Liste der Bewerbungen für neue Top-Level-Domains veröffentlicht

Für die neuen Top-Level-Domains wurde heute die Liste aller eingereichten vollständigen Bewerbungen veröffentlicht. Wie die Internet-Verwaltung ICANN mitteilt, wurden demnach insgesamt 1930 Bewerbungen abgegeben, wobei auch zahlreiche Bewerbungen um ein und dieselbe Endung enthalten sind. So finden sich in der Liste beispielsweise allein 13 Bewerbungen um die TLD .app, während für .web immerhin 7 Bewerbungen verzeichnet sind. Rechnet man die Mehrfachbewerbungen heraus, so kommt man auf gut 1.400 neue (potentielle) Domainendungen.

Bei der Art der Endungen geht es bunt gemischt zu. Neben Top-Level-Domains mit einem geografischen Bezug wie .berlin oder .nyc gibt es natürlich auch viele Bewerbungen für Markendomains wie .amazon oder .volkswagen, aber auch viele generische Begriffe wie „.doctor“ oder „.shop“

Eine Liste mit allen Bewerbungen zu den neuen Top-Level-Domains findet sich bei Interesse auf der ICANN-Webseite: Reveal Day 13 June 2012 – New gTLD Applied-For Strings

Welche Endungen gefallen Ihnen denn besonders gut?

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Peter Mueller

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14 Kommentare

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  • darki
    darki - 13. Juni 2012 um 16:33 Uhr

    .shop kommt gut 😉

  • Martin
    Martin - 13. Juni 2012 um 16:50 Uhr

    Für mich ganz weit vorne: .BANANAREPUBLIC 😀

  • Anonymous
    Anonymous - 13. Juni 2012 um 21:20 Uhr

    So ein seltener Blödsinn. Als würde das irgendwas ändern. Die Big-Players werden sich ihre Domains sowieso sichern und als kleineres Unternehmen muss man nun noch mehr Domains sichern oder gute Anwälte anstellen.

    Hier profitieren nur Letztere und natürlich die ICANN. Geschickt eingefädelt.

    • Peter
      Peter - 15. Juni 2012 um 00:55 Uhr

      @ Anonymous 13.Juni: Bereits heute werden sich abgesehen von Global Playern nur die wenigsten Unternehmen und Institutionen in „allen“ Top-Level-Domains Ihre Domainnamen sichern. Aktuell gibt es um die 300 TLDs. Manche mit Einschränkungen hinsichtlich der Qualifizierung zur Registrierung (z.B. Sitz des Inhabers im entsprechenden Land), andere ohne jegliche Beschränkung. Durch weitere TLDs wird sich daran also grundsätzlich nichts ändern. Sie haben aber natürlich Recht, es gibt sicherlich einige schwarze Schafe in der Branche, die dahingehende Befürchtungen wecken möchten um Anwender zu diesen so genannten „defensiven Registrierungen“ zu drängen.
      Wir sind an anderer Stelle schon einmal darauf eingegangen, dass weder ICANN noch einige Anbieter in der Domainbranche hier bisher ein besonders gutes Bild abgegeben haben. Von einer „Revolution des Internets“, zu welcher die Einführung der neuen Top-Level-Domains teilweise hochstilisiert wird, kann wohl tatsächlich keine Rede sein 😉 Grundsätzlich erscheint uns ein zunehmender Wettbewerb unter den TLDs und mehr Vielfalt für Anwender allerdings durchaus zu begrüßen zu sein.

  • JK
    JK - 14. Juni 2012 um 15:36 Uhr

    Sehr schön ist auch .sucks
    Hier dürften sich im Bereich des Markenrechts und der entsprechend aufkommenden Abmahnungen unerfahrener Registranten interessante Szenarien abspielen.

  • Anonymous
    Anonymous - 14. Juni 2012 um 22:54 Uhr

    Ja, nette #Firstworldproblems

    • Peter
      Peter - 15. Juni 2012 um 00:57 Uhr

      @Anonymous 14. Juni: Ich persönlich kann zwar einer derartigen Kategorisierung von Ländern offen gesagt nicht viel abgewinnen, aber grundsätzlich ist das nicht ganz von der Hand zu weisen: Mehr als 80 Prozent der Bewerbungen stammen aus Nordamerika und Europa, also aus den so genannten „entwickelten Ländern“. Immerhin ca. 15 Prozent der Bewerbungen kommen jedoch aus Asien und Ozeanien. Und gerade in Asien gibt es ja durchaus zahlreiche Länder, die den „Entwicklungsländern“ oder „Schwellenländern“ zugerechnet werden. Mit nur 17 Bewerbungen von insgesamt 1930 ist allerdings Afrika leider nahezu gar nicht vertreten.
      Für Bewerber aus weniger entwickelten Ländern gab es übrigens ein spezielles Förderprogramm, bei welchem die Bewerbungsgebühren erheblich reduziert wurden. Denn auch bei ICANN ist man sich bewusst, dass die Verbreitung des Internets einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft leistet, der gerade in weniger entwickelten Ländern besonders zum tragen kommt. Auf lokale Bedürfnisse und Gegebenheiten zugeschnittene Domainendungen können dabei unterstützend wirken.

  • olaf
    olaf - 19. Juni 2012 um 20:04 Uhr

    amazon hat gleich mehrmals zugeschlagen, ebay dagegen gar nicht?

    • Peter
      Peter - 20. Juni 2012 um 11:34 Uhr

      @olaf: Genau, Amazon ist mit insgesamt 76 Bewerbungen einer der TOP-Bewerber und sieht für sich offensichtlich sehr viel Potenzial in den neuen TLDs. Andere Global Player bewerten die neuen Domainendungen für das eigene Geschäftsmodell ganz anders. ebay hat sich wie Ihrerseits erwähnt um keine eigene Endung beworben, Facebook beispielsweise auch nicht.

  • Sebastian
    Sebastian - 20. Juni 2012 um 12:41 Uhr

    Kann eigentlich auch eine Privatperson so eine Endung erwerben? Was sind sonstige Vorraussetzungen (z.B. selber Provider zu sein, …)?

    • Peter
      Peter - 20. Juni 2012 um 13:28 Uhr

      @Sebastian: Privatpersonen waren von der Bewerbungsphase ausgeschlossen, es musste sich beim Bewerber um eine Organisation handeln – also beispielsweise Unternehmen oder öffentliche Institutionen.
      Das von ICANN veröffentlichte Handbuch für Bewerber mit allen Bestimmungen, Voraussetzungen und Details umfasst mehrere hundert Seiten 😉 Herunterbrechen lassen sich die Voraussetzungen in etwa auf folgende Eckpunkte:

      – Finanzielle Solvenz: Die Bewerbungsgebühr beträgt 185.000 $ (zzgl. weiterer Gebühren, die bei Prüfung der Bewerbung anfallen können), die jährlichen Kosten für Betrieb einer Endung (Registrierungs-/Verwaltungssystem, ICANN-Gebühren, etc.) dürften grob geschätzt zwischen 200.000 und 500.000 $ liegen. Es gibt unter bestimmten Voraussetzungen allerdings finanzielle Unterstützung für finanzschwache Bewerber.
      – Kompetenz: Jeder Bewerber muss nachweisen, dass er das nötige Know-How für den Betrieb einer Top-Level-Domain besitzt. Das betrifft nicht nur, aber insbesondere die Technik für das Registrierungs- und Verwaltungssystem. Da ist es natürlich hilfreich, wenn man selbst Registrar/Provider oder Registry/Vergabestelle ist. Viele branchenfremde Bewerber werden sich diese Dienstleistungen allerdings extern einkaufen, also die Registrierungssyteme von bestehenden Vergabestellen nutzen und/oder auf die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen.

      • Peter
        Peter - 20. Juni 2012 um 13:30 Uhr

        @Sebastian, Nachtrag: Privatpersonen hätten allerdings eine Stiftung o.ä. gründen können, um über Umwege beispielsweise doch an den Familiennamen als eigene Endung zu kommen. Es gab im Vorfeld Spekulationen, dass einige Bewerber hiervon Gebrauch machen könnten. Ob das tatsächlich der Fall war/ist, ist mir jedoch im Augenblick nicht bekannt.

  • Michael
    Michael - 21. Juni 2012 um 07:28 Uhr

    Wie ich weiter unten auf der Liste festgestellt habe, gibt es auch Bewerbungen in anderen Schriften, z. B. Russisch. Die kann z. B. ein Deutscher dann wohl gar nicht aufrufen, sofern er nicht die Ländereinstellung für die Tastatur hat, oder? Oder höchstens per zugeschicktem Link.
    Wenn die dann auch noch alles andere, also den Rest der URL in ihrer Sprache verwenden können haben die dann sozusagen ihr eigenes Internet und www ist dann nicht mehr so ganz world-wide.

  • Martin
    Martin - 21. Juni 2012 um 08:12 Uhr

    @Michael: Das ist eigentlich auch schon jetzt – ganz ohne gTLDs gegeben… Mit der IDN-Einführung wurden ja auch diverse Schriftzeichen erlaubt, welche über die (vergleichsweise weit gestreuten) Umlaute hinausgehen – siehe bspw. hier in diesem Wikipedia-Artikel die Beispiele: http://de.wikipedia.org/wiki/Internationalizing_Domain_Names_in_Applications#Beispiel-Domainnamen

    Bspw http://موقع.وزارة-الأتصالات.مصر/ ist schon heute eine valide Domain 😉