu werden.

Klar, diese längeren Begriffe werden nicht so oft gesucht wie ihre kürzeren Pendants. Aber es macht wenig Sinn, auf High-Traffic-Keywords zu optimieren, wenn die erste Seite der Ergebnisse von den großen Unternehmen in Beschlag genommen wird.

Die richtigen Keywords einzusetzen ist sehr wichtig, damit Interessenten Ihr Angebot finden können. Nehmen Sie sich also die Zeit, genau zu recherchieren, welche Keywords für Ihr Unternehmen passen. Wie? Das erfahren Sie hier:

Beginners Guide zur Keyword Suche – Tipps und Tricks für Anfänger

Die Customer Journey

Schritt 1: Google-Suche

Das Top-Ergebnis in der Suchmaschine hat im Regelfall die meisten Klicks, logisch. Aber auch, wenn Ihre Webseite nicht an erster Stelle rankt, können Sie das Interesse potenzieller Kunden mit einem überzeugenden Suchergebnis wecken.

Schauen wir uns dafür an, welche Informationen zurückgegeben werden, wenn man eine Suche ausführt. Und wie Sie die Darstellung Ihrer Seite in den Suchergebnissen – in Ihrem „Snippet“ – ideal gestalten:

Titel:
Der Titel beschreibt den Inhalt Ihrer Seite. Google zeigt etwa 50-60 Zeichen des Titels an.
Wichtig: Beachten Sie diese Begrenzung, damit Ihre Titel nicht mit „…“ abgeschnitten werden.
Mit dem Titel-Tag-Tool von Moz können Sie testen, wie Ihr Titel in den Suchergebnissen von Google dargestellt wird. Nutzen Sie WordPress, zeigt Ihnen das SEO Plugin von Yoast eine Vorschau Ihres Google-Snippet und Sie können es auch direkt bearbeiten.

Denken Sie daran, dass der Titel dem Nutzer als Überschrift in den Suchergebnissen angezeigt wird. Er wird eher auf einen Link klicken, der die verwendeten Suchbegriffe enthält.
❗ Aber: Der Titel soll keine Aneinanderreihung von Schlüsselwörtern sein, sondern eine ansprechende, beschreibende Überschrift.

Bauen Sie außerdem den Produkt- und Kategoriennamen in die Überschrift ein, wenn möglich. Und verwenden Sie jede Überschrift nur einmal. Auch Titel, die sich nur durch ein Wort (zum Beispiel durch Farbe oder Größe) unterscheiden, sind zu ähnlich.

Beschreibung:
Die Beschreibung ist Ihre Möglichkeit, den Nutzer davon zu überzeugen, auf Ihren Link zu klicken! Sie ist eine Art Werbetafel, auf der Sie zeigen, warum Ihr Angebot besser ist als andere. Nennen Sie Ihre Besonderheiten wie kostenlose Lieferung, Sonderangebote etc. Prüfen Sie, was Ihre Mitbewerber schreiben und heben Sie Ihr Unternehmen davon ab.

Und achten Sie darauf, dass Ihre Beschreibung nicht länger als 150 Zeichen ist, damit sie nicht mit „…“ abgeschnitten wird.

URL:
Verwenden Sie beschreibende URLs, die den Produktnamen der Seite enthalten. Also eine URL wie www.ihredomain.tld/kategorie/produkt statt www.ihredomain.tld/?p=3355474.

Achten Sie außerdem auf eine logische Struktur Ihrer Webseite und darauf, dass die wichtigsten Schlüsselwörter in der URL jedes Produkts enthalten sind.

Schritt 2: Besuch Ihrer Seite

Entscheidet sich der Nutzer für den Besuch Ihrer Webseite, sollten die Informationen dort unbedingt mit denen des Suchmaschinen-Snippets übereinstimmen. Achten Sie insbesondere darauf, dass…

  • … der Haupttitel der Seite (im H1-Tag) die gleichen Schlüsselwörter wie Ihr Meta-Titel enthält. Der genaue Text kann leicht variieren, aber der Besucher sollte direkt wiedererkennen, dass die Seite zu seiner Suche passt.
  • … Sie eine Produktbeschreibung anbieten. Denn genau das wird Ihr Besucher erwarten, nachdem er Ihr Such-Snippet angeklickt hat, um weitere Informationen zu erhalten. Erstellen Sie immer eigene Produktbeschreibungen, statt (wie viele andere Online-Shops) die Angaben des Herstellers zu verwenden. Auch wenn das mehr Arbeit bedeutet. So vermeiden Sie zum einen doppelten Content, außerdem sind Herstellerbeschreibungen oft eher sachlich und unpersönlich. Sprechen Sie Ihre Interessenten und Kunden besser in der Tonart an, die zu Ihrem Unternehmen passt und die Ihre Zielgruppe erwartet.
  • … Sie möglichst nur Ihre eigenen Produktbilder und Grafiken verwenden, anstatt dafür auf Bildmaterial anderer Webseiten, z.B. direkt vom Hersteller, zurückzugreifen (und das natürlich auch nur, wenn es erlaubt ist!). Die Dateigröße der Bilder sollte so klein wie möglich sein, um die Geschwindigkeit Ihrer Seiten nicht zu beeinträchtigen. Die Bildqualität sollte darunter jedoch nicht leiden.
  • …keine übergroßen Bilder, Umleitungen, externen Inhalte oder andere Elemente verwenden, die die Ladezeit Ihrer Seite verlangsamen. Sie können hier die Performance Ihrer Webseite überprüfen und erfahren hier, wie Ihre Seite noch schneller wird: Wie Sie die Ladezeit Ihrer Webseiten verbessern
  • … Sie Duplicate Content vermeiden. Viele Online-Shops haben das gleiche Problem: Sehr ähnliche Unterseiten, die sich in nur wenigen Merkmalen, z.B. durch Produktvariationen wie Farbe oder Größe, unterscheiden. Bieten Sie alle Farben und Größen auf der gleichen Seite an oder verwenden Sie Canonical Tags; auch für Session-IDs und andere URLs, die Parameter haben.

Schritt 3: Überlegungsphase

Im besten Fall haben Suchmaschinen-Snippet und die Landingpage Ihre Besucher bereits davon überzeugt, beim richtigen Unternehmen gelandet zu sein. Aber so einfach ist es meistens leider nicht: Einige sind sicher noch unentschlossen. Denen müssen Sie jetzt zeigen, dass Ihr Unternehmen und Ihre Produkte genau das sind, wonach sie gesucht haben.

Eine ausgezeichnete Möglichkeit dafür sind Bewertungen. Dass 61% der Besucher vor dem Kauf die Bewertungen eines Unternehmens prüfen, und dass Bewertungen zu einer 18%igen Umsatzsteigerung führen, spricht für sich. Ermutigen Sie Ihre Bestandskunden daher, Bewertungen für Ihr Unternehmen zu erstellen und binden Sie diese auf Ihrer Webseite ein. Wenn Sie mehr zum Thema Bewertungen wissen möchten, schauen Sie sich einmal diesen Artikel an:

Warum Bewertungen für Ihr Unternehmen immer positiv sind

Schritt 4: Vergleich

Viele Nutzer wissen anfangs noch nicht genau, für welches Produkt sie sich entscheiden werden und benötigen daher die Möglichkeit, sich zu informieren und zu vergleichen. So würde jemand, der nach Laufschuhen sucht, vermutlich erst einmal die Vor- und Nachteile verschiedener Hersteller abwägen. Stellen Sie daher Kategorie-Seiten zur Verfügung, über die man schnell zu ähnlichen Produkten wechseln kann.

Wenn Ihr Besucher eine gute Übersicht ähnlicher Produkte erhält, ist es unwahrscheinlicher, dass er für weitere Vergleiche zur Suchmaschine zurückkehrt und am Ende bei einem Ihrer Konkurrenten landet.

Hier einige Tipps für Kategorie-Seiten:

  • Optimieren Sie kategoriespezifische, nicht produktspezifische Keywords.
  • Nutzen Sie die Keywords der Kategorie in der Hauptüberschrift (H1).
  • Beantworten Sie mögliche Kundenfragen zu dem Produkt, um allgemeine Informationen dazu zu liefern und um bei der Kaufentscheidung zu helfen.
  • Fügen Sie keine Inhalte nur aus SEO-Gründen ein, denn das könnte die Benutzerfreundlichkeit der Seite stören.

Schritt 5: Schwierigkeiten auf Mobilgeräten

Viele Nutzer werden Ihren Online-Shop von mobilen Endgeräten (Smartphone oder Tablet) aus besuchen. Daher ist es sehr wichtig, dass Ihre Website auch dort gut aussieht und leicht bedient werden kann. Aber nicht nur das – es gibt noch weitere Punkte, durch die Sie Ihren Nutzern die Bestellung auf Mobilgeräten erleichtern können:

Login über soziale Netzwerke
Anmeldefelder auf dem Smartphone oder Tablet auszufüllen ist nervig, keine Frage. Wer aber Ihre Seite über ein Mobilgerät aufruft, hat mit großer Wahrscheinlichkeit ein paar Apps installiert, und das können Sie für Ihren Bestellprozess nutzen: Ermöglichen Sie Ihren Kunden eine schnelle Anmeldung über Facebook, Twitter oder Google. So verhindern Sie, dass die Nutzer den Anmeldeprozess abbrechen, weil sie keine Lust haben, die Felder auszufüllen.

Und wenn Sie schon Social-Accounts für den Login verwenden, fügen Sie nach der Anmeldung am besten auch gleich noch Share-Buttons ein, damit Ihre Kunden das gekaufte Produkt direkt teilen und Sie somit empfehlen können.

Verschiedene Zahlungsmöglichkeiten:
Bieten Sie verschiedene Zahlungsmöglichkeiten an, die auch auf Mobilgeräten einfach genutzt werden können – insbesondere PayPal.

Darstellung der Produkte:
Da der Bildschirm mobiler Geräte im Regelfall deutlich kleiner ist als der eines Desktop-Rechners, sind Ihre Produktbilder nicht so gut erkennbar und somit weniger überzeugend. Bieten Sie daher verschiedene Möglichkeiten für den Benutzer, einen genauen Eindruck von Ihrem Produkt zu erhalten. Zum Beispiel ein Video, das es mit allen Details zeigt und erklärt. Oder Bilder, auf denen es in Benutzung ist.

Alle Bilder sollten leicht vergrößert werden können, damit der Interessent die Details trotz kleineren Displays erkennen und ggf. hin zoomen kann.

Inhalte reduzieren:
Beschränken Sie Ihre mobilen Seiten auf die wesentlichen Inhalte der Desktop-Version, damit Ihre User nicht so viel scrollen müssen. Das Produkt sollte absoluter Mittelpunkt und alle Informationen dazu sehr relevant und interessant sein. Natürlich ist der Inhalt nach wie vor sehr wichtig, aber Sie haben weniger Platz und müssen daher auf das reduzieren, was wirklich wichtig ist, um die Benutzerfreundlichkeit nicht einzuschränken.

Fazit

Sehen Sie sich die Customer Journey zu Ihrem Online-Shop genau an – von der ersten Erwägung, etwas Neues zu kaufen, über die Suche nach dem passenden Produkt bis hin zum Abschluss einer Bestellung. Bei jedem einzelnen Schritt entscheidet das Bauchgefühl – also der Eindruck, den der Nutzer auf seiner Reise gewinnt – ob es weitergeht oder nicht. Gehen Sie den kompletten Weg zu Ihrem Shop durch und achten Sie darauf, wie Ihr Unternehmen wirkt, ob es alle möglichen Fragen beantwortet, und beseitigen Sie Stolpersteine.

Anna Philipp

Über den Autor

Anna Philipp

Anna arbeitet seit 2006 bei DomainFactory. Als Social Media und Content Manager vertritt sie DF in den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Googleplus und natürlich im DF-Blog). In ihrer Freizeit findet man Anna - sofern sie mal nicht online ist - höchstwahrscheinlich zwischen Rührschüsseln und Schneebesen am Backofen.

3 Kommentare


  • John
    John - 24. April 2017 um 15:37 Uhr

    In der Überschrift sind zu viele deutsche Wörter. Besser: „Die Customer Journey von der Search Engine zur Conversion in Ihrem Online-Shop“

    • Nils Dornblut
      Nils Dornblut - 25. April 2017 um 07:41 Uhr

      Sicher, man hätte auch „Die Reise des Kunden von der Suchmaschine bis zur Bestellung in Ihrem Online-Shop“ schreiben können. Der umgangssprachliche Begriff ist aber recht verbreitet im Business und zur besseren Auffindung der hier mal praktischen Aufarbeitung, haben wir uns für die Bezeichnung entschieden. die etwas mehr theoretische Aufarbeitung hier:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Customer_Journey

      • John
        John - 25. April 2017 um 12:24 Uhr

        Na wenn das im Business so ist, will ich nichts gesagt haben.