Sollten Sie Ihr Hobby zum Beruf machen?

Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit? Gießen Sie Kerzen? Stellen Sie selber Schmuck oder Raumdekorationen her? Oder sitzen Sie am liebsten an der Nähmaschine? Wäre es nicht toll, Ihre Leidenschaft in ein lukratives Unternehmen zu verwandeln? Wenn Ihre Familie und Freunde ständig Ihr Talent loben und Ihnen sagen, dass Sie „dieses Hobby zum Beruf machen sollten“ und dass „so viele Leute das kaufen würden“, ist es vielleicht an der Zeit, loszulegen. In diesem Artikel finden Sie wichtige Informationen dazu, wie Sie Ihr Hobby zu Geld machen.

Sollten Sie es wirklich wagen?

Vielleicht hält Sie die Angst zurück, dass Ihr Talent doch nicht marktfähig ist. Oder Sie fürchten, dass das Hobby keinen Spaß mehr macht, wenn es zur Arbeit wird. Und dass es einfach nicht mehr die Freude und Zufriedenheit mit sich bringt, so wie es vorher war. Der Druck, Fristen einhalten zu müssen, genügend Geld zu verdienen und Kundenerwartungen zu erfüllen, können den Spaß und die Entspannung dämpfen.

Wenn Ihnen diese Gedanken bekannt vorkommen, verwerfen Sie sie. Sicher, Misserfolge können passieren – und klar, das kann beängstigend sein. Aber deswegen sollten Sie nicht Ihre Chance verpassen, Ihren Traum zu verwirklichen.

Mit ein wenig Vorbereitung und strategischer Planung können Sie positive Ergebnisse erzielen.

Die Grundlagen für ein erfolgreiches Unternehmen

Ihr Unternehmen braucht einen Namen – und der kann ausschlaggebend sein: Ein guter Name ist schnell im Gespräch, während ein unglücklich gewählter Name den Start erschweren kann.

Idealerweise wählen Sie einen einzigartigen und unvergesslichen Namen, der nicht nur zu Ihnen passt, sondern auch Ihre Kunden überzeugt. Er sollte beschreiben, worum es bei Ihrem Unternehmen geht. Und er sollte auf keinen Fall bereits genutzt sein oder gegen Markenrecht verstoßen.

Wenn Sie Hilfe bei der Namenswahl benötigen, lesen Sie unseren Leitfaden zur Auswahl des richtigen Namens für Ihr Unternehmen und Ihre Domain.

Außerdem sollten Sie zu Beginn klären, welche Art von Unternehmen Sie anmelden sollten. Lassen Sie sich dazu beraten, damit Ihnen bei der Gründung keine Fehler unterlaufen.

Und starten Sie nicht planlos: Erstellen Sie einen Businessplan und legen fest, welche Ziele Ihr Unternehmen hat.

Online gehen

Wenn Sie Schmuck, Kleidung oder etwas anderes aus dem Bereich Kunst und Handwerk herstellen, sind wahrscheinlich Online-Marktplätze wie Etsy, DaWanda und ebay interessant für Sie. Das macht auch Sinn, weil Sie Ihre Produkte sicher am liebsten sofort möglichst vielen Interessenten vorstellen möchten, und die Plattformen bieten eine gute Option für einen schnellen Start.

DaWanda Beispielseite "annis stempelei"

Es gibt einiges, was für die Nutzung einer Drittanbieter-Plattform spricht, zum Beispiel:

  • Kostenfreier Account. Normalerweise fällt allerdings eine Monatsgebühr für die Auflistung Ihrer Produkte an. Außerdem gibt es Provisionsgebühren pro Verkauf und gegebenenfalls noch weitere Kosten. Wenn Sie testen möchten, ob sich Ihre Produkte überhaupt verkaufen, kann es sinnvoll sein, einen Online-Marktplatz wie DaWanda zu nutzen. Wenn Sie es aber ernst meinen und ein profitables Geschäft aufbauen möchten, ist eine eigene Webseite ziemlich sicher die bessere Gesamtinvestition. Und: Auf lange Sicht ist eine eigene Webseite günstiger als der Verkauf über eine  Drittanbieter-Seite.
  • Einfacher Start. Einer der größten Vorteile der bekannten Online-Marktplätze ist, dass bereits viele Leute die Seiten nutzen, um nach Produkten wie Ihren zu suchen. Sobald Ihre Produkte gelistet sind, werden sie also auch gefunden. Allerdings sollten Sie Ihre Produkte dennoch bewerben, um mehr potenzielle Kunden zu erreichen. Der Nachteil dabei: Sie investieren in Werbung für eine Drittanbieter-Seite, anstatt Ihre eigene Seite zu bewerben und damit Ihre Marke auszubauen.

Online-Marktplätze sind eine gute Möglichkeit für den Online-Start – insbesondere, wenn Sie nicht über Budget für die Erstellung und Werbung einer eigenen Website verfügen. Überlegen Sie aber folgendes:

  • Was machen Sie, wenn es den Online-Marktplatz nicht mehr gibt?
  • Möchten Sie selbst die volle Kontrolle über Ihre Unternehmensseite haben und selbst bestimmen, wie Sie sich potenziellen Kunden präsentieren? Oder sind Sie mit einer Drittanbieter-Webseite zufrieden, die Aufbau und Gestaltungsmöglichkeiten vorgibt?
  • Wollen Sie ein paar Produkte im Monat verkaufen und Ihre Investition dabei auf einem Minimum halten? Oder möchten Sie ein Unternehmen aufbauen und Produkte künftig über Ihre eigene Webseite verkaufen?

Wir haben einen ausführlichen Artikel über die Vorteile von Online-Marktplätzen vs. einer eigenen Webseite geschrieben, der Ihnen bei der Entscheidung hilft:

E-Commerce: Besser eine eigene Webseite oder ein Online-Marktplatz?

Wenn Sie beschließen, eine eigene Website aufzubauen und Ihre Produkte dort direkt zu verkaufen, finden Sie hier einen genauen Leitfaden zur Erstellung einer Webseite.

Schauen Sie sich auch einmal das eBook von Peer Wandiger an, in dem genau beschrieben wird, wie man mit einer Nischenseite Geld verdienen kann.

Ihr Unternehmen und Ihre Produkte bewerben

Es bringt Ihnen nichts, wenn Sie ein großartiges Produkt haben, wenn keiner davon weiß.

Deshalb sollten Sie sich unbedingt damit befassen, wie Sie Ihr Unternehmen so bewerben, dass die richtigen Leute – Ihre potentielle Kundenn – davon erfahren.

Eine gute Möglichkeit für den Start bietet Social Media. Sie sollten in den sozialen Netzen präsent sein, in denen auch Ihre potenziellen Kunden gerne sind. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Plattformen das sind, lesen Sie folgenden Beitrag: In welchen sozialen Netzwerken sollte mein Unternehmen sein?

Es liegt an Ihnen, für welchen Social Media Kanal Sie sich entscheiden. Geben Sie aber auf jeden Fall Pinterest eine Chance, da dieses Netzwerk sich stark auf Kunst und Handwerk konzentriert und inzwischen über 150 Millionen aktive Nutzer hat.

Pinterest Suche nach "Türschilder"

Wenn Sie Ihre Produkte nicht nur online, sondern z.B. auch auf Märkten oder Events verkaufen, nutzen Sie Facebook-Veranstaltungen. So können Sie Ihre Fans informieren, wann und wo Sie als nächstes verkaufen. Und vielleicht sogar, welche Sonderpreise Sie dabei anbieten. Die meisten Nutzer haben Facebook auf ihrem Smartphone eingerichtet, somit werden Ihre Veranstaltungen direkt als Pushnachricht bei Ihren Interessenten erscheinen – ohne Ihr Zutun.

Möchten Sie wachsen?

Die oben genannten Schritte sollten Ihnen helfen, ein kleines Unternehmen zu starten, um das Sie sich auch nebenher in Ihrer Freizeit kümmern können. Wenn Sie aber entscheiden, auf die nächste Stufe zu wechseln und Vollzeit-Unternehmer zu werden, sollten Sie folgendes tun:

  • Erstellen Sie eine umfangreiche Webseite. Sie muss mit dem Wachstum Ihres Unternehmens klarkommen: Nun, da Sie mehr Produkte hinzufügen und mehr verkaufen, brauchen Sie eine richtige Shop-Software, die die Funktionen bietet, die Ihren Kunden den Kauf erleichtern.
  • Befassen Sie sich damit, wie sich der Ankauf benötigter Rohmaterialien und die Herstellung Ihres Endprodukts zur Nachfrage verhält. (Nochmal: Sie brauchen einen Businessplan!)
  • Arbeiten Sie nicht allein. Wenn Sie erfolgreich sein wollen – so erfolgreich, dass alle bewundernd fragen, wie das nur möglich ist – müssen Sie Leute beauftragen, die können, was Sie nicht so gut können. Wenn Sie zum Beispiel denken, ein Experte könnte einen besseren Job bei der Suchmaschinenoptimierung Ihrer Webseite machen, beauftragen Sie ihn.

Abschließend

Es gibt viel zu bedenken, wenn Sie Ihr Hobby zum Beruf machen möchten. Aber das haben auch schon andere geschafft, selbst mit Hobbys, die vielleicht weniger marktfähig schienen als Ihres. Egal also, ob Sie Tontöpfe, Lampenschirme oder T-Shirts fertigen, trauen Sie sich und legen los – Sie müssen ja nicht gleich alles dafür hinschmeißen. Arbeiten Sie hart an Ihrem Erfolg, machen Sie Fehler und lernen Sie daraus, dann werden Sie sicher positive Ergebnisse erzielen.

Anna Philipp

Über den Autor

Anna Philipp

Anna arbeitet seit 2006 bei DomainFactory. Als Social Media und Content Manager vertritt sie DF in den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Googleplus und natürlich im DF-Blog). In ihrer Freizeit findet man Anna - sofern sie mal nicht online ist - höchstwahrscheinlich zwischen Rührschüsseln und Schneebesen am Backofen.

3 Kommentare


  • Anonymous
    Anonymous - 26. Juli 2017 um 13:39 Uhr

    korr „Uund“

    ——
    Die Grundlagen für ein erfolgreiches Unternehmen

    Ihr Unternehmen braucht einen Namen – und der kann ausschlaggebend sein: Ein guter Name ist schnell im Gespräch, während ein unglücklich gewählter Name den Start erschweren kann.

    Idealerweise wählen Sie einen einzigartigen und unvergesslichen Namen, der nicht nur zu Ihnen passt, sondern auch Ihre Kunden überzeugt. Er sollte beschreiben, worum es bei Ihrem Unternehmen geht. Uund er sollte auf keinen Fall ber…

  • Maximilian von Soltau
    Maximilian von Soltau - 27. Juli 2017 um 12:15 Uhr

    Nach der Idee und vor dem Businessplan steht der Business Case, also die Analyse ob die Geschäftsidee voraussichtlich lukrativ sein wird. Das können durchaus mehrere Szenarien sein. Die Phasen des Projektmanagements bilden dann den analytischen und organisatorischen Rahmen von der Idee bis zur Markttätigkeit.