IPv6 bei domainFACTORY

Dem Internetprotokoll IPv4 gehen allmählich die Adressen aus und der Nachfolger IPv6 steht längst in den Startlöchern. Der praktische Einsatz erfolgt bisher jedoch in eher homöopathischen Dosen. Dabei ist das ein  hausgemachtes Henne-Ei-Problem. Denn die Netzbetreiber sagen: „Das nutzt ja noch keiner“. Und die Hoster sagen: „Das kann ja noch keiner nutzen“.

Einerseits ist dieses Verhalten verständlich, weil es in der Praxis sooo viele heute relevantere und kurzfristig nützlichere Dinge zu tun gibt als die Investition in ein Protokoll, das noch keinen breiten, praktischen Nutzen hat (eben weil es von „den Anderen“ meistens auch noch nicht untersützt wird). Zielführend ist das jedoch nicht. Wir selbst testen daher auch seit mehreren Monaten IPv6, um bei einer wann auch immer anstehenden Umstellung bereits auf Erfahrungen zurückblicken und Vorleistungen zurückgreifen zu können.

Aus diesem Grund ist auch z.B. df.eu bereits seit einigen Monaten per IPv6 erreichbar: direkt unter http://ipv6.df.eu (dieser Link geht natürlich nur, wenn der jeweilige Provider ebenfalls IPv6 unterstützt 😉 – was leider immer noch viel zu selten der Fall ist).

Als Netz haben wir von der RIPE ein 2a00:1158::/32 Netz bekommen. Das sind 79.228.162.514.264.337.593.543.950.336 , also gut 79 Quadrilliarden, nutzbare IP Adressen. Die sollten für eine Weile reichen.

Was ist denn nun aber der Vorteil von IPv6? Dazu eine kurze Erläuterung aus der Technik (danke auch für den Versuch, das nicht ganz so techniklastig zu schreiben ;-)):

Der größte Vorteil von IPv6 ist wohl der riesige Adressraum. IPv4 sind 32Bit Adressen und IPv6 haben sogar 128 Bit. Dies ermöglicht die hohe Anzahl an IP Adressen pro Subnet. Zudem wird das NAT Protokoll überflüssig (bei der interne IP-Nummern gebündelt und durch den Router über eine offizielle IPv4 Adresse nach außen geroutet werden). Mit IPv6 gibt es kein NAT mehr, sondern jeder Rechner könnte eine offizielle IP Adresse bekommen. Dies erhöht somit die End-To-End Security um ein erhebliches, weil nicht mehr alles über einen Router mit NAT laufen muss.

In naher Zukunft wird es nicht mehr einfach sein, bei RIPE noch weitere IPv4 Adressen zu erhalten. Deshalb ist es wichtig, bereits jetzt schon auf IPv6 zu setzen. Irgendwann gehen die IPv4 Adressen wirklich mal aus, so dass das Internet ohne IPv6 nicht mehr wachsen könnte.

Auf http://ipv6.he.net/statistics/ gibt es sogar einen Zähler, der zeigt wann die Adressen ausgehen. Mit IPv6 kann man quasi jedem Kugelschreiber eine offizielle IP Adresse geben und diesen direkt über das Internet erreichen. Genauer gesagt kann man pro Quadratzentimeter auf der Erde 1500 Geräte adressieren.

End of article

Sara Marburg

Über den Autor

Sara Marburg

Geschäftsführung (bis 11/13)

5 Kommentare

Bitte füllen Sie das Captcha aus : *

Reload Image

Die von Ihnen hier erhobenen Daten werden von der domainfactory GmbH zur Veröffentlichung Ihres Beitrags in diesem Blog verarbeitet. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte folgendem Link: www.df.eu/datenschutz


  • Rainer.D
    Rainer.D - 9. Oktober 2009 um 14:04 Uhr

    Der Vorteil von NAT ist aber, dass der private Adressraum eben *nicht* im „richtigen“ Netz hängt und die Clients auch nicht von außen direkt ansprechbar sind. Das macht auch mit IPv6 Sinn und erhöht die Sicherheit. NAT wird daher keineswegs überflüssig.

  • Andreas
    Andreas - 9. Oktober 2009 um 14:05 Uhr

    Ein kleiner Tipp für alle, die auch „Lust“ auf IPv6 haben: Unter http://www.sixxs.net kann man sich gratis einen 4to6-Tunnel registrieren. Funktioniert z.B. mit der FRITZ!Box 7270 mit IPv6-Labor-Firmware prima 🙂

    @Rainer.D: NAT kann keine Firewall ersetzen, sowas ist eigentlich eher ein „Missbrauch“ von NAT 😉

  • Gerald
    Gerald - 9. Oktober 2009 um 14:15 Uhr

    Also daß IPv6 nicht genutzt wird kann nicht ganz stimmen da es doch Webseiten (Proxys oder ähnliches) gibt (meistens Unis) die IPv4 in IPv6 umwandeln. Ich kenne da ein oder zwei Leute die IPv6 schon nutzen. Geht man normal mit IPv4 auf diese Seite bleiben einen bestimmte Informationen verborgen.

  • Daniel
    Daniel - 9. Oktober 2009 um 14:49 Uhr

    Und wers für Windows nutzen will, gibt den teredo Client.

    Hier ne Anleitung:
    http://blogs.interdose.com/sebastian/2009/05/31/teredo-auf-windows-aktivieren-ipv6-in-2-minuten/

  • Claus
    Claus - 10. Oktober 2009 um 00:57 Uhr

    IPV6 bringt auch noch jede Menge Stress mit, denn das Thema haben einige Leute nicht zu Ende gedacht.

    Die ersten die praktisch mehr oder weniger dazu gezwungen werden umzustellen, dass werden die Mobilfunker sein und welchen Sinn mach es einem Mobile ein /64 zuzuweisen ?!?

    Einmal davon abgesehen, dass ein Dualstack erforderlich wäre und das geht voll auf die Akkuleistung ….das wollen die wenigsten Hersteller.

    Das iphone kann z.B. kein IPV6…..